11. Oktober 2018, 21:36 Uhr

Mehr Raum für Selbstständigkeit

11. Oktober 2018, 21:36 Uhr

Nach einem Jahr Bauzeit wird der Neubau für das interne Arbeitstraining der Leppermühle im Industriegebiet Fischbach eingeweiht.

Das Kinder- und Jugendwohnheim Leppermühle in Buseck, eine Einrichtung zur Behandlung und Betreuung psychisch kranker und seelisch behinderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener, betreut über 300 Klienten. Zu der Einrichtung gehört eine private Förderschule für Kranke (Martin-Luther-Schule Buseck) mit über 200 Schülern sowie heilpädagogischen Tagesgruppen für Kinder.

Selbstständigkeit fördern

Berufswahl und Einstieg ins Berufsleben sind zentrale Schritte mit weitreichenden Auswirkungen im Leben junger Menschen. Viele Jugendliche vollziehen diese Schritte weitgehend selbstständig. Für die Bewohner der Leppermühle sind allerdings häufig zunächst Hürden zu bewältigen, die mit dem Umstand der psychischen Erkrankung einhergehen. Deshalb unterhält die Leppermühle für alle Bewohner, die keine Schule (mehr) besuchen, einen Arbeitstrainingsbereich, der ihrer Aktivierung und Tagesstrukturierung dient und sie auf ihre ersten Schritte ins Berufs- und Arbeitsleben außerhalb der Leppermühle vorbereiten soll.

Das Arbeitstraining hat zum Ziel, die Leistungsfähigkeit und die soziale Kompetenz so weit zu verbessern, dass berufsvorbereitende Maßnahmen und letztlich die Aufnahme einer Berufsausbildung Erfolg versprechen.

Das Training findet statt im Rahmen von insgesamt zwölf Arbeitsgruppen unterschiedlicher inhaltlicher Ausrichtung mit meist sechs Plätzen, die von Ergotherapeuten, Heilpädagogen, Reittherapeuten und pädagogisch erfahrenen Handwerksmeistern geleitet werden. Diese Arbeitsgruppen waren bisher auf dem zentralen Gelände der Leppermühle und des Intensivbetreuungsbereichs Georgenhammer verstreut untergebracht.

Gemeinsamer Standort

Vom Frühjahr 2017 bis zum Sommer 2018 ist im Industriegebiet von Großen-Buseck ein neues Arbeitstrainingszentrum entstanden, wo Ergotherapie, Bürogruppe, Holzwerkstatt, Polytechnik, Montagegruppe und Gärtnerei einen gemeinsamen Standort gefunden haben.

Neben der für Betreute und Anleiter wesentlichen Verbesserung der räumlichen Arbeitsbedingungen erleichtert das Zentrum die Kooperation zwischen den Arbeitsgruppen und erlaubt die Durchführung gruppenübergreifender Projekte. Die Lage im Industriegebiet, etwas entfernt von der Leppermühle, verbunden mit einem Weg zur Arbeit und einer eigenen Kantine, verstärkt den Realitätscharakter des Arbeitstrainings. Aktuell ist die Gestaltung des Außengeländes ein großes Projekt für die Arbeitstrainingsgruppe der »Landschaftsgärtnerei«. Das erste gruppenübergreifende Projekt im Neubau, bei dem viele Äpfel vom Gelände der Leppermühle gepresst wurden, fand guten Anklang und ein Ertrag von weit über 100 Litern Saft der Lohn für die Mühe. Für die daran beteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen war der Einsatz an diesem Tag einmal mehr eine Erfahrung von Selbstwirksamkeit und gemeinsamem Erfolg. Ein kleiner Schritt auf dem manchmal weiten Weg in ein aktives Berufsleben.

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