21. Dezember 2017, 12:05 Uhr

Lichterwahn zu Weihnachten

21. Dezember 2017, 12:05 Uhr
Beleuchtete Weihnachtsdekorationen summerieren sich: Für die Beleuchtung im Advent muss ein Atomkraftwerk 20 Tage lang brennen. (Foto: dpa)

Nicht nur der Stern von Bethlehem leuchtet zu Weihnachten schön, sondern eine Vielzahl an Lampen und Lichterketten. Das sieht prima aus – ist aber nicht immer umweltfreundlich. Zahlen und Fakten rund um die Weihnachtsbeleuchtung.

17 Milliarden Lichter : Den Deutschen geht zu Weihnachten nicht nur ein Licht auf. Ihnen leuchten gleich mehrere Hundert – pro Kopf. Rund 17 Milliarden Lämpchen erhellen in Deutschland den Weg zu Krippe, Lebkuchen und Weihnachtsbaum, wie eine Umfrage im Auftrag des Energieunternehmens Lichtblick ergab. 71 Prozent der Deutschen verwenden demnach ausschließlich oder hauptsächlich LED-Lampen.

Tierisch hell: Die Wirkung des Lichts auf die Tierwelt sollte man nicht unterschätzen. Nachtaktive Tiere würden durch die Weihnachtsbeleuchtung im Dauerbetrieb gestört, warnt der BUND. Im schlimmsten Fall könnten Winterschlaf und Zug der Vögel verzögert werden. Zeitschaltuhren helfen, die Tiere zu schützen.

Produktion: Wie für viele elektrische Geräte werden auch bei der Produktion von LEDs die sogenannten seltenen Erden verwendet. Diese Metalle sind schwer zu fördern, viele Minen liegen in Konfliktgebieten wie dem Kongo. Die Namen dieser Metalle sind noch unbekannter als dritte Strophen von Weihnachtsliedern: Yttrium und Europium heißen zum Beispiel die seltenen Erden für Leuchtdioden. Eine LED braucht immerhin nur einen Bruchteil der Menge an seltenen Erden, die man für Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren benötigt. Aber: »LEDs gehören ohnehin nicht in den Hausmüll. Und die Frage der nachhaltigen Entsorgung von Elektroschrott ist auch nicht ausreichend geklärt«, sagt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). »Wichtig wäre, die Lichterketten gleich so zu bauen, dass man die Rohstoffe leicht trennen kann.«

Energieverbrauch: Auf den Weihnachtsmarkt in Stuttgart strömen nach eigenen Angaben jedes Jahr 3,5 bis 4 Millionen Menschen, um Glühwein zu schlürfen und Lebkuchen zu knabbern. Die Stände verbrauchen 7500 Kilowattstunden Strom – pro Tag. Damit könnte man zwei Einfamilienhäuser ein ganzes Jahr lang mit Elektrizität versorgen. In ganz Deutschland muss rechnerisch ein Atomkraftwerk 20 Tage lang laufen, um den Strom für die Weihnachtsbeleuchtung zu produzieren. Ist Weihnachten also ein Stromfresser? Ja – aber nicht mehr so sehr wie früher. Laut dem Energieunternehmen EON sinkt der Stromverbrauch in der Adventszeit seit Jahren kontinuierlich. Das liege vor allem an sparsameren Deko-Artikeln. Der BUND rechnet vor, dass man mit LED-Beleuchtung im besten Fall nur zehn Prozent des Stroms verbraucht, den alte Lichterketten fraßen. (dpa)

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