27. September 2017, 09:15 Uhr

Helden und Wechsler

27. September 2017, 09:15 Uhr
Ein Wechsler: Walter Palmer (hinten) spielte für Gießen und Frankfurt, vorne Mike Jackel. (Foto: dpa)

Derbys haben im Sport ihre eigenen Geschichten. Seit die Frankfurter Basketballer zur Saison 1999/2000 durch die Übernahme der Lizenz aus Rhöndorf aus dem Nichts in die Bundesliga emporstiegen, gibt es auch im hessischen Basketball ein solches Derby. Auf dieses blicken wir in unterschiedlichen Kategorien zurück.

Bedeutung: »Was zählt ist, dass die Niederlagenserie gerissen ist und wir es geschafft haben, für die Fans, die Stadt und den Verein das Derby zu gewinnen.« Dieser Satz des ehemaligen 46ers-Trainers Denis Wucherer nach dem Derbyheimsieg im November 2016 verdeutlicht, dass das Derby in Gießen eine höhere Bedeutung hat als in der mit Spitzensport reichlich gesegneten Mainmetropole. In Gießen fiebern Fans und Umfeld den Duellen gegen den ungeliebten, »traditionslosen« und neureichen Emporkömmling entgegen und messen den Duellen viel Bedeutung bei.

Bilanz: Es scheint jedoch so, als wäre diese Bedeutung der hessischen Festspiele zu viel Druck für die jeweilige 46ers-Formation, denn die sportliche Bilanz spricht eindeutig für die Skyliners. Der bereits erwähnte Derbyheimsieg im letzten Jahr war beispielsweise der erste Heimerfolg der Gießener seit dem 7. Dezember 2002. Und auch auswärts gelang der letzte Erfolg im Jahr 2012. In dieser Saison hat das Ensemble von Ingo Freyer in zwei Duellen die Chance, die Bilanz etwas aufzubessern.

Helden: Denkt man an Gießener Derbyheroes, kommt einem als Erstes Rouven Roessler in den Sinn. Der sympathische Badener warf sich am 7. April 2007 für immer in die Herzen der 46ers-Fans, als er mit der Schlusssirene einen Dreier zum umjubelten 62:60-Auswärtserfolg traf. Unvergessen, wie er im Anschluss mit erhobenem 46ers-Schal vor der bebenden rot-weißen Wand in der Ballsporthalle stand.

Unvergessenes Duell: Berauschend für die Gießener Fangemeinde war auch das Pokalviertelfinale in der Saison 2002/2003, als man sich mit einem 79:77-Coup (McKie einmal mehr überragend) am Main für das Top4 in Berlin qualifizierte.

Wechsler: Werden Wechsel zu einem engen Rivalen im Fußball kritisch gesehen, kochen im Basketball bei solchen Wechselspielen die Emotionen selten hoch. Einzig der Wechsel des ehemaligen Frankfurters Robert Maras zu den 46ers sorgte für Unmut in der Gießener Fanszene. Maras bildete in Gießen den Frontcourt zusammen mit Gerrit Terdenge, was beide auch schon gemeinsam in Frankfurt taten. Mit Konrad Wysocki schnürte in der Saison 2008/2009 auch ein gebürtiger Gießener die Schuhe für die Frankfurter, die mit Max Weber und Shawan Robinson zudem zwei weitere Spieler im Aufgebot hatten, die in beiden Trikots aufliefen. Walter Palmer und Niklas Lütcke trugen in der Saison 2000/2001 gemeinsam das Frankfurter Trikot, nachdem sie zuvor auch schon in Gießen aktiv waren. Tyron McCoy lief sogar für Lich, Gießen und Frankfurt auf. An der Seitenlinie war Stefan Koch nach seiner ersten Gießener Zeit für die Frankfurter tätig, ehe es ihn wieder zurück nach Mittelhessen zog.

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