27. September 2017, 09:14 Uhr

Als Gießener Nemo auf den Euroleague-Thron

27. September 2017, 09:14 Uhr
Ricky Hickman – von Gießen nach Tel Aviv und nun in Bamberg. (ima)

Für verwundertes Augenreiben und heruntergeklappte Kinnladen unter den Gießener Basketballfans sorgte reihenweise Ricky Hickman – jedoch nicht während seiner aktiven Zeit an der Lahn, die der Aufbauspieler in der Saison 2008/2009 verbrachte. Insgesamt lief er in 24 Spielen für die Mittelhessen auf, in denen er auf 6,9 Punkte im Schnitt kam. Überzeugend agierte »Nemo«, wie er in der Gießener Fanszene aufgrund seiner Ähnlichkeit zum damals angesagten Kino-Clownfisch genannt wurde, jedoch nur selten.

Der aus der Regionalliga in Göttingen gekommene Hickman leistete sich oftmals haarsträubende Fehler, hatte aber mit einem Monsterblock gegen Köln auch ein nachhaltiges Highlight, konnte den sportlichen Abstieg der 46ers jedoch auch nicht verhindern. Als sich Hickman anschließend nach Finnland verabschiedete, schien es als sicher zu gelten, dass sich in ein paar Jahren nur noch eingefleischte Kenner des Gießener Basketballs an den Playmaker erinnern würden. Doch die Karriere des US-Amerikaners nahm nun richtig Fahrt auf.

In Lathi mauserte er sich zum Topscorer, ehe er in Italien in der zweiten Liga bei Casale Monferrato anheuerte, die er als absoluter Führungsspieler und Liga-MVP zum Aufstieg führte. Hickman wechselte anschließend zum Erstligisten Scavolini Pesaro und spielte sich mit seiner neuen Mannschaft bis ins Halbfinale der italienischen Meisterschaft vor. Spätestens jetzt folgten erste verwunderte Nachfragen in Mittelhessen, ob das denn wirklich »unser Ricky Hickman« sei, der dort im Stiefelland für Furore sorgte. Doch die Verwunderung über die Wandlung des einst so verschlafen wirkenden »Nemo« zu einem Topspieler in Europa sollte noch größer werden, als Hickman mit Maccabi Tel Aviv bei einem der Vorzeigeklubs der Euroleague unterschrieb. Mit den Israelis erlebte er in seiner zweiten Spielzeit sein absolutes Karrierehighlight, denn er gewann mit Tel Aviv die Meisterschaft, den Pokal und als Krönung die Euroleague.

Der US-Amerikaner war ganz oben angekommen und hatte es von einem Sofa bei seinem Göttinger Kumpel Chris Oliver bis auf Europas Thron geschafft – und das nicht als Hinterbänkler, sondern als fester Bestandteil der Rotation, denn in der erfolgreichen Euroleague-Kampagne schrieb sich Hickman 12,2 Punkte und 2,7 Assists in den Arbeitsnachweis.

Nach Stationen bei Fenerbahce Istanbul und Armani Mailand kehrte Hickman nach seinem Triumphzug und insgesamt 124 Spielen in Europas Eliteliga nun mit 32 Jahren in die Bundesliga zurück und soll in den nächsten zwei Jahren die Geschicke des Serienmeisters aus Bamberg von der Königsposition aus lenken. Wenn er dann Anfang März 2018 in der Osthalle auflaufen wird, werden sich sicherlich viele Zuschauer in der Osthalle erneut fragen, wie eine solche wundersame Entwicklung möglich gewesen ist. Allerdings könnten sie sicherlich darauf verzichten, dass er ihnen dies mit einer Galavorstellung nachhaltig demonstriert.

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