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Basketball als Familiensache

Wenn einem 46ers-Spieler dieses Jahr Basketball in die Wiege gelegt wurde, dann Austin Hollins.
27. September 2017, 09:00 Uhr
Martin Vogel
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Austin Hollins ist der neue Chef auf dem Parkett in Gießen. Und auch da wo die Rathaus-Chefin sitzt, fühlt sich Hollins sichtlich wohl.. (Foto: mv)

Die Basketball-Gene hat Austin Hollins von seinem Vater: Lionel Hollins hat einen Meisterschaftsring aus der Saison 1976/1977, als er die Portland Trail Blazers als Pointguard zum NBA-Titel führte, eine Teilnahme am Allstar-Game und zwei Nominierungen für das All-Defense-Team vorzuweisen, arbeitete als Co-Trainer für die NBA-Teams in Phoenix, Vancouver und Milwaukee, war Cheftrainer bei den Memphis Grizzlies und Brooklyn Nets.

Auch der jüngere Hollins hat bereits Auszeichnungen erhalten: In seinem letzten Jahr für die University of Minnesota führte er sein Team zum Sieg im National Invitational Tournament, dem zweiten bedeutenden Turnier im College-Basketball neben der NCAA-Meisterschaft. Hollins wird zum wertvollsten Spieler des NIT gewählt, doch um seinem Vater in die beste Liga der Welt nachzufolgen, reicht es nicht: Er geht nach Frankreich, spielt zwei Jahre lang beim Zweitligisten Denain.

Im letzten Sommer dann der Wechsel nach Finnland: für Kauhajoki markiert er mehr als 17 Punkte pro Spiel, schießt das Team ins Halbfinale und verpasst da denkbar knapp den Einzug ins Finale. Er wird zum sechstbesten Scorer der Liga, zum besten Flügelspieler und ins First Team der Korisliiga gewählt.

Mit dieser Offensivleistung macht er auch Ingo Freyer auf sich aufmerksam. Und der sieht in den ersten Spielen in Deutschland einen Spieler, der in Gießen Verantwortung übernehmen kann: Hollins ist einer der Fixpunkte in der 46ers-Offense, markiert in der Vorbereitung 18,3 Punkte und geht in schwierigen Phasen voran.

Nun muss der US-Amerikaner zeigen, dass er auch gegen BBL-Verteidigungen im Saison-Modus bestehen kann. Doch mit seinem starken Distanzwurf und seinem Zug zum Korb wird der 25-Jährige seine Gegenspieler wohl das eine oder andere Mal vor die Frage stellen, welche Option sie dem schlaksigen Flügelspieler wegnehmen und welche sie ihm belassen wollen.

Sicher ist: Die Gießener Offensivleistung in dieser Saison hängt zu einem großen Teil von der Performance Hollins’ ab. Doch die 46ers-Fans können beruhigt in die Zukunft schauen: Schließlich wurde Austin Hollins Basketball in die Wiege gelegt.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/sonderseiten/art496,321219

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