14. März 2017, 21:01 Uhr

Was im Training so getrieben wird

14. März 2017, 21:01 Uhr
Siggi wähnt sich noch als Sieger, seine Schwester Kathrin und Alma Marx wissen aber schon viel mehr. (Foto: lh)

Liebhaber von Volkstheatern, die sich bereits Karten für eine der drei noch folgenden Aufführungen der »Rosbacher Rambelichter« gesichert haben, dürfen sich auf einen vergnüglichen Abend freuen. »Lügen schlagen rechte Haken« lautet die Geschichte um »Siggi, den Sieger« (Horst Griedelbach), die am Wochenende in der Adolf-Reichwein-Halle Premiere feierte.

Mit diesem wieder einmal kurzweiligen Dreiakter führten die sieben Mimen ihr Publikum in die Welt des Boxsports – auch wenn Zahnbürstenfabrikant Sigismund Meyer, sein Enkel Michael Hummel (Georg Tiedecken) und Siggis Freund Theodor Marx (Detlef Durchdewald) in Sachen Boxen nicht ganz so gut beheimatet waren, wie sie behaupteten. Was sie nämlich an den »Trainingsabenden« so alles trieben, daran kann Mann zwar durchaus Freude finden – rein sportlich gesehen dürfte das allerdings zu einer ganz anderen Disziplin gehören.

Das konnte der Damengesellschaft, bestehend aus Siggis resoluter Schwester Kathrin Hummel, Theodors Gattin Alma (Gisela Lenz) sowie Fräulein Engelbrecht (Jutta Köbel-Käding), die sich in der Zahnbürstenfabrik als klatschsüchtige Kratzbürste energisch Gehör verschafft, natürlich nicht auf Dauer verborgen bleiben.

Unter der Regie von Knut Michler und mit viel eigenen Ideen sparten die Akteure nicht an Ironie und Fantasie. Und als Muttersöhnchen Michael auch noch zugab, hinter dem Rücken seiner gestrengen Frau Mama ein Verhältnis mit der feschen Claudia (Julia Weiss) zu haben, war das vergnügliche Possenspiel perfekt. »Aufführungen wie diese sind nur möglich, weil unser Publikum uns Jahr für Jahr die Treue hält«, rief Moderator Stephan Schmidthals den Zuschauern entgegen. Die ließen sich mitnehmen auf eine quirlige, mit Überraschungen gespickte Reise von der blauen Lagune bis zur Sporthalle Eisenkrain. Mit Erleichterung nahm man im Publikum übrigens das Dementi eines Darstellers auf, der der Behauptung, die Eisenkrain-Sporthalle stünde überhaupt nicht mehr, klar widersprach. Auch, dass man für eine Flasche Rosbacher Mineralwasser mehr zahlen müsste als für einen hochprozentigen Obstler, gehörte in das Reich der Fantasie. Die einen bedauerten es, die anderen begrüßten es. Darüber lachen konnten beide Seiten. Die mit viel Spaß gespielten Charaktere entlockten den Zuschauern immer wieder einen Applaus, und Horst Griedelbach in der Hauptrolle durfte sich sicher sein, den richtigen Nerv getroffen zu haben.

Am Wochenende folgen weitere Vorstellungen im Rodheimer Bürgerhaus (Sa. 20 Uhr, So. 18 Uhr), außerdem ein Gastspiel am 1. April in der Römerhalle Ober-Wöllstadt.

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