10. April 2020, 20:29 Uhr

So ruhig war Ostern lange nicht mehr

10. April 2020, 20:29 Uhr
Habe ich das nicht gut gemacht? Frohe Ostern wünscht mit diesem Mümmelmann die Belegschaft der Alsfelder Allgemeinen Zeitung. FOTO: KS

In Feldatal und in den vielen anderen Orten im Vogelsberg und der Republik wird es in diesem Jahr an Ostern deutlich besinnlicher zugehen als in den Vorjahren. Ein ruhigeres Osterfest wie in diesem Jahr hat es dann in der Geschichte der Vogelsberggemeinde seit langer Zeit nicht mehr gegeben. Viele Traditionen in der Zeit vor und nach Ostern fallen den aktuellen Ereignissen zum Opfer. Es wird kein »Eier-essen« am Gründonnerstag beim Posaunenchor geben. Die Gottesdienste am Karfreitag und an den Osterfeiertagen fallen aus, ebenso wie das seit vielen Jahren traditionelle Osterfeuer am Grillplatz in Windhausen und die Feierlichkeiten der »Osternacht« von Samstag auf Sonntag.

Neben diesen kirchlichen Angeboten werden auch die Tage und Veranstaltungen rund um den »Fealler Ostermarkt« den Bürgern und den Besuchern von nah und fern irgendwie fehlen. Auch die Einladung der Kinder zum »Ostereiersuchen« in der Anlage der Geflügelzüchter fällt der derzeitigen Lage zum Opfer.

Aber eines wird sicherlich auch in diesem Jahr nicht fehlen. Es wird sich in den Familien, besonders denen mit kleinen Kindern, vieles um den Osterhasen und die Ostereier drehen. Der Hase, der die Eier und mittlerweile auch Geschenke bringt. Warum bringt ein Hase Eier, noch dazu in bunten Farben? Diese Fragen stellt man sich spätestens, sobald einen die Kleinen danach fragen.

Ostern wurde bereits lange vor den heutigen kirchlichen Feiertagen gefeiert. Der Ursprung der beiden Symbole - der Hase und das Ei - liegt aber schon länger zurück und ist in heidnischen Bräuchen begründet. Bereits vor der Christianisierung wurde bereits deutlich früher immer im Frühjahr gefeiert. Dies war immer am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond - das ist dieses Jahr der 12. April.

Zu den Osterbräuchen zählt der Hase, der die Eier versteckt. Zum Ursprung des Osterhasen gibt es die unterschiedlichen Theorien. Zum Beispiel, sagt man, dass der Hase das Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin »Ostara« war. Zu deren Ehren wurde angeblich ein Fest gefeiert und die Göttin besiegt im Frühjahr den Winter. Die Natur erwacht und die Tierwelt steht ganz im Zeichen der Fortpflanzung. Schon lange vor dem Christentum wurde zu dieser Jahreszeit ein Fest gefeiert, um den Frühling zu begrüßen und den Winter auszutreiben.

Praktischer Grund für den Kult ums Ei

Aber wieso wurde der »Osterhase« zum Symbol? Der Hase ist wegen seiner fleißigen Fortpflanzung naheliegend. Und spätestens mit dem Einzug von Schokoladenosterhasen und den Abbildungen auf Postkarten und in vielen Kinderbüchern setzte sich der Hase als »süßester« Symbolträger durch. Zu den Osterbräuchen zählen neben dem Osterhasen auch die Ostereier und das Osterfeuer. Das Osterfeuer soll den Winter und die bösen Geister vertreiben. Auch soll es für ertragreiche Ernten sorgen. Laut der kirchlichen Tradition symbolisieren die Osterfeuer die Wiederauferstehung Christi. Am Osterfeuer werden die Osterkerzen angezündet und danach in die Kirchen getragen.

Eier galten bereits in Babylonien, im alten Ägypten oder Persien als ein Zeichen für neues Leben und Fruchtbarkeit. Diese zu bemalen und zu verzieren ist ein Brauch, der weltweit seit Jahrtausenden besteht. In Deutschland wurden gefärbte Eier erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Die Vielzahl an Farbtechniken und Verzierungen, die für die jeweilige Region typisch sind, sind beeindruckend.

Für den Kult um das Ei gibt es auch eine praktische Begründung, warum wir bis heute zu Ostern vermehrt hart gekochte Eier verspeisen. Eier waren in der Fastenzeit verboten - durch das Kochen wurden sie haltbar gemacht und konnten nach der Beendigung der Fastenzeit gegessen werden. Aber warum hat man die Eier versteckt? Die bunten Eier zu verschenken, war als heidnischer Brauch angeblich im Zuge der Christianisierung verboten. So versteckten die Menschen die Eier, die sie ihren Angehörigen und besonders den Kindern schenkten.

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