22. Januar 2021, 22:23 Uhr

Immunisierung Corona in Altenpflegeeinrichtungen

Impfszenen auf allen Kanälen

22. Januar 2021, 22:23 Uhr
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Aus der Redaktion
SCHERENSCHNITT - Die Burg Gleiberg wirkt im Licht der untergehenden Sonne wie ein Scherenschnitt. Aufgenommen hat das Foto unsere Leserin Andrea Mey. FOTO: ANDREA MEY

Zum Start der Impfkampagne gegen Covid-19:

Seit Monaten berichtet das Fernsehen täglich über die Verbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Bevölkerung.

Gleichzeitig zeigt das Fernsehen ebenfalls täglich Szenen, wo eine medizinische Fachkraft einer impfwilligen Person die spitze Nadel einer Spritze in den Oberarm sticht, die Flüssigkeit aus der Spritze in den Oberarm entleert und die Person somit impft. Dieser Vorgang wiederholt sich x-mal an einem Tag und das auf allen Kanälen und Sendern.

Beiträge aus dem europäischen Ausland, die im Nachrichtenblock gebracht werden, zeigen diese Impfszenen ebenfalls mehrfach. Das ist in dieser Häufigkeit unnötig und einfallslos. Mancher Fernsehzuschauer kann so etwas nicht gut sehen und schaut weg - aber wenn man schon den Fernseher an hat, will man nicht permanent wegschauen.

Vielleicht fällt den verantwortlichen Fernsehleuten die Häufigkeit dieser Impfszenen einmal selbst auf und sie reduzieren diese. Man kann nur hoffen, denn sonst steht uns noch was bevor. Die Corona-Pandemie soll voraussichtlich noch einige Monate andauern.

Helmut Kraus, Fernwald

Zum Artikel »Die Beschuldigungen sind unerträglich« (GAZ vom 16. Januar):

Mit diesem Leserbrief möchte ich ein bisschen Wasser auf die Mühlen von Herrn Dapper gießen. Schon vor der CoronaPandemie war das (eher schlecht bezahlte) Personal in den Pflegeheimen nicht üppig bemessen. Seit der Pandemie kamen zusätzliche Aufgaben hinzu: noch mehr Hygiene, Tests usw., gleichzeitig weniger Besucher, die Angehörige auch mal füttern und gegen die Einsamkeit da sind. Das Personal in den Pflegeheimen soll nicht nur die Mehrarbeit ausgleichen und aushalten, sondern auch noch die mit der Pandemie entstandene Not von Bewohnern und gegebenenfalls deren Angehörigen. Das ist nicht menschenmöglich!

Wie viel Energie den Mitarbeitern da wohl am Ende des Tages für ihr Privatleben bleibt?

Alte Menschen sind keine Roboter, die mit Knopfdruck zu handhaben sind.

Pflegeheime sind keine Industrie

Sie sind gegebenenfalls langsam, körperlich und/oder kognitiv nicht mehr so fix... Sonst würden sie zu Hause leben. Und sie können sich auch nur wenig damit trösten, nach der Pandemie werde alles wieder besser oder sogar gut. Sie verlieren inzwischen zu viel Substanz. Die Möglichkeiten der Pflegeheime und die Erwartungen an sie sind Pole, die sich beim besten Willen mit den gegebenen Mitteln nur sehr begrenzt in Einklang bringen lassen. Der Wert von »sozial« lässt sich nicht zuletzt auch am monetären Einsatz ablesen. Pflegeheime sind eben keine Autoindustrie und keine Fluggesellschaft.

Karola Arzt, Gießen



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