01. Dezember 2010, 19:56 Uhr

Bertha-von-Suttner-Schüler auf »Gruseltour« durch Windecken

Nidderau. Dunkelheit und dichtes Schneetreiben, lodernde Fackeln und geheimnisvolle Geschichten in alten Gemäuern - stimmiger hätte die Kulisse des Leseabenteuers kaum ausfallen können, das die Sechstklässler der Bertha-von-Suttner-Schule bei einem abendlichen Ausflug in die Altstadt von Windecken erlebten.
01. Dezember 2010, 19:56 Uhr
Alexander Scheid alias Graf Dracula liest den Bertha-von-Suttner-Schülern vor. (Foto: pv)

Nidderau. Dunkelheit und dichtes Schneetreiben, lodernde Fackeln und geheimnisvolle Geschichten in alten Gemäuern - stimmiger hätte die Kulisse des Leseabenteuers kaum ausfallen können, das die Sechstklässler der Bertha-von-Suttner-Schule bei einem abendlichen Ausflug in die Altstadt von Windecken erlebten. Auf ihrem Weg, das Gruseln zu lernen, ließen sie sich zunächst von Heinrich Quillmann im Heimatmuseum einstimmen, der ihnen die alte Volkssage von der geheimnisvollen Marköbeler Leuchte vorlas. Ob es sich bei dem seltsamen Irrlicht, das vor vielen hundert Jahren in den Dörfern entlang der Hohen Straße die Menschen in Angst und Schrecken versetzte, um Gespensterspuk handelte oder nicht, blieb auch an diesem Abend ungeklärt. Immerhin erfuhren die Kinder, dass manche Pilze oder auch vermoderndes Holz, in früheren Zeiten in den sumpfigen Niederungen um Nidderau reichlich vorhanden, in der Dunkelheit gespenstisch zu leuchten vermögen.

Um alten Volksglauben ging es auch in der nächsten Station, der Windecker Stadtbibliothek: Hier weihte Helmut Brück die Mädchen und Jungen in die Geheimnisse der vor zweitausend Jahren in Pompeji gefundenen und wahrscheinlich noch älteren Sator-Formel ein, eines Buchstabenrätsels mit möglicherweise magischen Eigenschaften. In der richtigen Weise angewandt, sollen die lateinischen Zauberworte Krankheiten ebenso abwehren wie Feuersbrünste und überhaupt allerlei Unheil, mit dem sich die Menschheit in den vergangenen Jahrhunderten abzuplagen hatte.

Mit diesem Wissen gut gerüstet, zogen die Kinder zum Schlosskeller, wo schon die blutrünstige Gräfin auf sie wartete. Auf rotsamtenem Sofa, nur von flackerndem Kerzenschein erhellt und umrahmt von seinen verblichenen Vorfahren, empfing Alexander Scheid alias Graf Dracula die Schülerinnen und Schüler, um ihnen aus den Erinnerungen seiner Tante, die sich an frischem Jungfrauenblut zu laben pflegte, vorzulesen. Ob der Vampirjäger, der das grausige Geschehen heimlich beobachtete, mit dem Leben davonkommt, muss jeder selber nachlesen - wenn er sich denn traut.

Zurück in ihren Klassenräumen, beendeten die Mädchen und Jungen den Abend mit ihren eigenen Geschichten; bei Waffeln oder Pizza lasen sie ihre Textproduktionen vor und stellten unter Beweis, dass sie das Gruselhandwerk durchaus schon beherrschen.

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