01. August 2010, 18:42 Uhr

Europas größtes begehbares Darm-Modell kommt nach Windecken

Nidderau (cf). »Ich habe sehr viel Elend in meinem Berufsleben gesehen. Viele Dinge hätte man verhindern können, wenn man zur Vorsorge gegangen wäre. Es gibt viele Bevölkerungsgruppen, die ein Risiko mit sich tragen. Vorsorge rettet Leben«, sagt Dr. Thomas Engelhardt.
01. August 2010, 18:42 Uhr
Erste Stadträtin Monika Sperzel (l.) und Dr. Thomas Engelhardt holen Europas größtes begehbares Darm-Modell nach Windecken. (Foto: Fauerbach)

Nidderau (cf). »Ich habe sehr viel Elend in meinem Berufsleben gesehen. Viele Dinge hätte man verhindern können, wenn man zur Vorsorge gegangen wäre. Es gibt viele Bevölkerungsgruppen, die ein Risiko mit sich tragen. Vorsorge rettet Leben«, sagt Dr. Thomas Engelhardt. Der Facharzt für Chirurgie, medizinische Informatik und Begutachtung, weiß aus Erfahrung, dass viele Appelle in der Bevölkerung ungehört verhallen. Deshalb beschreitet er zusammen mit der Windeckerin Marita Roth, unterstützt durch die Stadt Nidderau, neue Wege. Er holt mit »Faszination Darm« Europas größtes begehbares Darm-Modell in den Nidderwiesenweg 15 nach Windecken.

Rund zehn Minuten lang dauert der Spaziergang durch das Modell. Den Spaziergängern wird im begehbaren Plastikorgan auf spielerische Art Interessantes und fundiertes Wissen zu ihrem »Hochleistungsorgan«, Darmkrebsvorsorge und Früherkennung vermittelt. Das Modell ist 20 Meter lang, 2,80 Meter hoch, 3,50 Meter breit und wiegt 800 Kilogramm und wird bei gutem Wetter im Garten des Elternhauses von Marita Roth aufgebaut. Gegenüber in der 300 Quadratmeter großen Halle der ehemaligen Kunststoffspritzgießerei finden Fachvorträge von vier Professoren des Klinikums Frankfurt-Höchst statt.

Zum Programm gehören Auftritte der Komödianten Frieder Arndt und Christa Wagner sowie einer die Clown-Doktorin. Gratis-Tests und Beratung oder eine Tombola zugunsten der Felix-Burda-Stiftung

Schritt für Schritt

Durch das Darm-Modell werden die Besucher im Inneren mithilfe von Beschriftungstafeln geführt. Die Texte erläutern Schritt für Schritt die Chancen der Darmkrebsvorsorge und Früherkennung. Zusätzlich werden auch die Entwicklungsstadien der Vorstufen von Darmkrebs und entzündlichen Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa gezeigt. Tipps über die rechtzeitige und richtige Vorsorge gibt es ebenfalls. »Die Ausstellung belehrt nicht. Sie macht keine Angst, sondern es befriedigt Neugierde und weckt Interesse an unserem zu Unrecht zu wenig beachteten Körperteil«, sagt Engelhardt.

Wie wichtig Aufklärung und Vorsorge sind, zeigt ein Blick auf die Statistik. Darmtumore sind die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Unbehandelt führt die Erkrankung meist innerhalb von zwölf Monaten zum Tod. Auch mit einer Therapie überlebt nur wenig mehr als die Hälfte der Betroffenen. Dabei lässt sich Darmkrebs oft rechtzeitig durch Vorsorge-Untersuchungen erkennen und die Betroffenen haben dann gute Heilungschancen, sagt der Mediziner. Ein früh erkannter Tumor könne oft noch komplett entfernt und der Betroffene geheilt werden, meint er weiter.

Gute Gründe, um in aller Ruhe durch den fleischfarbenen Kunststoffwurm, der ähnlich einer Hüpfburg aufgeblasen wird, beleuchtet und barrierefrei ist, zu spazieren. »Das Problem bei Darmkrebs ist, dass die Krankheit lange Zeit keinerlei Beschwerden verursacht. Vor allem die Krebsvorstufen bleiben von den Betroffenen meist unbemerkt«, berichtet Engelhardt.

Informationen gibt es im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.faszination-darm.de" text="www.faszination-darm.de" class="more"%>. Das Modell zu »Faszination Darm«, steht am Samstag, 21. August, von 10 bis 18 Uhr im Nidderwiesenweg 15 in Windecken. Der Eintritt ist frei. Parkplätze werden rund um den Sportplatz ausgewiesen sein.

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