22. April 2008, 18:30 Uhr

Etliche Kleinverlage schon auf der Warteliste

Nidderau (aho). Zum neunten Mal gab die Main-Kinzig-Buchmesse vorrangig lokalen Autoren und Verlagen Gelegenheit, sich in Nidderau einem breiteren Publikum – geschätzte 1000 Interessierte kamen – vorzustellen. Auch auch kleine Verlage aus Frankfurt, Köln, Bad Orb und Bad Vilbel war vertreten. In der Windecker Willi-Salzmann-Halle zeigten 40 Kleinverlage, was sie zu bieten hatten und suchten den direkten Draht zu den Lesern. Hinzu kamen aber auch Stände rund um Schreiben, Kalligraphie und Heraldik.
22. April 2008, 18:30 Uhr
Sie gewinnen im Rahmen der Buchmesse Preise im Vorlesewettbewerb (v.l.): Kyra Schiffmann (erster), Niw Seyedi Moghadam (zweiter) und Alexander Klöß (dritter Preis).

»Wir haben mittlerweile echte Platzprobleme«, lächelte Julia Hunecke, die städtische Angestellte und Organisatorin der Buchmesse. Aber es schien nicht, als bedrückten sie diese Probleme wirklich. Die Buchmesse spreche sich gerade bei den kleinen Verlagen von Mund zu Mund herum, sodass manche, die gern einen Stand gehabt hätten, auf die Warteliste geschoben werden mussten.

Zu den glücklichen Ausstellern gehörten beispielsweise das »Zentrum für Regionalgeschichte« und
- daran angegliedert - das Archiv »Frauenleben im Main-Kinzig- Kreis«. »Wir arbeiten auf, was Frauen über die ganzen Jahrhunderte im Kreis wirtschaftlich und kulturell beigetragen haben«, erklärte Rotraud Schäfer den Zweck des Archivs, das Ende des Jahres seine zehnte Publikation über Arbeiterinnen im Kreis vorstellen möchte.

Am Freitag, dem Eröffnungstag der Messe, fand im Windecker Heimatmuseum unter dem Motto »So esse die Hesse« eine vom Nidderauer Manuela-Naumann-Verlag, der Stadt und den »Heimatfreunden Windecken« veranstaltete Lesung mit gleichzeitiger Verkostung statt. Die Mundart-Autoren waren Karl-Heinz Stier und Claus Viering.

In zwei Leseräumen, die sich in der Willi-Salzmann-Halle befanden, stellten 24 Autorinnen und Autoren ihre neuesten Werke vor. Dadaistische Texte, Gedichte vom Flirten, Lyrik und Historisches waren dabei vertreten. Im »Blauhaus«, dem städtischen Jugendhaus gegenüber der Willi-Salzmann-Halle, fand am Sonntag im Rahmen der Messe ein »Rhein-Main-Kriminnachmittag« statt. Berndt Schulz stellte dabei seinen inzwischen vierten Kriminalroman »Frühjahrserwachen« vor. Darin thematisiere er weniger die Polizeiarbeit als vielmehr die Stimmung um Gelnhausen-Meerholz und den Raum Hanau-Fulda herum, zu Zeiten eines Frauenmörders. In drei Kapiteln, musikalisch unterbrochen vom klassischen Gitarristen Holger Lützen, entwickelte sich so eine Geschichte mitten im erweiteren Europa. Denn dass Gelnhausen-Meerholz nach der EU-Erweiterung der Mittelpunkt dieses Staatenbundes sei, habe ihn zu der Geschichte inspiriert, so Schulz.

Der Wächtersbacher evangelische Pfarrer und Notfallseelsorger Matthias Fischer wiederum ließ in »Tödliche Verwandlung« seine Kollegin – ebenfalls Pfarrerin und Notfallseelsorgerin – in einer spannenden Kriminalgeschichte im kleinstädtischen Millieu ermitteln.

Traditionell wurden die Siegerin und die Sieger des Nidderauer Vorlesewettbewerbs auf der Buchmesse mit Urkunden und keinen Buchgutscheinen geehrt. An dem Wettbewerb hatten zwölf Kinder aus den vier Grundschulen in der Stadt teilgenommen. Nach dem Finale, an dem die jeweils drei besten Vorleser ihrer Schule teilnahmen, erhielt Kyra Schiffmann den ersten Preis mit einem Büchergutschein von
50 Euro vor Niw Seyedi Moghadam und Alexander Klöß, die von Bürgermeister Gerhard Schultheiß und von der neuen Leiterin der Stadtbücherei, Nicole Strohrmann, einen Gutschein über 20 und 15 Euro überreicht bekamen.

Alle drei Preise gingen diesmal an die Kurt-Schumacher-Schule. Ein wenig Stolz konnte man bei der Büchereileiterin schon heraushören: »Diese Kinder sind bei uns Stammkunden.«

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