09. März 2016, 18:23 Uhr

Wähler bestätigen rot-grünes Bündnis

Nidderau (jwn). Keine politischen Verschiebungen und erst recht keinen politischen Wechsel der Mehrheiten im Stadtparlament trotz der Gewinne von CDU und FWG hat die Kommunalwahl am Sonntag ergeben. Somit kann die SPD ihr bisheriges Bündnis mit den Grünen fortsetzen.
09. März 2016, 18:23 Uhr

Der Wille scheint auch dazu da zu sein, denn die aus beruflichen Gründen ausscheidende SPD-Fraktionsvorsitzende Daniela Leß verkündete nach Bekanntwerden des vorläufigen Endergebnisses, dass die Empfehlungen seitens der SPD-Führung auf Fortsetzung der rot-grünen Koalition lauten. Der deutliche Vorsprung von acht Prozentpunkten gegenüber der CDU auf nunmehr 41,0 Prozent habe gezeigt, dass der Wähler die Arbeit der SPD als durchaus erfolgreich bewertet habe.

Ähnlich positiv sieht dies der bisherige Sprecher der Grünen, Karl-Heinz Herr. Sie werden zwar im zukünftigen Stadtparlament nur noch mit fünf Sitzen vertreten seien, verlieren also zwei. Doch sei klar gewesen, dass das letzte Kommunalwahlergebnis aus dem Jahr 2011 mit dem damaligen Fukushima-Effekt nicht zu halten war. Spitzenkandidatin Tanja Seelbach, die über das Kumulieren und Panaschieren von ihrer Parteifreundin Silke Vogel an Stimmen bei der Wahl dann jedoch deutlich übertroffen wurde, bedauert, dass die Erfolge der Grünen mit der Einrichtung des Bestattungswaldes und dem Tempolimit auf der Umgehungsstraße nicht genügend honoriert worden seien. Trotzdem gebe es Grund zur Freude, denn im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2006 hätten sich die Grünen in Nidderau um 3,5 Prozent auf nunmehr 12,9 Prozent verbessern können.

Auch wenn zu den Gewinnern neben der SPD mit 0,6 Prozent die CDU mit 3,7 Prozent auf 33 Prozent Stimmenanteil und die FWG mit 3,6 Prozent auf 13,1 Prozent der Gesamtstimmen zählen, so sind die beiden Letzteren, die schon in der vergangenen Wahlperiode die Opposition bildeten, nicht ganz zufrieden mit dem Wahlergebnis vom Sonntag. Beide Parteien wollten den Wechsel im Stadtparlament.

Deshalb auch lange Gesichter bei der CDU, denn sie wollte sogar stärkste Kraft in dem politischen Gremium werden, um so die Weichen innerhalb der Stadt neu stellen zu können. Doch dafür reichte es nicht. Offensichtlich waren ihre Argumente mit dem Sprung über die B 521 im Ortsteil Eichen oder der Standortfrage für ein neues Feuerwehrhaus ebenfalls in Eichen zu stadtteilbezogen und damit für die Mehrheit der Bevölkerung nicht ausschlaggebend genug für einen Stimmungswechsel.

Trotzdem gibt sich deren Spitzenkandidat Andreas Frenzel, der vor zwei Jahren bei der Bürgermeisterwahl ebenfalls eine Niederlage erleiden musste, zuversichtlich. Immerhin habe die CDU im Ortsteil Erbstadt die Mehrheit erringen können und darauf könne man aufbauen. Dass die CDU als möglicher Koalitionspartner der SPD für die neue Wahlperiode infrage käme, damit rechnet jetzt allerdings auch Frenzel nicht mehr. Eine Mini-Chance dazu habe es vielleicht Ende vergangenen Jahres gegeben. Doch dann seien die Messer im Wahlkampf zu scharf gegeneinander gewetzt worden, sodass es nun viel wahrscheinlicher ist, dass Rot-Grün auch in der kommenden Wahlperiode wieder zusammenarbeiten werden. Die SPD will darüber heute Abend beraten.

Auch nicht ganz zufrieden trotz ihres deutlichen Stimmenzugewinns auf nunmehr 13,1 Prozent und damit drittstärkste Fraktion im Stadtparlament nun auch vor den Grünen zeigen sich die Freien Wähler. Auch wenn sie den momentanen Protestfaktor vieler Wähler wegen der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung nicht für sich gelten lassen wollen – in Nidderau ist weder die AfD noch die FDP zur Wahl angetreten –, sondern den Erfolg ihrer Arbeit der vergangenen Jahre zuschreiben, so wird ein Teil des Stimmenzugewinns wohl doch der allgemeinen Stimmung zuzurechnen seien.



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