04. November 2010, 20:58 Uhr

Festliche Hubertusmesse zugunsten von »Hessen helfen Haiti«

Wetzlar (wv). Über 600 Besucher aus ganz Mittelhessen kamen am Gedenktag des »Jägerpatrons« am 3. November (Mi.) in den mit frischem Grün geschmückten Dom, um eine »Hubertusmesse« alten Stils zu feiern, eine reine Instrumentalmesse für Jagdhörner. Zu dem Dankgottesdienst hatte der Verein »Wir Hessen helfen Haiti« eingeladen.
04. November 2010, 20:58 Uhr
Das »Parforcehorncorps Hoher Vogelsberg« (Foto: wv)

Seit dem Mittelalter ist es bei den Jägern ein guter Brauch, am Namenstag ihres Schutzpatrons den heiligen Hubertus in einem Gottesdienst zu verehren. So auch bei der Feier im Dom, wo die Jagdhörner zum Lobe Gottes eingesetzt wurden. Die Liturgie des Gottesdienstes wurde vom katholischen Domkaplan Markus Bendel gehalten. Zuvor hatte OB Dette die Besucher begrüßt und den Akteuren der Hilfsorganisation für ihr beispielhaftes Engagement in Haiti gedankt. Danach erklangen von der Orgelempore die traditionellen Jagdsignale zur Einladung, Begrüßung und zum Ende der Feier, intoniert von den Jagdhornbläsern im »Jagdverein Kreis Wetzlar« (Ltg. Otto Biedenkopf).

Für jeden gut sichtbar, hatten die 20 Bläser des »Parforcehorncorps Hoher Vogelsberg« (Leitung Paul Momberger) im Altarraum Aufstellung genommen und mit der klanggewaltigen und dennoch feierlichen Präsentation der bekannten »Hubertusmesse« den musikalischen Rahmen gestaltet. Das sakrale Werk aus dem 17. Jahrhundert entspricht in seinen Segmenten weitgehend dem Verlauf der Liturgie eines katholischen Gottesdienstes.

Langsam, ja majestätisch, wie das Anläuten schwerer Glocken, erschallten die Hörner zum Eingang. Nach dem eher reumütigen Klang der Instrumente beim »Kyrie«, dem »Herr, erbarme dich unser«, leitete die Musik in einen freudigen und klangschönen Lobpreis über, der mit dem Thema »Ehre sei Gott in der Höhe« überschrieben war. Zu einem musikalischen Höhepunkt entwickelten sich das »Sanctus« und die »Hymne an Sankt Hubertus«. Eingeleitet von einem anbetenden Pianissimo der hohen Hornstimmen, kam es zu einem lebhaften Wechselspiel zwischen sakraler und jagdlicher Musik, die mit einer feierlichen Hymne des Lobes und Dankes schloss.

Mächtig füllten die eigenartig berührenden Klangkaskaden das riesige Kirchenschiff. So manchem Besucher mag hier ein Schauer über den Rücken gerieselt sein.

Nach dem Gottesdienst dankte Reinhard Schneider, der Vorsitzende des Vereins »Wir Hessen helfen Haiti«, allen Mitwirkenden dieser eindrucksvollen Feier. Er machte aber auch auf die große Not in Haiti aufmerksam: »Nach dem schweren Erdbeben ist jetzt eine Cholera-Epidemie ausgebrochen.«

Nun wolle man die dringend benötigten Brunnen finanzieren, damit die Menschen wieder sauberes Wasser haben. »Wir versichern Ihnen, dass Ihr Geld zu 100 Prozent vor Ort ankommt«, so Schneider, der darauf aufmerksam machte, dass in allen Volksbanken und Sparkassen der Region Spenden angenommen werden. (Foto: wv)



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