21. Dezember 2009, 16:56 Uhr

Stimmungsvoller Festtagszauber

Wetzlar (wv). Für über zwei Stunden war die Stadthalle am Sonntag eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit. Den mehr als 1100 Besuchern präsentierte sich ein »Festtagszauber« besonderer Art. Mit von der Partie waren unter anderem der Tenor Johannes Kalpers, die Limburger Domsingknaben, das Instrumentalensemble »Johannes Kalpers« und als Sprecher Michael Seeboth.
21. Dezember 2009, 16:56 Uhr
Mit ihren glockenreinen Stimmen begeisterten die 48 Limburger Domsingknaben das Publikum in der Stadthalle. Vorne links Johannes Kalpers, daneben sein Vokalensemble. (Foto: wv)

Wetzlar (wv). Für über zwei Stunden war die Stadthalle am Sonntag eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit. Dabei hat die Weihnachtsgala nicht nur auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen wollen. Den Akteuren ist es auch gelungen, die biblische Handlung der Geburt Jesu Christi mit stimmungsvoller Musik und hinführenden Texten und Geschichten zu verschmelzen und diese den über 1100 Besuchern nahe zu bringen. Ihnen präsentierte sich ein »Festtagszauber« mit Johannes Kalpers. Mit von der Partie waren die Limburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkantor Klaus Knubben, das Instrumentalensemble »Johannes Kalpers« und als Sprecher Michael Seeboth.

Einen großen Anteil am Gelingen des Abends hatte auch Seriendarsteller Michael Seeboth, der mit angenehm warmer Stimme und sehr lebendig nicht nur die Weihnachtsbotschaft erzählte, wie sie der Evangelist Lukas niedergeschrieben hatte, sondern auch die unterschiedlichsten Texte bis zur Weihnachtsmaus von James Krüss rezitierte. Das Programm war thematisch unterteilt und reichte von der »Adventzeit« bis zur »Weihnachtsgeschichte« - eine Verschmelzung von Wort und Musik, die keine Zwischenräume zuließ.

»Macht hoch die Tür die Tor macht weit« und »Wachet auf ruft uns die Stimme«: Auf der abgedunkelten Bühne verkündeten die stimmlich brillanten Domsingknaben mit feierlichem Gesang die Ankunft des Retters. Mit Johannes Kalpers betrat ein Künstler die Bühne, der mit seinem wunderschönen klangvollen Tenor, den er immer wieder ausgezeichnet einzusetzen versteht, die richtige Stimmung traf. Er kann nicht nur singen sondern auch ausdruckstark interpretieren, unabhängig davon, ob er gerade das »Ave Maria« von Franz Schubert, den Operettenhit »Ach, ich hab in meinem Herzen« oder traditionelle Weihnachtslieder wie »Es ist ein Ros’ entsprungen« anstimmt. Auch das Ensemble spielte auf hohem Niveau. Das stellten die Musiker besonders bei den reinen Instrumentalstücken, wie den beiden Schlussätzen von Corellis Weihnachtskonzert und Bachs berühmtem »Air« eindrucksvoll unter Beweis.

Die 48 Domsingknaben sangen wie Engel: Leicht, sanft und feinfühlig schöner können die Lieder »Maria durch ein Dornwald ging« oder die Weihnachtslieder aus dem 17. Jahrhundert »adeste fidelis« und »In dulce Jubilo« kaum klingen. Dabei agierte der Knabenchor mit einer Strahlkraft, die tiefe Empfindungen hervor rief. Dies gilt auch für die acht Solisten, die für das musikalisches Nachtgebet »Abends, wenn ich schlafen geh« aus der Märchenoper »Hänsel und Gretel« mit spontanem Szenenapplaus gefeiert wurden. Johannes Kalpers, der begnadete Tenor, schaffte es, zwischen seinen Auftritten genau die richtige Mischung als Star und Westerwälder Bub zu verkörpern. Dabei verschwieg er auch nicht seine christlichen Wurzeln, als er sich mit den Domsingknaben über die Bedeutung der »Menschwerdung Gottes« unterhielt.

»O Weihnacht, die friedvolle Zeit« - mit dem gemeinsamen Weihnachtswunsch beendeten die Akteure ein Programm voller Gefühl und Wohlklang. Mit frenetischem Beifall bedankten sich die Besucher bei den Künstlern für einen wunderbaren Abend und erhofften sich eine Zugabe. Die wurde ihnen dann gleich dreifach gewährt.



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