26. September 2008, 17:18 Uhr

»Sprung in die Zukunft der Optik« im Gewerbepark Spilburg

Wetzlar (wv). Als »Sprung in die Zukunft der Optik« bezeichnete am Donnerstag Norbert Lauinger, Vorsitzender der Photonik Zentrum Hessen AG, den Start der neuen Nanoimprint-Anlage im Gewerbepark Spilburg. Damit ist nach rund 16 Monaten Bauzeit eine Maschine angelaufen, die bei der Entwicklung und Produktion von dreidimensionalen Nanostrukturen europaweit neue Maßstäbe setzt.
26. September 2008, 17:18 Uhr
Josef Wörsdörfer während der Beschichtung der Substrate zur Vor-und Nachbehandlung des Nanoimprint-Prozesses (Foto: wv)

Wetzlar (wv). Als »Sprung in die Zukunft der Optik« bezeichnete am Donnerstag Norbert Lauinger, Vorsitzender der Photonik Zentrum Hessen AG, den Start der neuen Nanoimprint-Anlage im Gewerbepark Spilburg. Damit ist nach rund 16 Monaten Bauzeit eine Maschine angelaufen, die bei der Entwicklung und Produktion von dreidimensionalen Nanostrukturen europaweit neue Maßstäbe setzt.

Mit dieser Maschine können serienmäßig extrem kleine Strukturen in raffinierte Kunststoffe gedrückt und vervielfältigt werden. Bisher wurde die 400 000 Euro teure Anlage aus Texas in Europa nur zu wissenschaftlichen Zwecken an Hochschulen eingesetzt. Für ihre hochpräzise Arbeit braucht die Spezialmaschine neben einer reinen Umgebung einen schwingungsfreien Untergrund. Der wurde in direkter Nachbarschaft der Firma Corrsys-Datron in der Charlotte- Bamberg-Straße gefunden. Als Boden für das neue Gebäude dient die 60 Zentimeter dicke Stahlbetondecke eines ehemaligen Atombunkers. »«In diesem unspektakulären Gebäude geschieht für den Laien Unvorstellbares«, beschreibt der Technische Leiter des Photonik Zentrum Hessen (PZH), Mark Bader, die Besonderheit der Produktionshallen, die als »Reinräume« ausgelegt sind. Spezielle Anlagen der Klimatechnik stellen sicher, dass Verunreinigungen aus der Luft sofort entfernt werden. Da in der Regel der Mensch die größte Quelle für Partikel und andere Verschmutzungen ist, dürfen die Räume nur in spezieller Schutzkleidung betreten werden. Die Gesamtkosten des Projektes - finanziert mit Hilfe der Sparkasse und Volksbank, dem Regionalfonds Mittelhessen, der Stadt Wetzlar, dem Land Hessen und der Europäischen Union - summieren sich auf 1,2 Millionen Euro. Zu den Kosten für Maschine und Reinraum kommen weitere 400 000 Euro für Technik und Betriebsmittel hinzu. »Bei dem in der PZH AG eingesetzten Nanoimprint-Verfahren zur Herstellung von mikro- und nanostrukturierten Komponenten handelt es sich um eine hochpräzise Abform- und Prägetechnik«, so der verantwortliche Physiker Bader, der das Verfahren in einer für den Laien verständlichen Art erläutert. Danach wird ein Stempel als negativ der gewünschten Struktur in einen Fotolack, der sich auf einem Substrat befindet, eingedrückt und mittels ultravioletten Lichts ausgehärtet. Letztlich bleibt eine Abformung der Stempelstruktur zurück. Jetzt können die Abformungen direkt als optische Komponenten verarbeitet werden. Diese Technik erlaubt es, Strukturen im Nanometerbereich kostengünstig und mit höchster Präzision und Wiederholbarkeit herzustellen. »Um die Bedeutung dieser Fertigungstechnik relativieren zu können muss man wissen, dass ein Nanometer ungefähr 60 000 Mal dünner ist als ein menschliches Haar,« relativiert Mark Bader die Größenverhältnisse.

Die Neuanschaffung sei überall dort von Nutzen, wo optische Informationen verarbeitet werden. Norbert Lauinger, Vorsitzender des Photonik Zentrums und Bauherr, wies auf das große Interesse der Industrie an der neuen Anlage hin: »Wir haben nicht nur Anfragen aus der optischen Industrie - auch Firmen der Lasertechnik und Elektronik wollen diese Anlage für ihre Fertigung nutzen.«

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