11. August 2008, 20:04 Uhr

Bischöflicher »Antrittsbesuch« vor über 1200 Wallfahrern

Solms/Wetzlar (wv). »Großer Gott wir loben dich, Herr wir preisen deine Stärke«: Mit fester Stimme und einem zufriedenen Lächeln zogen sie in die Klosterkirche von Altenberg, wo sie Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erwartete.
11. August 2008, 20:04 Uhr
Bischof Tebartz-v.-Elst

Solms/Wetzlar (wv). »Großer Gott wir loben dich, Herr wir preisen deine Stärke«: Mit fester Stimme und einem zufriedenen Lächeln zogen sie in die Klosterkirche von Altenberg, wo sie Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erwartete. Die Rede ist von den über 300 Pilgern aus den katholischen Kirchengemeinden der Region, die am Sonntag zu Fuß auf den Klosterberg gekommen waren. Dort feierten Katholiken im Rahmen der alljährlichen Wallfahrt am Grab der Seligen Gertrudis auch das 75. Jubiläum des Wetzlarer Kirchenbezirks im Bistum Limburg. Trotz zum Teil heftiger Regenschauer, versammelten sich über 1200 Christen im Klostergarten - auch, um mit dem neuen Bischof die Eucharistie zu feiern.

Der Limburger Oberhirte hatte die Wallfahrt und das Jubiläum zum Anlass genommen, um in der Wetzlarer Region seinen Antrittsbesuch zu machen und mit den heimischen Repräsentanten der Evangelischen Kirchenkreise Wetzlar und Braunfels und den Mandatsträgern aus Kommune, Land und Bund ins Gespräch zu kommen. Dazu bot sich im Verlauf des Tages reichlich Gelegenheit. »Ihr verkörpert die Kirche auf dem Weg des Glaubens«, lobte der Bischof die Fußwallfahrer als er sie in der Klosterkirche begrüßte und ihnen seinen Segen spendete. Den weitesten Weg hatten dabei die Katholiken aus Hüttenberg/Oberkleen, die bereits kurz nach 4 Uhr aufgebrochen waren, um rechtzeitig auf dem Altenberg zu sein. »Müde aber glücklich«, so der Kommentar von Pauline Futschig aus Rechtenbach. Zusammen mit 15 Wallfahrern hatte sie die über sechsstündige Tour auf sich genommen und war singend und betend zum Altenberg gezogen. Nach einem Gebet am Gertrudisgrab zog der Bischof - begleitet von 30 Meßdienern, Priestern und Wallfahrern - zum Klostergarten, wo die Gruppe mit stürmischem Beifall begrüßt wurde.

Eine erfreuliche Geste der Ökumene war es, dass neben Bezirksdekan Pfarrer Peter Kollas auch Schwester Hannelore vom Mutterhaus der Königsberger Diakonissen den Bischof und die Wallfahrer begrüßte. »Als Christen dürfen wir gemeinsam beten und Gottesdienst feiern. Aber es gibt wohl keinen besseren Ort, als die Klosterkirche auf dem Altenberg, wo beide Konfessionen dem Leben und Wirken der seligen Gertrud gedenken«, so die Ordensschwester.

»Jubiläen sind Rückschau und Aufbruch zugleich. Dies galt für die rund 4000 Wetzlarer Katholiken, die auf Grund politischer Veränderungen im Jahr 1933 dem Bistum Limburg zugeordnet wurden«: In seiner eindrucksvollen Predigt erinnerte der Bischof auch an die politisch dunkle Zeit der 30-Jahre, in der es für Christen nicht einfach war, ein Glaubenszeugnis zu leben. »Unsere Kirche braucht auch heute Menschen mit Profil, die auch in der Minderheit ihren Glauben aus der Gewissheit leben, dass Gott sie liebt und trägt«, so der Gast aus Limburg. Er ermunterte die Christen: »Gebt eurem Glauben ein Gesicht«. Auch im Bistum Limburg ständen, bedingt durch den Prozess »Sparen und Erneuern« unliebsame Veränderungen an. Sie dürften aber nicht dazu führen, dass man die Sorgen und Nöte der Menschen aus den Augen verlieren. Der Bischof: » Im Vertrauen auf Gottes Hilfe müssen wir uns auf den Weg machen und einen neuen Aufbruch wagen. Streckt die Hand den Armen und Kranken entgegen, wie es die selige Gertrudis schon vor 700 Jahren hier, an dieser historischen Klosterstätte, in vorbildlicher Weise gelebt hat«.

Den musikalischen Rahmen des Festgottesdienstes gestalteten die 170 Sängerinnen und Sänger aus den Kirchenchören des Bezirks. Nicht zu vergessen die über 100 jungen Mitglie-der der Kinderchöre mit ihrem erfrischenden Gesang und das Praetorius Ensemble (Limburg), das mit klangschöner Bläsermusik für einen festlichen Rahmen sorgte. Die Gesamtleitung hatte Bezirkskantor Horst Christill.

Nach dem Gottesdienst zeigte sich nicht nur die Sonne: Auch Bischof Franz-Peter mischte sich unter die zahlreichen Besucher, die im Klostergarten feierten. Aber bevor der Oberhirte aus Limburg zu den Ehrengästen vordringen konnte - darunter Landrat Wolfgang Schuster, Bundestagabgeordnete Helga Lopez und die Superintendenten der evangelischen Kirchenkreise, Ute Kannemann und Roland Rust - musste er viele Hände schütteln.

Abschließend dankte Bezirksdekan Kollas allen, die zur Gestaltung des Tages beigetragen hatten: »Ihr wart Spitze«. (Foto: ür)

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