20. Juni 2013, 12:08 Uhr

Kuriose Uhu-Rettung in der Lahnaue

Heuchelheim/Lahnau (so). Was macht ein Uhu in einem Abfalleimer zwischen Heuchelheim, Atzbach und Dutenhofen im Naturschutzgebiet Lahnaue? Und wohin entschwand das Tier binnen einer Stunde mitsamt dem grünen Mülleimer? Das klingt nach einer mysteriösen und kuriosen Geschichte, über die seit dem 5. Juni in Heuchelheim und in den Lahnau-Dörfern gerätselt wird.
20. Juni 2013, 12:08 Uhr
Wie kam der Uhu in den Mülleimer? Das ist nach wie vor die Frage. (Foto: Ruppel)

Die Lösung findet sich im Internet auf der Birdnet-Seite der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) – dem Vogel geht es übrigens gut.

Doch der Reihe nach: Walkerinnen aus Heuchelheim sahen am 5. Juni das Tier verängstigt in dem Abfalleimer zwischen Heuchelheim und Atzbach, ebenso hatte es ein Radler entdeckt. Man verständigte den Bauhof der Gemeinde Lahnau, damit das Tier aus seiner Notlage befreit werde... Als die Freizeit-Sportlerinnen auf der Rückrunde wieder an der Stelle vorbeikamen, stießen sie auf ratlose Gemeinde-Bedienstete – denn der grüne Eimer war mitsamt Vogel zwischenzeitlich verschwunden. Der Lahnauer Ordnungsamtsleiter Alfred Sigl und seine Mitarbeiter recherchierten daraufhin – bis Dienstag jedoch ohne Ergebnis. Niemand vermochte etwas über den Verbleib von Tier und Kübel zu berichten.

Erst eine Nachfrage bei Vogelschützern in der Region brachte den entscheidenden Hinweis auf einen Eintrag von Werner Schindler auf www.hgon.de/birdnet , einer Seite im Netz, auf der Ornithologen ihre Beobachtungen melden.

Die Eule ist unversehrt

Naturschützer Schindler räumt da dem Sachverhalt »einen Spitzenplatz in der nach oben offenen vogelkundlichen Merkwürdigkeitsskala« ein und beschreibt, wie ein Passant den Uhu entdeckte, als er Abfall entsorgen wollte am Rande des vielbegangenen Verbindungswegs zwischen Dutenhofen und Atzbach, am Aufgang zur Beobachtungshütte am Schifflach-Gewässer. Die erste Meldung über den Uhu ging beim Forstamt Wetzlar ein, und vor dort aus wurde Ranger Christoph Daumen informiert, der den Vogel in Augenschein nahm. Aber wie den großen Vogel aus der nur 10 x 20 cm großen Öffnung herausbekommen? Also wurde der Korb samt Uhu kurzerhand abmontiert und ins Forstamt transportiert. Dort wurde der Boden geöffnet und der Vogel war frei. Der Uhu ist nach wenigen Augenblicken blitzschnell davongeflogen, so Daumen.

Im Abfallkorb gefunden wurde laut Schindler Kopf, Fuß und wenige kleine Reste einer Rabenkrähe. Die ne Vermutung: Offensichtlich habe die große Eule die Rabenkrähe am Abfallkorb gejagt und diese habe sich, ggf. verletzt, in den Behälter geflüchtet. Darauf ließen auch die Federreste der Krähe auf der Oberseite des Abfallkorbs schließen. Der Uhu müsse der Krähe nachgekrabbelt sein und kam aus dem glatten Plastikbehältnis nicht mehr heraus. Oder der Eulenvogel sei im rasanten Beutestoß mit der Krähe durch das Eingangsloch gerutscht? Des Naturschützers Fazit: »Wie auch immer. Aber er hatte ja was zu futtern, und trocken war es darin auch.«

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