19. April 2016, 18:13 Uhr

Zwei Angeklagte schweigen

Lahnau/Limburg (sha). Die beiden jüngeren Angeklagten, die in einen brutalen Raubüberfall auf eine 70-Jährige aus Atzbach am 14. September vergangenen Jahres verwickelt sein sollen (die GAZ berichtete), haben noch kein Geständnis vor der Ersten Großen Strafkammer des Limburger Landgerichts abgelegt. Das teilte Staatsanwalt Dr. Heiko Heppe am Dienstag auf Anfrage mit.
19. April 2016, 18:13 Uhr

Die Kammer hielt dies zumindest für möglich, weil ein 41-jähriger Mittäter noch vor Prozessbeginn bei der Polizei umfangreiche Angaben gemacht hatte. Die beiden 20 und 23 Jahre alten Männer aus Lettland schwiegen jedoch vor Gericht weiter zu den Tatvorwürfen.

Seit dem 18. März müssen sich die drei Angeklagten wegen versuchten Raubmordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Trio Teil einer osteuropäischen Bande ist, die bisher vor allem im Ruhrgebiet wegen mehrerer Autodiebstähle und Betrügereien aufgefallen ist. Laut Heppe war der 23-Jährige jedoch nicht vor Ort in Atzbach, sondern lediglich an der Tatplanung beteiligt. Der 41-Jährige, der 20-Jährige sowie ein noch flüchtiger 19 Jahre alter Mann aus Lettland sollen die Rentnerin in deren Wohnung überfallen haben. Zwei ebenfalls noch flüchtige Männer, ein 55-Jähriger aus Polen sowie ein 26-Jähriger aus Lettland, sollen in einem zweiten Fahrzeug auf einem Parkplatz in Lahnau gewartet haben. Auf die Spur der Angeklagten waren die Ermittler gekommen, weil Zeugen am Tatort einen Renault Twingo mit Oberhausener Kennzeichen gesehen hatten. Zudem wurden an Klebeband und Kabelbindern, mit denen die Rentnerin gefesselt wurde, DNA-Spuren des 20-Jährigen und des 41-Jährigen festgestellt. Der ältere Angeklagte hatte angegeben, der noch flüchtige 19-Jährige sei »ausgerastet«, als das Opfer um Hilfe schrie. Dieser Mann soll die Seniorin entgegen dem Tatplan mehrfach geschlagen und getreten haben.

Die Atzbacherin hat bereits ihre Zeugenaussage gemacht. Sie hatte eine »große Ähnlichkeit« zwischen dem 41-Jährigen und einem ihrer Peiniger bemerkt. Sie war erst etwa 30 Stunden nach dem Überfall durch Zufall von Angehörigen entdeckt worden. Ihre Verletzungen sind nach Aussage eines Gerichtssprechers aber folgenlos ausgeheilt, eine medizinisch-psychologische Behandlung schloss die Rentnerin Ende 2015 ab. Mit einem Urteil wird im Mai gerechnet.

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