12. April 2012, 19:38 Uhr

Hüttenberger Bürgermeister zog 100-Tage-Zwischenbilanz

Hüttenberg (agl). Am Montag waren 100 Tage vergangen, seit Christof Heller das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Hüttenberg angetreten hat.
12. April 2012, 19:38 Uhr
Kunst im Amtszimmer: Christof Heller mit Bildern, die seine Tochter Leana als Vierjährige gemalt hatte, und einer »Eule der Weisheit«, die ihm Dr. Wolfgang Gebhard von den Grünen geschenkt hat. (Foto: agl)

Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wie verlief der Start, wie funktioniert das Miteinander auf verschiedenen Ebenen? Was wird den Rathauschef in nächster Zeit ganz besonders beschäftigen? Der Christdemokrat und Nachfolger von Dr. Manfred Schmidt (SPD) schilderte am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung den Beginn seiner Amtszeit und blickte nach vorne.

Fängt man mit dem an, was für Heller derzeit ganz oben auf der Agenda steht und dort auch erstmal stehen bleiben dürfte, so sind dies Themen, die die Bürger ganz unmittelbar berühren: Der Trägerverein braucht 1000 Mitglieder, um das Hallenbad zu erhalten, die Rechtenbacher Sporthalle benötigt ein neues Dach, und ebenfalls in Rechtenbach gibt es einen massiven Engpass in der Ganztagsbetreuung von Grundschülern (zu den beiden letztgenannten Punkten siehe Extra-Artikel).

Schnelles Netz eines vieler Themen

»Es gibt viele laufende Sachen, die konkreter werden«, sagt Heller und verweist – jenseits dieser drei Punkte – beispielsweise auf den Ausbau des schnellen Internets. Mitte des Jahres solle klar sein, welchen Weg die Gemeinde geht. Beim Austausch der Straßenbeleuchtung sei man kurz vor der Auftragsvergabe. Und im Baugebiet Birkenweg II stehe die Vermarktung an. Zudem seien erneuerbare Energien, das Gemeindeentwicklungskonzept sowie die Dorferneuerung in Weidenhausen und Volpertshausen zu nennen, berichtet der Bürgermeister. Was die 1000-Mitglieder-Marke für den Hallenbad-Trägerverein angeht, sagt er: »Ich bin zuversichtlich, dass es klappt.« Anfang nächster Woche wolle er sich mit dem Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins, Dr. Thomas Birkenstock, zusammensetzen, schauen, wie viele Mitglieder es derzeit sind, und wie weiter vorzugehen ist. Es müsse nach wie vor geworben werden. »Es ist ein breitgefächertes Spektrum, und das macht richtig Spaß«, gewinnt Heller den Herausforderungen Positives ab. Der Job sei zeitintensiv, doch »wenn man etwas gerne macht, dann merkt man nicht, wie viel Zeit man reinsteckt«. Den Zeitaufwand richtig mit der Familie zu koordinieren, das sei wichtig, und das funktioniere. Heller hat gerade einen Urlaub mit der Familie hinter sich. Neben dem Skifahren standen aber auch zwei »halboffizielle« Termine in der Partnergemeinde Göstling an. Was die Arbeitszeit in den ersten rund drei Monaten als Bürgermeister betrifft, so zeigt sich Heller sehr erfreut über das Zusammenwirken mit den Verwaltungsmitarbeitern, über den Einsatz des Ersten Beigeordneten Reinhold Wiener (SPD) und über das Verhältnis zur Gemeindevertretung. »Hier in der Verwaltung bin ich gut aufgenommen worden.« Das sei auch seinem Vorgänger zu verdanken, der ihn eingeführt habe. »Personell fahren wir sehr knapp hier«, nennt Heller eine Folge des kommunalen Geldmangels. Ein von ihm gewünschter Stellenaufbau kam nicht, da dem Krippenanbau für die Kita Baumgarten eine Absage erteilt wurde. Im Parlament sieht der Bürgermeister »ein sehr konstruktives Miteinander über alle Parteigrenzen hinweg«. Er habe bei allen Parteien das Gefühl, dass sie sachorientiert arbeiten. Eines seiner umfassendsten Aufgaben war bisher die Einbringung des Haushalts. Sein vorheriges Berufsleben bei einer Bank sei da von Vorteil gewesen, das betriebswirtschaftliche Denken bringe etwas.

Neben den unmittelbar verwaltungstechnischen und den politischen Aufgaben gehört zum Wirken eines Bürgermeisters auch, den Draht zu den Vereinen, zum geselligen Leben aufrecht zu halten. Da hatte der in der Gemeinde verwurzelte Rechtenbacher Heller sicher einen Startvorteil. Nach wie vor singt er im Chor, zudem hatte er einst Handball in Rechtenbach und in Hüttenberg gespielt. Es werde immer wieder mal terminliche Engpässe geben, ist sich Heller aber bewusst.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos