06. August 2008, 17:16 Uhr

Hohes Tempo im Rechtenbacher Kreisel sorgt für Unmut

Hüttenberg (vh). Nun haben die Rechtenbacher seit kurzem erst an der unübersichtlichen und daher gefährlichen Kreuzung Frankfurter Straße/ Im Saales einen Kreisverkehr mit zwei Querungshilfen für jeweils die Frankfurter Straße - und trotzdem gibt es noch immer ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko.
06. August 2008, 17:16 Uhr

Hüttenberg (vh). Nun haben die Rechtenbacher seit kurzem erst an der unübersichtlichen und daher gefährlichen Kreuzung Frankfurter Straße/ Im Saales einen Kreisverkehr mit zwei Querungshilfen für jeweils die Frankfurter Straße - und trotzdem gibt es noch immer ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko, vor allem aus der Fahrtrichtung Butzbach her kommend. Erich Schmidt, Fraktionsvorsitzender der Freien ökologischen Bürgerliste Hüttenberg (FÖBH), spricht von angeblich 90 Prozent der hiesigen Bevölkerung, die sich über zu hohe Geschwindigkeiten am Kreisverkehr beklagten. Doch wie kann das eigentlich sein, sollte ein Kreisverkehr doch mutmaßliche Raser nachgerade ausbremsen?

Deshalb diskutierte jetzt die Hüttenberger Gemeindevertretung im Dorfgemeinschaftshaus Weidenhausen über den Antrag der FÖBH, den inneren Ring des Kreisverkehrs mit grobem Basalt erhöht zu pflastern. Denn obwohl die beiden Querungshilfen auch die Fahrbahn verengen, sind Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern in der Rechtenbacher Realität wohl keine Seltenheit. Dies wird durch die Konstruktion des Kreisverkehrs begünstigt. Jeder Kreisverkehr ist in Kreisinsel, den inneren Kreis und den äußeren Kreis eingeteilt. Während der Außenkreis breit genug für das Befahren mit dem Pkw ist, steht die zusätzliche Fläche des inneren Bereichs der linken Radspur des Bus- und Lkw-Verkehrs zur Verfügung.

Die bauliche Erhöhung des inneren Kreises in früheren Jahren war natürlich auch immer eine zusätzliche Kostenfrage und wurde jedenfalls mittlerweile amtlicherseits auf Eis gelegt. Im vorliegenden Fall sind die beiden Kreise nur durch eine weiße Markierung voneinander getrennt, also eher symbolisch denn tatsächlich. Insofern würden die Autofahrer den Kreisverkehr mit Vorliebe in angedeuteter Geradeausfahrt denn in kreisender Form annehmen, argumentierte Schmidt. Sein Fazit: »Dieser Kreisverkehr reduziert die Geschwindigkeit nicht«. Der Gemeindevertretung lag kein Gesetzespassus vor, der grundsätzlich ein solches Bauvorhaben verböte, wenn der Antragsteller, in diesem Fall die Gemeinde, denn die Baukosten trägt.

Alle Teilnehmer der Eröffnungsfeier für den neuen Kreisverkehr waren letzten April noch hellauf begeistert, auch Eugen Reichwein vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Dillenburg. Bürgermeister Dr. Manfred Schmidt sprach im Gemeindeparlament von einem »partnerschaftlichen Verhältnis« der Kommune zum ASV und möchte die Wogen nicht höher als nötig schlagen lassen. Dass der innere Kreis in der Tat erhöht werden sollte, wäre auch nach dem Geschmack des Bürgermeisters. Von der etwaigen Übernahme von Baukosten sprach er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, denn Erich Schmidt hatte zuvor votiert, notfalls die Pflasterarbeiten von der Gemeinde bezahlen zu lassen, so wichtig sei diese Sache.

Vielmehr plädierte der Bürgermeister für ein klärendes Gespräch an Ort und Stelle mit einem Vertreter des ASV und den Mitgliedern des Bauausschusses. Vorschläge wie man die Kuh vom Eis bringt, wünscht sich Dr. Schmidt vom ASV auch in Richtung Gemeindevorstand. Stephan Euler, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, legte kurz und präzise in zwei Punkten die Formulierung vor, worauf sich das Gemeindeparlament dann einstimmig festlegte. Der gewünschte Effekt einer wirksamen Geschwindigkeitsreduzierung am Kreisverkehr finde zur Zeit nicht statt; die Gemeinde Rechtenbach tritt mit dem ASV Dillenburg in Verhandlungen um geeignete Gegenmaßnahmen zu eruieren.

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