04. Mai 2016, 18:43 Uhr

Drittklässler zeigen großes Herz

Hüttenberg (jow). Voller Engagement haben die Drittklässler der Grundschule Rechtenbach kürzlich für den guten Zweck gesungen. Im Dorfgemeinschaftshaus Klein-Rechtenbach hatten sich zahlreiche Eltern, Verwandte und Freunde eingefunden, um den dreizehn von den Kindern eingeübten biblischen Liedern zu lauschen.
04. Mai 2016, 18:43 Uhr
Die Kinder bei einer ihrer Inszenierungen. Im Hintergrund ist das Hungertuch zu sehen. (Foto: jow)

Deren Texte wiesen auf manche Missstände hin und warben dafür, durch Nächstenliebe Hoffnung zu verbreiten, wo Krisen, Kriege und Konflikte herrschen. Das Publikum zeigte sich solidarisch, so kamen rund 1000 Euro Erlös durch Essen, Getränke und Spenden zusammen. Das Geld kommt der Schulpartnerschaft mit Dede Oforiwa Tetteh aus Bawaleshie in Ghana zugute. Sie und »ihre Kinder« werden seit 1999 von der Grundschule unterstützt. Das Verhältnis ist in eine größere Partnerschaft des CVJM mit Ghana eingebettet. Die Gemeinde Hüttenberg hatte das Dorfgemeinschaftshaus kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Hinter dem Benefizkonzert und dem Misereor-Hungertuch, das auf der Bühne zu sehen war, steckt eine kleine persönliche Geschichte von Lehrerin Dorothea Hanstein. Ihre Mutter hatte das Tuch 1982 gekauft und der Kirchengemeinde gespendet. Damals organisierte sie viele Gottesdienste, auch zum Weltgebetstag der Frauen. Dabei kam die Gebetsordnung aus wechselnden Ländern, 1982 war es Haiti. Hanstein hatte darüber hinaus schon früh eine Leidenschaft für Musik und gründete mit zwei Freundinnen einen Kinderchor in Herbornseelbach. Dort war ihr Vater Armin Pfarrer. »Es war ähnlich wie heute – mein Vater sprach, und ich machte zusammen mit Kindern Musik.«

Durch den Abend moderierte ihr Vater, der heute im Ruhestand ist. Anlass für das Konzert waren zahlreiche Meldungen über Krieg, Hunger, Gewalt und Flucht im vergangenen Sommer. Auch Hansteins Klasse bewegte die traurige Realität. Die Lehrerin thematisierte die Probleme daher im Unterricht. Fast zeitgleich bekam sie von ihrer Tante das fast schon vergessene Hungertuch geschenkt. Somit stand einer Unterrichtseinheit mit biblischen Geschichten nichts mehr im Wege. Die Kinder zeigten sich offenherzig gegenüber den Flüchtlingskindern, die in der Grundschule Rechtenbach unterrichtet werden und bewiesen auch in Bezug auf die Schulpartnerschaft mit Ghana Herz.

Spendenempfängerin Dede Oforiwa Tetteh hat im Laufe ihres Lebens viele Kinder bei sich aufgenommen, deren Eltern nicht für sie sorgen konnten. Mit ihren 77 Jahren ist sie noch stärker als früher auf Unterstützung angewiesen.

Während der Vater moderierte, begleitete Dorothea Hanstein die Stimmen der Kinder mit der Gitarre und am Klavier. Die Texte der biblischen Spiellieder wurden von Rolf Krenzer, Norbert Weidinger und Johannes Thiele geschrieben und von Ludger Edelkötter vertont.

Nach rund zwei Stunden und zwei Zugaben endete das Konzert, das seinen Zweck voll und ganz erfüllt hat. Die Botschaft der Kinder erreichte das Publikum. Dede und »ihre Kinder« können sich über eine große Spende freuen.



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