25. August 2009, 22:38 Uhr

»Viel Spaß am Lernen« sollen die Kinder haben

Wettenberg (mb). »Machen Sie diesen Tag für die Kinder zu einem schönen Tag!« Die Leiterin der Grundschule Wißmar, Rektorin Angelika Lohr, richtete diese Aufforderung gestern eher »sicherheitshalber« an Eltern, Großeltern, Geschwister, weitere Verwandte und Freunde.
25. August 2009, 22:38 Uhr
Die besten Plätze in den ersten Reihen gebürten gestern in der Turnhalle der Grundschule Wißmar den 44 Erstklässlern - die vollgepackten Ranzen vor sich aufgestellt. Je 22 Kinder besuchen nun die 1a bei Klassenlehrerin Sylvie Abel und die 1b bei Klassenlehrerin Edith Scheitler; vorn rechts die Leiterin der Grundschule Wißmar, Rektorin Angelika Lohr. (Foto: mb)

Wettenberg (mb). »Machen Sie diesen Tag für die Kinder zu einem schönen Tag!« Die Leiterin der Grundschule Wißmar, Rektorin Angelika Lohr, richtete diese Aufforderung gestern eher »sicherheitshalber« an Eltern, Großeltern, Geschwister, weitere Verwandte und Freunde. Sie und die beiden Klassenlehrerinnen der neuen 1a und der neuen 1b, Sylvie Abel und Edith Scheitler, durften gewiss sein, dass in den Familien der 44 Wißmarer ABC-Schützen über Wochen und Monate nachgedacht und vorbereitet worden war, um den Tag der Einschulung für alle Beteiligten zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. In Wißmar wurde den Erstklässlern - in der Mehrzahl sind es Jungen - gestern ohne Frage ein schöner und weitgehend unaufgeregter erster Schultag bereitet. Er lief vom Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Raphael über die Begrüßung der ABC-Schützen in der Turnhalle ihrer Grundschule durch die neuen Zweitklässler mit dem Singspiel »Der Regenbogenfisch« und über die erste richtige Schulstunde im eigenen Klassenzimmer bis zum sehnsüchtig erwarteten Öffnen und Auspacken der meist »riesigen« Schultüten reibungslos ab.

In der katholischen Kirche an der Launsbacher Straße in Wißmar ließ sich zum einstündigen ökumenischen Gottesdienst mit Pastoralreferentin Judith Bork und der Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, Alexandra Hans, kaum noch ein freies Plätzchen finden, nachdem sich die ABC-Schützen, meist von mehreren Familienangehörigen und Freunden begleitet, als die Hauptpersonen ihres Einschulungstages selbstbewusst auf die vorderen Bänke gesetzt hatten.

Die Pastoralreferentin und die Pfarrerin gestalteten einen sehr kindgerechten Gottesdienst, in dem die Erwachsenen, die mitsingen und mitbeten durften, lediglich »Nebenrollen« einnahmen. Zur Gitarrenbegleitung von Pfarrerin Hans wurden »Wir feiern heut’ ein Fest«, »Gott, du hältst alle meine Wege in deiner Hand« (Psalm 91), »Gottes Liebe ist so wunderbar« und »Wir singen alle Hallelu-, Hallelu-, Halleluja« als »Lieder zum Schulanfang 2009« angestimmt. Die gesamte Gemeinde durfte klatschen, schnipsen und stampfen. Eindringlich sprachen die Kirchenfrauen besonders zu den Schulkindern, die seit gestern keine Kindergartenkinder mehr sind, von Gott, der sie behütet, beschützt und all ihre Wege - auch den täglichen Schulweg - begleitet. Denn: Gott wollte, dass die Menschen auf dieser Welt sind, und gab ihnen das Versprechen, dass er, wenn sie gehen, mit ihnen geht. Kein Mensch ist allein, weil Gott bei ihm ist.

Die Kinder wurden zu einer Tafel neben dem Altar gebeten und erkannten alle Gebäude, die dort auf Fotos zu sehen waren: das Bürgerhaus und das Feuerwehrgerätehaus, die evangelische und die katholische Kirche, die Kindergärten und ihre Grundschule. Und schon wurde die Aufmerksamkeit auf selbstgestrickte Babysocken, auf Babyschuhe, auf Schuhe für große Kinder der Wettenbergschule und auf Schuhe für Grundschüler gelenkt: Die Füße wachsen, die Beine werden länger, die Wege werden weiter; jeder Weg kann mit Gottes Hilfe bewältigt werden. Jedem neuen Schulkind legten die Pastoralreferentin und die Pfarrerin segnend die Hände auf, ehe laut und kräftig »Elefantastisch, bombastisch« gesungen wurde und der Gottesdienst mit dem Vaterunser, der Bitte um Gottes Segen und dem Lied »Vom Anfang bis zum Ende« ausklang.

Vom nun beginnenden »Ernst des Lebens« war in der Kirche ebensowenig die Rede wie danach bei der Begrüßung der ABC-Schützen in der Grundschule. »Viel Spaß am Lernen« wurde ihnen gewünscht und »Habt viel Spaß!« zugerufen. Dem Einzug in die Turnhalle, in der die aufgestellten Sitzgelegenheiten nicht genügten, ging Fotografieren, Fotografieren, Fotografieren auf dem Schulhof voraus. Mütter, Väter und andere Erwachsene ließen sich nicht lange bitten und schleppten Ranzen und/oder Schultüten. Schulleiterin Lohr wünschte den neu aufgenommenen Schulkindern einen besonderen Tag, der so verlaufen und gelingen möge, dass er in guter Erinnerung bleibt und dass sie lange daran denken.

Für die seit Montag neuen Zweitklässler wurde die Begrüßung der ABC-Schützen eine aufregende Sache, denn sie hießen sie mit dem Singspiel »Der Regenbogenfisch« willkommen. Ganz super klappte ihre Vorführung der Geschichte vom Fisch mit herrlichen Glitzerschuppen, der sich als ganz besonderer Fisch vorkommt, weil die anderen Fische nicht so schöne Schuppen haben. Alle wenden sich von ihm ab. Er ist der einsamste Fisch im ganzen Ozean, traurig und allein. Dann aber verschenkt er eine Schuppe an den kleinen Blaufisch und andere Schuppen an weitere Fische, bis jeder Fisch eine Glitzerschuppe besitzt. Der Regenbogenfisch hat an die anderen gedacht, geteilt und sie beschenkt. Die Darbietung endete mit einem Fischetanz, bevor der Beifall für das zweite Schuljahr prasselte.

Die Klassenlehrerinnen begrüßten jedes Kind auf der Bühne mit Handschlag, ehe es zur ersten (30-Minuten-) Schulstunde in die Klassenräume ging. »Schultüte ausmalen« und »Brezel entgegennehmen« stand auf dem »Stundenplan«. Und dann endlich: Was ist in der Schultüte? Süßigkeiten, klar, »aber nicht so viele«, Filz- und Wachsmalstifte, Brotdose, Trinkflasche, Zahnbürste, Zahnputzbecher, Kartenspiele, Püppchen, Wasserfarbkasten, Schere, Hörspiel-CD, Kinderlieder-CD, Kappe, T-Shirt der Grundschule Wißmar, Buch über den ersten Schultag ...



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