05. Januar 2015, 22:03 Uhr

Neujahrskonzert in der Kirche zu Wißmar

Wohlbekannte, aber auch weniger geläufige Kompositionen – dies bot die Neujahrsveranstaltung der Wettenberger Winterkonzerte. Die Zuhörer in der evangelischen Kirche zu Wißmar folgten dem erlesenen Programm mit Genuss.
05. Januar 2015, 22:03 Uhr
(Foto: Red)

Wettenberg (jou). Mit vielen musikalischen Kostbarkeiten wartete die Neujahrsveranstaltung im Rahmen der Wettenberger Winterkonzerte am Sonntag in der evangelischen Kirche zu Wißmar auf. Jens Amend (Orgel), Lydia Blum (Cello) und Markus Bebek (Trompete/Corno da caccia) hatten das Programm mit Fingerspitzengefühl zusammengestellt, fanden die richtige Mischung aus wohlbekannten und weniger geläufigen Kompositionen. Womöglich lagen die anfänglichen Intonationsschwierigkeiten Bebeks im eröffnenden Grave der Sonate Nr. 7 für Trompete, Cello und Orgel von Giuseppe Torelli am Lampenfieber; das virtuose Allegro machte dies indes schnell vergessen. Beim zweiten Grave ergab sich ein friedvoll-ruhiges Zusammenspiel von Cello und Orgel. Auch im weiteren Verlauf faszinierte der kontrastreiche Wechsel von langsamen und schnellen Teilen.

Nicht minder beeindruckten die Bourrée I und II aus der Suite Nr. 3 für Cello solo von Johann Sebastian Bach. Durchweg bezauberte die rhythmisch federnde Gestaltung der Cellistin. Blum wählte ein moderates Tempo, ließ die Musik ganz beschaulich dahinströmen.

Bei der Sonate Nr. 3 von Johann Rosenmüller sprach das Elegante, Weihevolle für sich. Amend, Bebek und Blum spielten unaufdringlich, gleichwohl expressiv. Die Besucher lauschten sichtlich konzentriert und schienen Energie zu schöpfen.

Bach’sche Orgelfantasie

Die feierliche Atmosphäre wurde in der Choralbearbeitung »Wachet auf, ruft uns die Stimme« von Johann Ludwig Krebs durch die warme Brillanz des Corno da caccia unterstrichen; klanglich dezent war hier hingegen der Orgelpart. Danach, in der Bach’schen Orgelfantasie g-Moll BWV 542 erfüllten mächtige Akkorde das Gotteshaus. Amend reizte die Dramatik gekonnt aus und musizierte dynamisch belebt, mit Blick für den großen Bogen. Kristallklar vermochte er das Stimmengeflecht in der dazugehörigen Fuge zu zeichnen, noch begünstigt durch die trockene Saalakustik. Die detailfreudige, geradlinige Interpretation markierte einen Höhepunkt des Konzertes.

Viele erbauliche Momente barg auch die Sonate Nr. 75 von Johann Pezel. Da bewegten intensive Dialoge zwischen Trompete und Cello, während die Orgel eine begleitende Funktion übernahm.

In unterschiedlichem Gewand, erst schlicht, dann raffinierter gestaltet, zeigten das Thema die Choralbearbeitungen »Wie schön leuchtet der Morgenstern« von Max Reger und Bach.

Ein weiteres Glanzlicht bildete Georg Philipp Telemanns Sonate c-Moll, ehe das Konzert mit dem Choral »Was Gott tut, das ist wohlgetan« in Bachs Version zu Ende ging. Für den kräftigen Beifall dankte das Ensemble mit dem »Cantabile for you« von Enrico Pasini als Zugabe.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos