Wettenberg

Mit ausgefeilter Feinabstimmung

Feiner Abschluss der Wettenberger Winterkonzerte Wettenberg - Ein gelungener Abschluss der 22. »Wettenberger Winterkonzerte« war am Sonntag in der evangelischen Kirche Wißmar zu erleben. Die zahlreichen Hörer zeigten sich beeindruckt vom reichen musikalischen Erfahrungsschatz des »Marburger Oktetts«.
09. März 2010, 15:02 Uhr
Das Marburger Oktett beim Schlussbeifall	 (Foto: jou)
Das Marburger Oktett beim Schlussbeifall (Foto: jou)

So warteten die Sänger in puncto Artikulation und rhythmischer Akzentuierung mit ausgefeilter Feinabstimmung auf.

In ihrem Programm widmeten sich Dorith Neumeyer und Miriam Jerabeck-Möller (beide Sopran), Regina Kuhl und Birgit Küllmar (beide Alt), Michael Brauer und Marc Müllenhoff (Tenor) sowie Hartmut Raatz und Ralf Wicke (Bass) geistlicher Chormusik der Romantik. Darunter solche Komponisten wie der Norweger Knut Nystedt (geb. 1915), die den Geist dieser Epoche fortführen. Von ihm sang das Ensemble mit beweglicher Stimmführung und vorzüglicher klanglicher Balance zu Beginn die Motette »I will greatly rejoice!«, zart im Ausdruck und dynamisch nuanciert die folgende Motette »Blessed be he«. Das Ensemble fühlte sich stilsicher in Nystedts Musik hinein, so auch in »Do not be anxious«. Innere Ruhe und Harmonie strahlte Edvard Griegs »Ave maris stella« aus. Die subtile Gestaltung verlieh dem »Ave Maria« von Trond Kverno intensive religiöse Wirkkraft.

Mit klarer Aussprache und inspirierter Textdeutung, zudem melodisch und harmonisch anmutig meisterte das Oktett Felix Mendelssohn Bartholdys Motette »Jauchzet dem Herrn alle Welt«. Hier, aber auch in weiteren Kompositionen fiel die weiche, auf fließende Verläufe ausgerichtete Intonation auf. Insgesamt zog das Ensemble durch feinnervige Interpretationen in den Bann, wobei die einzelnen Stim#men transparent zutage traten und sich zu einem in sich runden Klangbild fügten. Überdies bestach die vornehme, dynamisch dezente, nie dick aufgetragene Vortragsweise. Religiöse Ehrfurcht vermittelten das »Gloria« und »Credo« aus Josef Gabriel Rheinbergers Messe in F-Dur op. 117. Als besinnlichen Ausklang brachte das Ensemble Max Regers »Nachtlied« und Hugo Wolfs Lied »Weil jetzo alles stille ist« zu Gehör. Begeistertem Applaus folgte eine Zugabe.

Sascha Jouini

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/wettenberg/Wettenberg-Mit-ausgefeilter-Feinabstimmung;art105,43414

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