06. September 2012, 10:48 Uhr

Festwochenende der Krofdorf-Gleiberger Sportler

Wettenberg (mo). Der 150. Geburtstag des TSV Krofdorf-Gleiberg wurde am Wochenende mit einem Spiel- und Spaßangebot beschlossen. In der Mehrzweckhalle in Krofdorf begann um 10 Uhr am Sonntag eine Auftaktveranstaltung, die Musik und Turnvorführugen bot, zudem. Rückschau und Ausblick.
06. September 2012, 10:48 Uhr
Judo-Verbandspräsident Sven Deeg mit Dieter Jung, Bernd Ruch und Burkhard Hubner. (Foto: sel)

Mitwirkende waren für den TSV dessen 2. Vorsitzender Gerhard Kohler, Dieter Bender als Vorsteher der Freireligiösen Gemeinde, eine junge Turngruppe, von Katja Leib trainiert, die Referentin der katholischen Pfarrgemeinde St. Anna, Gertrud Wittenstein, der evangelische Pfarrer Christoph Schaaf, Gisela Günther und Cordula Koch, die mit Gertrud Wittenstein Fürbittengebete sprachen sowie der Singkreis der evangelischen Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg, geleitet von Thomas Bernsdorff und der von Andreas Gramm geleitete Posaunenchor aus Wieseck. Dieter Bender sprach zum Thema »Die Entwicklung zum Einheitssportverein in einer multikulturellen Gesellschaft«. Er bezog sich auf einen Bericht des »Wetterauer Boten« vom 2. August 1863 und führte aus: »Aus diesem wohl ältesten Dokument über einen Krofdorfer Turnverein geht hervor, dass die Turnbewegung sich in Krofdorf-Gleiberg in turbulenten Zeiten des Umbruchs unseres Dorfes organisierte und mittendrin stand. War doch ein Jahr vor seiner Gründung das halbe Dorf aus der Kirche ausgetreten.«

Die Veränderungen führten »zum Unmut der weltlichen und der mit ihr verbundenen kirchlichen Obrigkeit, die nicht nur wegen dieses Anlasses alle beteiligten Vereine, also den um 1848 gegründeten Gesangverein Germania, die 1861 gegründete Freireligiöse Gemeinde sowie ihren Leseverein und den 1862 gegründeten Turnverein als politische Vereinigungen unter polizeiliche Überwachung stellten, wie aus Unterlagen des Landrates und der Amtsbürgermeisterei hervorgeht. Bender referierte weiter aus der Geschichte der Vereine bis hin zu dem nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten TSV Krofdorf-Gleiberg als Nachfolger aller Turnvereine in Krofdorf-Gleiberg, der sich bis heute der politischen und weltanschaulichen Neutralität verpflichtet fühlt.

Gertrud Wittenstein führte ein Interview mit den jungen Turnerinnen und erfuhr, wie auch die Zuhörer, viel Interessantes zum Leistungssport Turnen.

Teil zwei der Auftaktveranstaltung begann mit dem bekannten neuen Lied: »Danke für diesen guten Morgen« dessen Text sich in Strophe zwei umgetextet so präsentierte: »Danke für dieses Jubiläum, danke für unsern Turnverein, Danke für alle engagierten Sportler groß und klein. Danke für 150 Jahre ...« »Der TSV hat in den zurückliegenden Jahrzehnten in eindrucksvoller Weise unzählige Menschen erreicht. Sport verbindet: Gehen Sportler in einen Wettkampf, stehen viele andere als Fans hinter ihnen. Das lehrt uns, Dinge zusammen und nicht isoliert zu denken, sagte Pfarrer Christoph Schaaf. Der Apostel Paulus gebraucht in der Bibel das Bild vom Leib. Glieder, Organe und Sinne machen unseren Körper aus und lassen ihn funktionieren, auch im Team.

Ehrungen beim Kommers

Mit volkstümlicher Musik und Schlagern der Kinzenbacher Blasmusik mit ihrem Leiter Steffen Laucht ging am Sonntag das Jubiläum »150 Jahre TSV Krofdorf-Gleiberg« zu Ende. Hinter der Eduard-David-Sporthalle wurde mit dem Frühschoppen, Herzhaftem vom Grill, kühlen Getränken und vielen Spielangeboten für Kinder auf dem Sportfeld noch einmal ein überaus interessantes Programm angeboten. Dr. Jürgen Leib und sein Vize Gerhard Kohler zeigten sich mit dem Verlauf der Angebote zum Jubiläum sehr zufrieden und sagten allen Beteiligten und allen Besuchern ein Dank.

Das Jubilumswochenende war auch Rahmen für Verbandsehrungen – etwa der Judoabteilung, deren breites sportliches Angebot für alle Altersklassen, deren Lebendigkeit und Agilität einschließlich ihrer sportlichen Erfolge nicht unbemerkt bleiben. Sven Deeg, Vizepräsident des Hessischen Judo-Verbands und derzeit kommissarischer Präsident, zeichnete Abteilungsleiter Dieter Jung, Bernd Ruch, Träger des »vierten Dan« und Mitbegründer der Abteilung und Burkhard Hubner stellvertretend für alle TSV-Judoka aus. Hubner erwarb schon 1992 den 5. Dan, den »schwarzen Gürtel« als höchsten sportlichen Leistungsnachweis im Judo, und wurde sechs Jahre später für seine besonderen – und bis heute anhaltenden – Verdienste um den Judosport über den lokalen und regionalen Rahmen hinaus ehrenhalber vom Verband mit dem 6. Dan, verbunden mit einem rot-weißen Gurt, geehrt.



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