23. März 2015, 12:43 Uhr

Wieder Leben im Schmuckstück Staufenbergs?

Staufenberg (vh). Die ehemalige Zigarrenfabrik an der Mainzlarer Straße gehört zu den heimlichen Staufenberger Schmuckstücken. Der markante Backsteinbau hat aber einen Fehler: Er steht leer.
23. März 2015, 12:43 Uhr
Das leerstehende Backsteingebäude an der Mainzlarer Straße soll nach Willen der Staufenberger Politik wieder aufgewertet werden. (Foto: Patrick Dehnhardt)

Ein benachbartes Gebäude, in dem sich früher ein Laden befand, ist ebenfalls verwaist. Anlass für die Stadtverwaltung, für das Quartier Mainzlarer Straße/Rosenweg/Hindenburgstraße/Am Kleinfeldchen einen Bebauungsplan aufzustellen. In der gemeinsamen Sitzung des Finanz- und des Bauausschusses ging die Tendenz zur Ansiedlung von Kleingewerbe im Dienstleistungssektor.

Christian Knoll (CDU) wollte in der Stadthalle jedoch sichergestellt wissen, dass ein Bebauungsplan auch die Möglichkeit eröffnen solle, im Gebäude eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge einzurichten. Einstimmig wollten beide Ausschüsse den Bebauungsplan haben.

2,35 Millionen Euro hat Rabenaus Bürgermeister kürzlich aus Brüssel erhalten. »Können wir gut gebrauchen«, meinten viele angesichts klammer Kassen in der Gemeinde. Hillgärtner musste die Hoffnungen leider enttäuschen. Hinter dem vielen Geld stecken Fördermittel für die Jahre 2014 bis 2020, die er als Vorsitzender des Vereins »Gießener Land« für diese Region – sie ist identisch mit dem Landkreis – einstreichen konnte. Ein weißer Fleck auf dieser Karte ist momentan dort, wo sich eigentlich die Stadt Staufenberg befindet.

Denn wegen des kommunalen Schutzschirms hat die Stadt dem Verein den Rücken gekehrt. Hillgärtner warb nun für den Wiedereintritt. Gefördert würden heutzutage nur noch Regionen, sagte er, und keine Kommune. Keinen Menschen in Brüssel interessiere der Staufenberger Kirchturm – wohl aber die Region Gießener Land.

Im ländlichen Raum, zu dem Staufenberg und Rabenau zählten, bestehe die Gefahr, abgehängt zu werden. Im allgemeinen und auch in finanzieller Hinsicht. Hillgärtner wünschte sich ein Tourismuskonzept für das gesamte Lumdatal. Wie das funktioniert und welche geldwerten Vorteile Tourismus bringen kann, darüber informierte Franz Gerd Richarz. Er ist verantwortlich für das Tourismuskonzept Ostkreis, das die Stärken der Städte Lich, Hungen, Grünberg und Laubach bündelt. Rund 300 Beschäftigte zählt die Tourismusbranche im Ostkreis.

Hans Fink wollte wissen, welche Projekte im Lumdatal und auch in Staufenberg gefördert würden. Man beabsichtige, einen Peter- Kurzeck-Literaturweg einzurichten, der über Staufenberg hinaus zu Orten führen könne, die bekannte Autoren besucht hätten – zum Beispiel Rainer Maria Rilke im Schloss Friedelhausen. Hillgärtner sagte zur Förderwürdigkeit von Projekten, dass diese kofinanziert und nachhaltig sein müssten. Eine gute Idee alleine genüge nicht. Einstimmig vertagten beide Ausschüsse den Beschluss über das Thema »Wiedereintritt in den Verein Gießener Land« auf die nächste Sitzung.



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