Staufenberg

Staufenberg: Schüler zum Austausch in Ungarn

Staufenberg/Lollar (bas). Spiel, Spaß und eine gute Portion Bildung erlebten und erfuhren Schülerinnen und Schüler der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Lollar/Staufenberg in Ungarn.
06. Mai 2010, 19:30 Uhr
Für das Erinnerungsfoto stellten sich die Teilnehmer des Schüleraustausches Staufenberg/Lollar-Tarján vor dem »Palast der Wunder
Für das Erinnerungsfoto stellten sich die Teilnehmer des Schüleraustausches Staufenberg/Lollar-Tarján vor dem »Palast der Wunder« in der ungarischen Hauptstadt Budapest auf. Im »Palast« staunten die deutschen Gäste über naturwissenschaftliche Versuchsanordnungen. (Foto: bas)

Staufenberg/Lollar (bas). Spiel, Spaß und eine gute Portion Bildung erlebten und erfuhren Schülerinnen und Schüler der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Lollar/Staufenberg in Ungarn. Während des Schüleraustauschs zwischen der Stadt Staufenberg und ihrer ungarischen Partnergemeinde Tarján (die AZ berichtete) hatten die Kinder und Jugendlichen aus Staufenberg und Lollar auch Schulunterricht. Zuvor hatten sie die Möglichkeit in der Partnergemeinde »richtig anzukommen«. Bei einer Stadtrallye und einer Reihe von Spielen lernten sich Gäste und Gastgeber erst einmal kennen. Dabei brachten die Deutschen mit Hilfe der gestellten Rallye-Aufgaben viel Wissenswertes über Tarján in Erfahrung.

Nach den »Kennenlerntagen« forderte der Unterricht in der ungarischen Schule die Köpfe der Gäste und der Gastgeber. Informatik stand auf dem Stundenplan. Deutsche und ungarische Jugendliche stöberten auf den Internetseiten zum Thema »Tarján« und übten sich dabei nicht nur im lokalen Hintergrundwissen, sondern auch im Umgang mit dem Internet. Weiter ging es mit Physik, Mathematik und Deutsch.

Die rauchenden Köpfe durften allerdings bald abgekühlt werden: Die Deutschen erlebten Tarján am Nachmittag nämlich von einer ganz anderen Seite, als sie sich in die Fluten des Erlebnisbades in Tatabanja stürzten. Ganze drei Stunden tobten die Schülerinnen und Schüler dort und vergaßen für eine Weile die Schulbank.

Wer Ungarn besucht, kommt an Budapest nicht vorbei, zumal die ungarische Hauptstadt von Tarján nicht weit entfernt liegt. Einen Tag widmeten die Reisenden der geschichtsträchtigen alten Metropole. Die Gäste machten es sich mit ihr nicht leicht. Nach den Fakten rund um Geographie und historischen Hintergrund sorgten die Kinder und Jugendlichen, wie es im modernen Unterricht sein soll, selbst. Per Mikrophon referierten sie im Reisebus und vermittelten ihr Wissen den anderen. Gleichzeitig wurde Hintergrundwissen abgefragt. Beispielsweise ging es um die Donau oder um die Gründung der Stadt durch den Zusammenschluss der drei ursprünglichen Städte Buda, Pest und Óbuda im Jahr 1873. Auch erfuhren die Besucher, warum die malerische Stadt so viele Thermalquellen hat: Sie liegt auf einer tektonischen Bruchstelle. Der Kommentar der betreuenden Lehrerin Ela Siemon aus der CBES und von Uwe Fischer, einem ehemaligen Lehrer der CBES, zum Frage-Antwort-Spiel der Schüler ließ keinen Zweifel an deren Leistungen offen: »Außergewöhnlich gut.«

Bei einer Stadtrundfahrt standen Besuche der beeindruckenden Kettenbrücke und des »Palastes der Wunder«, der mit dem Gießener Mathematikum vergleichbar ist, auf dem Programm. Unter anderem fuhr Emily Öffler mit akrobatischem Geschick per Fahrrad auf einem Seil. Außerdem bummelten die Gäste durch das größte ungarische Einkaufzentrum mit dem Namen »Arena Plaza«. An einem Abend schoben die Schülerinnen und Schüler keineswegs eine ruhige Kugel, sondern gingen auf die Bowlingbahn.

Die Lehrerin, der Lehrer, die Kinder und die Jugendlichen verknüpften das Lernen und die Unterhaltung auf interessante und weitgehend selbstständige Weise und pflegten dabei »wie nebenbei« die Freundschaft. Das kam gut auch im Musikunterricht zum Ausdruck. Gemeinsam wurde ein kurzes deutsch-ungarisches Lied einstudiert. Fächerübergreifend trainierten die Besucher nicht nur ihre gesanglichen Fähigkeiten, sondern auch ihre sprachlichen Kenntnisse.

Das Gefühl von Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung entstand auch bei einer Papiersammelaktion. Dabei gingen deutsche und ungarische Schüler gemeinsam von Tür zu Tür und fragten nach Altpapier. Die Klassen erhielten dafür Geld, mit dem die Kassen der ungarischen Schüler ein bisschen aufpeppt wurden. Die deutschen Schüler halfen ihren ungarischen Austauschpartnern, so Lehrerin und Lehrer, »mit Begeisterung«.

Begeisterung löste auch ein Discoabend aus, den die Gastgeber und die Gäste gemeinsam organisierten. Diese Veranstaltung bildete auch die Abschlussfeier, denn am folgenden Morgen mussten sich die Besucher aus Deutschland nach dem Frühstück verabschieden. Per Bus ging es wieder zurück an die Lumda und die Lahn. Am frühen Abend war die Reise endgültig zu Ende, als die Schülerinnen und Schüler mit ihren Betreuern in Staufenberg und Lollar ankamen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/staufenberg/Staufenberg-Staufenberg-Schueler-zum-Austausch-in-Ungarn;art104,45957

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