06. Mai 2015, 09:53 Uhr

Harmonie Daubringen singt im Petersdom

Staufenberg (khn). Man muss nicht glauben, um beeindruckt zu sein von religiösen Orten. Wenn man dann auch noch ein Teil davon wird, auch nur für eine kurze Zeit, dann sind das Momente, die man nicht vergessen wird, die einen ergreifen und berühren. Das erlebten jetzt 32 Sänger der Harmonie Daubringen.
06. Mai 2015, 09:53 Uhr
Mitglieder der Harmonie vor dem Petersdom. (Foto: pv)

Ihre Konzertreise führte sie in diesem Jahr nach Rom. Hier sangen sie vier Lieder im Rahmen eines Gottesdienstes im Petersdom. »Es war beeindruckend, aber auch sehr aufregend, weil so etwas für einen Laienchor nicht alltäglich ist«, sagt Harmonie-Sänger Thomas Laux im Gespräch mit dieser Zeitung. Er hatte die Reise organisiert.

Es war der dritte Tag der Chorreise. Vorher hatten die insgesamt 47 Teilnehmer Rom von seiner kulinarischen und historischen Seite kennengelernt. Die antike und romantische Stadt stand dabei ebenso auf dem Besichtigungsprogramm wie das christliche Rom – fernab vom Klischee der Gläubigen, die in der Arena den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden.

Anschließend am Samstagabend spontan zum Gottesdienst in den Petersdom zu gehen und dann vier Lieder zu singen – das ging nicht so einfach. »Wir haben vor der Chorreise vier Lieder angemeldet«, sagt Laux. Drei seien von den Zuständigen im Vatikan genehmigt worden; die Daubringer wurden aber gebeten, ein Stück auszutauschen. In der Heimat übten die Sänger zusammen mit den Teilnehmern eines eigens gegründeten Projektchores diese Lieder ein. Aber ohne Begleitung.

Denn hier kommt der Haken der ganzen Geschichte. Im Petersdom wurden die Harmonie-Mitglieder bei zwei der Stücke von einem Organisten begleitet. »Das konnten wir nicht üben«, sagt Laux. Peter Schmitt, der Chorleiter, hatte vorher mit dem Organisten die Stücke durchgesprochen. Auf dessen Zeichen hin hätte die Harmonie »ohne Zögern« sofort mit dem Singen anfangen müssen. »Trotz fehlender Tonangabe meisterte der Chor die vier geistlichen Beiträge hervorragend«, sagt Laux.

Mozart zum Schluss

Zu hören gab es im bis auf den letzten Platz gefüllten Seitenschiff der Kathedrale aus der Deutschen Messe von Franz Schubert den Eingang, das Gloria sowie das Sanctus. Zum Schluss sangen sie »Ave verum« von Wolfgang Amadeus Mozart. Dass die 32 Sänger der Harmonie – Männer in dunklem Anzug und mit Vereinskrawatte, Frauen mit schwarzem Kleid und roter Kette – dabei auch noch in der ersten Reihe standen, war wohl das i-Tüpfelchen eines gelungenen Auftritts. Das Lob an Schmitt vom Dirigenten des Chores der Sixtinischen Kapelle habe die aufgeregten Sänger beruhigt, sagt Laux. Auch der Priester habe sich am Ende der Messe beim Chor für die dargebrachten Liedbeiträge bedankt. Dass sie dabei beim Einlass Sicherheitskontrollen wie auf einem Flughafen über sich ergehen lassen mussten, störte niemanden der Teilnehmer.

Ein weiterer Höhepunkt – vor allem für die katholischen Teilnehmer der Reise – dann am nächsten Tag. In der Peterskirche war ein großer Teil des Mittelschiffes für die Sonntagsmesse bestuhlt worden – für die Primiz zwölf junger Priester. Dabei handelt es sich um die erste von einem katholischen Priester als Hauptzelebrant gefeierte heilige Messe. Diese wurde auf Großleinwänden auf dem Petersplatz übertragen und von einem großen Teil der Reisegruppe andächtig verfolgt. Anschließend hielt Papst Franziskus eine Andacht, was die Zuhörer unter »Viva la Papa«-Rufen beklatschten.

Viele Erinnerungen werden bleiben – und auch das eine oder andere Mitglied. Denn die Sänger, die in dem Projektchor wegen des Auftrittes im Dom neu hinzugekommen waren, hatten sich gut in den Chor integriert, Fast alle wollen weitermachen.

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