14. März 2012, 14:08 Uhr

Firmeninvestition für Umweltschutz in Mainzlar

Staufenberg (sel). In Neubauten, An- und Umbauten an und in bestehenden Gebäuden und Anlagen sowie die Installation eines neuen Blockheizkraftwerkes zur Kraft-Wärme-Kopplung hat das Palettenwerk E. Lemmer GmbH & Co. KG in Mainzlar rund 700 000 Euro investiert.
14. März 2012, 14:08 Uhr
Das neue BHKW auf dem Gelände des Palettenwerks in Mainzlar: von links: Peter Gefeller, Wilfried Appl, Herbert Lemmer und Hans-Hermann Freischlad. (Foto: sel)

Über die positiven betriebswirtschftlichen Effekte für das alteingesessene Unternehmen hinaus hat diese Innovation unter anderem zur Folge, dass die Umwelt um mehr als 900 Tonnen CO2 pro Jahr entlastet wird und der nun auf dem Firmengelände erzeugte Strom ausreichen würde, um rund 500 Haushalte in Staufenberg zu versorgen.

Bei der Inbetriebnahme der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage des Fabrikats Bosch KWK Systems (früher Köhler & Ziegler in Lollar) erläuterten Firmenchef Herbert Lemmer die betriebliche Notwendigkeit der neuen Anlage sowie Planer Diplom-Ingenieur Hans-Herbert Freischlad von der EDL & HV Freischlad GbR in Haiger und Köhler & Ziegler-Projektleiter Wilfried Appel deren Arbeits- und Wirkungsweise. Des Weiteren informierte sich Bürgermeister Peter Gefeller über die umweltschonende Neuerung.

1 Million Paletten pro Jahr

Das heutige Werk E. Lemmer, gegründet 1925, stellt im Jahr rund eine Million Euro-Paletten her, die, weil sie unter anderem für die Pharmaindustrie, Lebensmittelindustrie und zahlreiche weitere Kunden bestimmt sind, durch Wärme hygienisiert und getrocknet werden müssen. Für diesen Trocknungsprozess wurden vor der Investition in das BHKW bis zu 45 000 Liter Heizöl pro Monat benötigt.

Zudem bezog das Palettenwerk rund 600 000 kWh Strom im Jahr von einem örtlichen Anbieter. Durch die, so Freischlad, mutige Entscheidung der Firma Lemmer, die Trockenkammern mit einer Wärmerückgewinnungsanlage auszustatten und durch die Investition in ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk – das Strom erzeugt und gleichzeitig die Abwärme nutzt und damit die eingesetzte Energie bis zu 90 Prozent nutzt – wird ab sofort auch unter Berücksichtigung des Kapitaldienstes, eine Energieeinsparung von rund 25 Prozent erreicht.

Die Versorgung der beiden großen Trockenkammern auf dem Werksgelände erfolgt nun mit Abwärme aus dem Blockheizkraftwerk, verbunden mit der Umweltentlastung um die genannten 900 Tonnen CO2 im Jahr. Würde, so der Vergleich Freischlads, die bei Lemmer erzeugte Menge Strom, mit der die genannten 500 Staufenberger Haushalte mitversorgt werden könnten, in einem üblichen deutschen Großkraftwerk erzeugt, würde die dabei anfallende Abwärme über die Kühltürme nutzlos abgegeben.

Lemmer dagegen trocknet mit dieser Abwärme, erzeugt im eigenen BHKW, eine Million Paletten im Jahr und hygienisiert sie für die Exportverwendung nach den internationalen Standards. »Mit Maßnahmen wie der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Staufenberg ist die Energiewende zu schaffen«, waren sich die Experten mit Bürgermeister Gefeller einig.

Denn Blockheizkraftwerke ersetzten und ergänzten die nicht immer vorhandene Stromerzeugung aus Fotovoltaik- und Windkraftanlagen. Eine für die Zukunft angestrebte 50-prozentige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Sonnenkraft in Verbindung mit einer 50-prozentigen Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung bedeute eine hocheffiziente Energieverwendung: Stromerzeugung bei gleichzeitiger Wärmenutzung.



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