08. Mai 2014, 16:48 Uhr

Reiskirchener Sozialstation zieht positive Bilanz

Ende November stand die Sozialstation vor einem Neuanfang, nachdem die Gemeindevertretung entschieden hatte, die ambulante Pflege nicht an die »Genossenschaft Sozialstation« abzugeben. In einem Pressegespräch zogen die Verantwortlichen nun eine erste Bilanz. Bürgermeister Kromm sieht sich bestätigt.
08. Mai 2014, 16:48 Uhr
Über steigenden Zuspruch erfreut: (von links) Bürgermeister Dietmar Kromm, Yvonne Walther, Silvia Königs, Kornelia Filipp, Nicole Frank (kaufmännische Leiterin), Ida Liders und Pflegedienstleiterin Katharina Tröller. (Foto: rüg)

Reiskirchen (rüg). Er rechne eher mit einem Zuwachs an Patienten, hatte Bürgermeister Dietmar Kromm Ende November gesagt. Damals stand die , nachdem die Gemeindevertretung entschieden hatte, die ambulante Pflege nicht an die »Genossenschaft Sozialstation« abzugeben. Mit seiner Einschätzung sollte Kromm bislang Recht behalten, wie in einem Pressegespräch gestern Vormittag deutlich wurde. Denn der Patientenstamm ist im vergangenen halben Jahr von knapp unter 50 auf 57 gestiegen.

Darüber hinaus wurden mit Silvia Königs (seit April) und Kornelia Filipp (seit März) zwei weitere 75-Prozent-Pflegekräfte fest eingestellt, nachdem eine Mitarbeiterin zum 1. Januar die Sozialstation in Richtung Genossenschaft verlassen und eine weitere Fachkraft zum 30. Juni gekündigt hat. Somit verfügt die gemeindliche Sozialstation weiterhin über fünf Festangestellte und kann außerdem auf zwei Aushilfen zurückgreifen. »Das Angebot ist unverändert und die Patientenzahlen sind gestiegen. Das zeigt ein großes Vertrauen in die Gemeinde-Sozialstation«, stellte Bürgermeister Kromm fest.

Man sei weiterhin an einer qualitativ hochwertigen Pflege interessiert und werde daher nur Fachkräfte einstellen. Eine Ausweitung des Angebots sei schon mal thematisiert worden, das aber würde eine Erweiterung im Bereich des Personals bedeuten, und dafür müssten ja zunächst die Rahmenbedingungen durch die Politik geschaffen werden.

Dennoch schaue man genau hin, wie die Bedarfe in der Bevölkerung sind. »Wir wollen gewährleisten, dass die Menschen so lange wie möglich dort wohnen können, wo sie sich wohl und geborgen fühlen.«

Dies unterstrich auch die kaufmännische Leiterin Nicole Frank. Zunächst gehe es um eine Qualitätssteigerung zum Beispiel auch durch Schulungen der Mitarbeiterinnen für die Angehörigen- und Beratungsgespräche, da sich die Anforderungen in der Pflege ständig veränderten. »Qualitativ« schließt aber auch die Erreichbarkeit der Sozialstation ein, was in der Vergangenheit nicht immer gewährleistet war. Denn wenn ein Anrufer in der Einrichtung nicht gleich einen Kontakt bekomme und an die Verwaltung weitergeleitet wird, ohne dass es einen Hinweis auf die Weiterleitung gibt, lege er schließlich auf und gewinne den Eindruck, die Station sei nicht besetzt. Auch habe man stellenweise Empfangsprobleme gehabt.

Neue Telefonanlage geplant

Dies soll sich mit einer neuen Telefonanlage und passender Datenverarbeitung (Computer) in nächster Zeit positiv ändern. Rund 6000 Euro sind für diese Investition veranschlagt, ein Antrag auf Bezuschussung beim Förderverein gestellt – »vor sieben Wochen«, sagte Kromm, er habe aber noch keine Antwort erhalten. Deshalb werde man baldigst mit dem Förderverein ins Gespräch kommen müssen. »Wir wollen erfahren, wie sich der Förderverein eine zukünftige Unterstützung der gemeindlichen Sozialstation vorstellt«, erklärte der Bürgermeister.

Der Förderverein hatte seine Satzung im vergangenen Jahr dahingehend geändert, dass er auch die »Genossenschaft Sozialstation« unterstützt. Da die Verantwortlichen in der Genossenschaft und im Verein zum Teil dieselben sind, war ihnen seitens der Politik der Vorwurf des Interessenskonflikts gemacht worden. Diese Vorgehensweise habe auch viele Mitglieder verunsichert, meinte Frank. Kromm wies darauf hin, dass Spenden an die gemeindliche Sozialstation auch direkt über die Verwaltung erfolgen können.

Zur Modernisierung, so Kromm, gehöre auch der Fuhrpark. Seit Mitte Dezember verfüge die Sozialstation über vier neue Pkw. Diese seien geleast und im Wirtschaftsplan enthalten.

Eine Konkurrenz der beiden ambulanten Pflegen auf dem Gebiet der Gemeinde Reiskirchen sei eigentlich nicht spürbar, das Verhältnis zu den Hausärzten sei sehr gut und es gebe auch keinen Rückgang bei den Kunden, berichtete Pflegedienstleiterin Katharina Tröller. Allerdings werde man manchmal von Patienten auf die Situation angesprochen. Es sei für manche verwirrend, dass es zwei Sozialstationen gebe, ergänzte Pflegekraft Yvonne Walther. Kornelia Filipp bedankte sich für das Vertrauen der Patienten gerade in der Übergangszeit. Des Weiteren gehört Ida Liders zum Team.

Reiskirchener Sozialstation bleibt in Gemeindehand

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