06. Juni 2011, 11:05 Uhr

Mongolisches Armeeorchester erntete in Reiskirchen viel Beifall

Reiskirchen (la). Reiskirchen ist dank des Musikvereins ein Mekka der Instrumentalmusik. So überrascht es nicht, dass zwei hochkarätige Musikveranstaltungen innerhalb von nur einer Woche für jeweils ein nahezu ausverkauftes Bürgerhaus sorgten - wie beim Konzert des Zentralorchesters des Generalstabs der mongolischen Streitkräfte.
06. Juni 2011, 11:05 Uhr
Leutnant Battur beim Tanz.

Fast alle Musiker sind Absolventen der Musikakademie und beherrschen ihre Instrumente auf höchstem Niveau. Ihre Auftritte absolvieren sie hauptsächlich bei den staatlichen Zeremonien in der Mongolei. Aber auch an Musikfestivals im Ausland hat das Orchester schon mehrfach teilgenommen und bei Fernsehauftritten Ansehen erworben.

Für die Reisen ins Ausland, wie jetzt nach Deutschland, hat das Orchester eine kleinere Besetzung von 36 Mitwirkenden. Chef des Zentralorchesters der Mongolei ist Tumurbat Tsedensodnom.

Auch Pferdekopfgeige kam zum Einsatz

Möglich war diese einmalige Veranstaltung nur durch die fast 45-jährige Freundschaft des Leiters der Reiskirchener Musiker, Otmar Scheld, und des Leiters des Spielmanns- und Fanfarenzugs Alsfeld, Karl-Heinz Dechert, der ebenfalls beim Konzert anwesend war, wie Tanja Müller-Schlösser bei der Begrüßung erläuterte.

Anschließend folgte ein über 90-minütiger Ohrenschmaus exzellenter Musik, die auch das breite Spektrum des Orchesters offenbarte. Zunächst war das Repertoire dem eigenen Kulturkreis gewidmet. Doch darauf beschränkte sich das breitgefächerte Programm keineswegs. Swing und Jazz waren ebenso dabei wie auch europäische Klänge, so beispielsweise der Radetzky-Marsch, bei dem das Publikum fleißig im Takt mitklatschte. Selbstverständlich gehörte auch der um 1889 von Carl Teike in Ulm komponierte Marsch »Alte Kameraden«, einer der populärsten und meistgespielten Märsche, zum Repertoire.

Nai Sodbileg, der als Dolmetscher fungierte, stellte sein Land kurz vor, das mehrfach größer als Deutschland ist, jedoch wesentlich weniger Einwohner hat. Vielleicht lernen ja die Reiskirchener Musiker dieses Land auch einmal kennen; denn mit viel Begeisterung wurde die Einladung zu einem Konzert in der Mongolei aufgenommen. Leutnant Battur gefiel mit eleganten Bewegungen und Tänzen, die in diesem Land ebenfalls einen wichtigen Teil der Kultur ausmachen. Auch eine Pferdekopfgeige, gespielt von Oberstleutnant Ganbat, kam zum Einsatz.

Damit verbunden ist folgende Geschichte: Es ist bekannt, dass Mongolen Pferde lieben und mit ihnen eng verbunden sind. Als ein Pferd verendete, baute dessen Besitzer aus Holz eine Geige und verwendete die Mähne des Pferdes für die Saiten. Und als Zeichen der Liebe zu seinem Tier schnitzte er noch einen Pferdekopf, der die Geige zierte. So gaben der Tänzer und der Geigenspieler ebenfalls Einblicke in die Jahrtausende alte Kultur der Mongolei und vermittelten einen Hauch von Asien im Bürgerhaus.

Herzlicher Dank an die Gastgeber

Das Publikum hatte die sympathischen Musiker schon von Anfang an ins Herz geschlossen und quittierte jedes Stück mit langanhaltendem Beifall, der sich am Ende des Konzerts in stehende Ovationen verwandelte. Selbstverständlich verstanden die Musiker diesen Dank auch als eine Bitte um eine Zugabe, die mehrfach gewährt wurde.

Ortsvorsteher Karl-Heinz Scherer, der auch die Grüße des wegen eines anderen Termins verhinderten Bürgermeisters Holger Sehrt übermittelte, dankte den Gästen für ein hervorragendes Konzert. Scherer, der die Gäste auch tagsüber in Reiskirchen und Gießen (Mathematikum) begleitet hatte, überreichte als Geschenk des Gastgebers ein Kupferrelief der Gemeinde Reiskirchen mit den Bildern der Ortsteile und ein Bild des Blasorchesters Reiskirchen.

Nai Sodbileg, der für die Präsente dankte, übergab eine Flagge seines Landes und eine Plakette des Verteidigungsministeriums, als dessen Vertreter er fungierte. Nach dem Dank für die hervorragende Gastfreundschaft in Reiskirchen folgte zum Schluss sein »Sain Saikhniig kusye« - »Alles Gute«.

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