29. August 2014, 17:08 Uhr

Drei Jungvögel: Zweite Turmfalkenbrut in Ettingshausen

Reiskirchen (rüg). Turmfalken-Bruten sind im Haus Berck in Ettingshausen keine Seltenheit. Doch wie staunte Otto Berck vor einigen Wochen, als er zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Brut in dem kleinen Verschlag entdeckte, den er unter dem Dach gebaut hatte.
29. August 2014, 17:08 Uhr
Zweite Brut in diesem Jahr: Der neugierige Turmfalke und seine beiden Geschwister nisten unter dem Dach von Otto Bercks Haus in Ettingshausen. (Foto: Rüdiger Geis)

Nachdem schon im Frühjahr vier Küken dort großgezogen worden waren, bevölkerten nun drei weitere den Nistkasten. Die drei Jungvögel sind gut gewachsen, werden sie doch schließlich bestens von ihren Eltern versorgt, wie die eine oder andere tote Maus in ihrem Nistkasten beweist. Nicht mehr lange, dann werden sie flügge und ihren ersten Flugversuch unternehmen. »Dann stehen die manchmal tagelang auf dem Absprungbrett«, weiß Berck. Klar, so ein erster Absprung ins Ungewisse fordert schon viel Mut.

Das Interesse von Turmfalken an dem Haus im Ettingshäuser Kiefernweg entstand, als dieses noch im Rohbau stand. Da übernachteten die Raubvögel schon einmal auf der für den Schornsteinfeger gedachten Leiter im Dachboden. Das geht auch besser, dachte sich Zimmer- und Maurermeister Otto Berck und baute einen hölzernen Nistkasten in den Dachwinkel, den er auf der Innenseite mit einer kleinen Glasscheibe versah – zwecks Beobachtung.

Seit 1993 regelmäßig Bruten

Die neue Behausung wird seit 1993 regelmäßig von Turmfalken angenommen, zwischenzeitlich brütete dort auch schon mal eine Schleiereule. Und einmal kämpften zwei Turmfalken sogar um die Behausung, berichtet Berck. Der 86-Jährige hat akribisch Bilanz geführt und für jedes Jahr aufgeschrieben, wie viele Küken geschlüpft waren: insgesamt 48 von Falken und zwei von Schleiereulen. Nur im Jahr 2005 konnte er keinen Erfolg melden. Das lag aber eher an den damaligen Umbauarbeiten. Dafür gab es in diesem Jahr gleich sieben Falken-Küken – und das auch noch in zwei Bruten. »Zweitbruten bei Falken sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Gerade in diesem Jahr, in dem wir wieder sehr viele Mäuse haben, kann das bei Turmfalken gut sein. Mäuse sind deren Hauptbeute, und in 2012/2013 gab es kaum welche, was man auch am Bruterfolg der anderen Mäusefresser (Mäusebussard, Schleiereule) gemerkt hat. Auch von der Schleiereule kennt man das, dass es Mehrfachbruten und auch noch sehr späte Bruten geben kann. Das dient dazu, Bestandsverluste die zum Beispiel durch lange Schneewinter passieren, wenn die Mäuse nicht zugänglich sind, auszugleichen«, erklärte auf Anfrage dieser Zeitung Dr. Tim Mattern vom NABU-Kreisverband.

Der Turmfalke sei in Hessen und der hiesigen Region eine häufige Art. »Ich gehe davon aus, dass die Bestände bei uns recht stabil sind, eben mit den üblichen natürlichen Schwankungen«, so Mattern. Eine konkrete Bestandszahl für den Kreis lasse sich aber nur schwer nennen, da keine flächendeckende Erhebung stattfinde, so dass die Zahlen im vogelkundlichen Jahresbericht nicht für den ganzen Kreis einen Überblick bieten, sondern nur eine Sammlung gemeldeter Bruten seien.

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