18. September 2013, 18:08 Uhr

Bahnhof Reiskirchen kommt unter den Hammer

Reiskirchen (rüg). Der Reiskirchener Bahnhof ist seit Jahren weitgehend ungenutzt und soll am kommenden Samstag im Rahmen der »Herbstauktion« der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG in Köln versteigert werden.
18. September 2013, 18:08 Uhr
Kommt am Samstag in Köln unter den Hammer: der Bahnhof in Reiskirchen. (Foto: rüg)

Er ist einer von sieben Bahnhöfen in Hessen und Rheinland-Pfalz, die an diesem Tag unter den Hammer kommen – unter Aufsicht des Notars Konrad Adenauer, eines Enkels des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland.

Für das überwiegend leerstehende Gebäude in der Grünberger Straße 36 gibt es ein Mindestgebot von 7500 Euro. Der Bahnhof in der Reiskirchener Ortsmitte ist umgeben von ein- nis zweigeschossigen Wohngebäuden, zum Teil mit Ladengeschäften in den Erdgeschossen. »Das Umfeld hinterlässt einen gepflegten Eindruck. Neben dem Gebäude gibt es einen aktiven Bahnhaltepunkt der Deutsche Bahn AG«, heißt es in den Auktionsunterlagen.

Die Grundstücksgröße beträgt knapp 500 Quadratmeter, die Wohn- und Nutzfläche wurde mit insgesamt 206 Quadratmetern angegeben. Davon sind 52 Quadratmeter vermietet. Das zweigeschossige, unterkellerte Bahnhofsgebäude verfügt über eine Wohneinheit mit separatem Eingang. Im erdgeschoss befindet sich neben diversen Räumen der von der DB angemietete Dienstraum. Das Satteldach hat eine Kunstschieferschindeleindeckung. Die Holzfenster sind isolierverglast, die Metallfenster haben eine Einfachverglasung. Es gibt kein zentrales Heizsystem in der Wohnung.

»Das Objekt befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand«, erklärte das Auktionshaus auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung, wies jedoch auch darauf hin, dass es schon Interessenten gebe, über deren Nutzungskonzepte man jedoch nicht informiert sei.

Für das Bahnhofsgebäude gibt es keinen Bebauungsplan. Für eine mögliche Nutzung sollte ein Investor sinnvollerweise mit der Gemeindeverwaltung Verbindung aufnehmen, damit die planungsrechtlichen Schritte in die Wege geleitet werden können. Als Nutzung kämen Wohnungen ebenso infrage wie – nicht zuletzt aufgrund der zentralen Lage und der verkehrlichen Anbindung über die B 49 und den vorhandenen Bahnhaltepunkt – Büros für Dienstleistungsfirmen, Geschäfte oder Gastonomie. So wurde beispielsweise auch im ehemaligen Bahnhof in Großen-Buseck erswt vor einigen Wochen ein Speiselokal eröffnet.

Ein Blick in die Hiistorie: Der Bahnhof Reiskirchen wurde am 29. Dezember 1869 mit Einfahrt des ersten girlandengeschmückten Eisenbahnzuges »eingeweiht«. Er entstand an der Strecke der sogenannten Vogelsbergbahn, einer eingleisigen Hauptbahn von Gießen über Alsfeld nach Fulda. Die Konzession für Bau und Betrieb wurde seitens des Großherzogtums Hessen-Darmstadt am 4. April 1868 der Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft erteilt. Am 29. Dezember 1869 wurde die Teilstrecke Gießen–Grünberg eröffnet

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bahnhöfe
  • Bundeskanzler Konrad Adenauer
  • Deutsche Bahn AG
  • Enkel
  • Großherzogtümer
  • Notare
  • Wohngebäude
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos