06. Oktober 2010, 18:48 Uhr

Auf zwei Rädern von Orgel zu Orgel im Dekanat Kirchberg

Reiskirchen (la). Ein besonderes Erlebnis war die Orgelradtour des Dekanates Kirchberg zum Erntedankfest. Sicherlich trug das herrliche Herbstwetter zum Gelingen der Veranstaltung bei, und die Orgelkonzerte an den einzelnen Stationen, begeisterten die Besucher immer wieder aufs Neue. Die musikalische Tour führte von Beuern über Winnerod nach Reiskirchen.
06. Oktober 2010, 18:48 Uhr
Daniela Werner (Foto: la)

Reiskirchen (la). Ein besonderes Erlebnis war die Orgelradtour des Dekanates Kirchberg zum Erntedankfest. Sicherlich trug das herrliche Herbstwetter zum Gelingen der Veranstaltung bei, und die Orgelkonzerte an den einzelnen Stationen, begeisterten die Besucher immer wieder aufs Neue. Die musikalische Tour führte von Beuern über Winnerod nach Reiskirchen.

Den Anfang machte Dekanatskirchenmusiker Alexander Lang in der evangelischen Kirche in Beuern. Bereits mit 14 Jahren übernahm Lang seine erste Organistenstelle in Lichenberg an der innerdeutschen Mauer. Im gleichen Jahr legte er die D-Prüfung ab. Im vereinten Berlin studierte er an der Universität der Künste Kirchenmusik sowie Stimmbildung und Chordirigieren an der Hochschule für Musik in Weimar. Zum »Tag der Deutschen Einheit« bot Lang in der evangelischen Kirche in Beuern nur Werke deutscher Komponisten auf der Orgel dar. Sein Konzert begann mit der »Chiacone von Johann Pachelbel, einem norddeutschen Komponisten des Frühbarock. Anschließend waren Improvisationen über deutsche Kinderlieder des 19. und 20. Jahrhunderts zu hören. »Elsas Traum« (Richard Wagner), das »Presto« von Johann Sebastian Bach (Barock) und »Wind of Change« von der deutschen Rockgruppe Scorpions folgten. »Der Triumphmarsch«, »Nun danket alle Gott« und das »Gloria« von Max Reger (19. Jahrhundert) beendeten ein Konzert, bei dem der Organist immer wieder mit viel Beifall bedacht wurde.

Von Beuern führte die Radtour nach Winnerod in das dortige Gotteshaus. »Trotz dem alten Drahe«, eine Bass-Arie von Dietrich Buxtehude (norddt. Frühbarock) brachte Alexander Lang instrumental und gesanglich zu Gehör. »Ein feste Burg ist unser Gott« wurde gleich in zwei Variationen (von Michael Praetorius, 16. Jahrhundert und von Max Reger, 19. Jahrhundert) dargeboten. Dem folgte das »Finale« (D-Dur) von Felix Mendelssohn Bartholdy (19. Jahrhundert).

Der zweite Teil wurde von Dekanatskirchenmusikerin Daniela Werner gestaltet. Werner studierte Instrumental- und Gesangspädagogik mit Hauptfach Akkordeon in Wiesbaden und Wuppertal. Danach folgte während der Lehr- und Dirigiertätigkeit ein Zweitstudium der A-Kirchenmusik in Frankfurt/Main. Gegenwärtig ist Daniela Werner hauptamtliche Kirchenmusikerin im Dekanat Kirchberg und vorwiegend in der Kirchengemeinde Treis sowie im Dekanat mit der Kantorei »Collegium Vocale« Kirchberg und in der Projektarbeit eingesetzt. In der Kirche in Winnerod war das Akkordeon das Instrument von Daniela Werner. Melancholie und aggressive Trauerausbrüche vereinte das Stück »Adios nonino« von Astor Piazolla, dem argentinischen Wegbereiter und Meister des Tangos nuevo. Der Komponist schrieb das Werk zum Tode seines Vaters. Von dem gleichen Komponisten folgte »Libertango«, ein pulsierender Tango mit der Sehnsucht nach Befreiung. Eine »Canzonetta« von Dietrich Buxtehude und das »Präludium« von Hans Brehme waren weitere Werke, bevor die Radtour nach Reiskirchen, der letzten Station, führte. Dort gestaltete Daniela Werner das Orgelkonzert. Es war eine Vielfalt von Werken deutscher Komponisten. Der »Toccata« (Johann Pachelbel), folgten das »Präludium« (Johann Sebastian Bach, Hochbarock) und das „G-Dur-Präludium von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch ein Werk von Robert Schumann, wurde geboten. Mit großem Beifall aufgenommen wurde auch der »Bossa nova« über den Choral »Wunderbarer König« (Johannes Matthias Michel 1998). Alle Register zog Daniela Werner zum Schluss des Konzertes mit dem Werk »Komm Herr, segne uns«, eine virtuose und fröhliche Komposition über den Choral des Gießener Petruskirchenkantors Herfried Mencke. Auch da war der lang anhaltende Beifall Ausdruck des uneingeschränkten Dankes für hervorragende Orgelmusik. Abschließend trafen sich alle Teilnehmer der Orgelradtour im evangelischen Gemeindehaus in Reiskirchen zum Kaffeetrinken.



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