13. Februar 2012, 13:08 Uhr

Närrische Gangster und Ganoven im Emirat Rabenau

Rabenau (vh). Die ausverkaufte Prunksitzung der »Blauen Raben« am Samstag in Londorf sorgte wieder für reichlich närrischen Spaß und beste Unterhaltung. Den »Bolzenorden« gab es diesmal für Bürgermeister Kurt Hillgärtner als »Belohnung« für den Fassanstich bei der Einweihung des Waggonbistros in Odenhausen.
13. Februar 2012, 13:08 Uhr
»Jailhouse Rock« mit den »Sternchen«. (Foto: vh)

Bürgermeister Hillgärtner wurde vorigen Herbst in seiner Funktion als Rathauschef wiedergewählt, er hatte kurz zuvor anlässlich der Eröffnung des Waggonbistros »Gleis 1« in Odenhausen beim Fassanstich allerdings ein weniger glückliches Händchen. Statt ordentlich in Krüge lief ein Großteil des Gerstensaftes unkontrolliert davon.

Am Samstagabend wurde Hillgärtner von der Vergangenheit eingeholt. Denn in Rabenau wird keine Ungeschicklichkeit vergessen. Ereignisse zur allgemeinen Belustigung nehmen den Weg als Aktenvermerk des Marktwächters für seine Bekanntmachungen am Michaelismarkt oder in den Notizblock der »Blauen Raben« für eine Nominierung zum Träger des »Bolzenordens«.

Den trägt im Jahr 2012 kein anderer als der Bürgermeister. Tröstlich, dass Prinzessin Nadine I. in der Prunksitzung des Karnevalvereins »Blaue Raben« in der ausverkauften Lumdatalhalle höchstpersönlich das hölzerne Ehrenzeichen übergab.

Unter dem Kampagnenmotto »Schüsse hallen durch die Nacht, Ganoven feiern Fassenacht« kam prächtige Stimmung auf, und so mancher Höhepunkt sorgte für Begeisterung. Sitzungspräsident Timo Momberger verkündete, die größten Ganoven der Rabenau säßen jetzt hinter Schloss und Riegel. Hinter den Gitterstäben eine angedeuteten Gefängniszelle auf der Bühne schmachtete der Elferrat.

Beruhigt konnten sich die Ehrengäste wie Alt- und Ehrenbürgermeister Wilfried Eckl, Ortsvorsteher Ingo Lich (im Elferrat), »Raben«-Ehrenvorsitzenden Manfred Wissner, Pfarrer Andreas Luipold und die Vertreter des Gemeindevorstands und der Gemeindegremien zurück lehnen.

Ohne eine Leistung zu mindern, darf behauptet werden, dass die Jüngsten wohl am nachhaltigsten auftrumpften. Der Showtanz der »Sternchen« (Trainerinnen: Martina Schmidt, Tina Hentrup, Sabrina Körbächer) mit ihrer enormen Begeisterungsfähigkeit nahm zu »Jailhouse Rock«, einem Hit von Elvis Presley, dermaßen Fahrt auf, dass vom Publikum stehender Applaus gespendet wurde. »Sternchen« Lara Kraft feierte am Prunksitzungstag übrigens ihren neunten Geburtstag.

Viel geredet wurde über Geld, das in der Rabenau bekanntlich fehlt. Bürgermeister Hillgärtner hielt sich allerdings auf Abstand zu offiziellen Haushaltssachen und sinnierte über die Liebenswürdigkeiten, die der Mann seiner Frau zukommen lässt. Klar, der Mann gehe häufig weit über seine Leistungsgrenzen hinaus. Der Aufforderung Hillgärtners an die Frauen im Saal, aufzustehen und eine Hymne auf den Mann nachzusprechen, blieb erfolglos. Noch schlimmer, sie wurde schlicht boykottiert. Die größte Liebenswürdigkeit, zu der ein Mann fähig sei, hänge mit dem Geldsäckel zusammen. Und der Bürgermeister müsse bekanntlich sparen.

Ganz anders der Großwesir alias Diakon Markus Müller, der eine Reihe Vorschläge mitbrachte, wie man in Rabenau sparen könne. Statt Feuerwehrautos riet der Großwesir Kamele anzuschaffen. Bloß wie man das Wasser aus den Höckern wieder rausbekäme müsste noch geklärt werden. Mal sehen, ob der steinreiche Sultan als Chef des Großwesirs bald ein Emirat Rabenau gründet. Man könne ja die Lumda zum Nil verbreitern, so der Abgesandte aus dem Morgenland.

Präsident Momberger attestierte Annekatrin Pfeiff, dem Tanzmariechen der »Blauen Raben«, sie werde »jedes Jahr ein bisschen größer, hübscher und besser«. Trainerinnen sind Ines Hartz und Petra Lich. Hartz habe am großen Hessenquiz mit Jörg Bombach teilgenommen und gewonnen, verriet Momberger. Tanzauftritte lieferten die »Sterne« (Garde und Show), die Mädchen mittleren Alters (trainiert von Aylin Paul, Tamara Bernecker, Lisa Becker), und die große Garde (Garde und Show), trainiert von Cordula Ziemann.

Gastredner Jörn Helbing von den Burkhardsfeldener Karnevalsfreunden lästerte über das politische Tagesgeschehen und wollte sich demnächst eine Wetterjacke von »Jack Wulffskin« kaufen, von der perle alles ab. Christiane Hümmer aus Londorf hielt Rückschau auf die Frauenfußball-WM, bewunderte das Maskottchen Karla Kick und gab Fußballsprüche à la Herberger zum Besten. »Nicht zuletzt aus diesem Grund ist auch der Eckball außen rund«. Die aus Funk und Fernsehen bekannten Gäste aus Hanau, Petra Giesel und Frieder Arndt, begeisterten im Zwiegespräch als Hiltrud und Karl Heinz.

Ihre Aufwartung in der Londorfer Narrhalla machten die Prinzenpaare aus Stadtallendorf (Prinzessin Franziska I. und Prinz Dominik I.) und aus Marburg (Prinzessin Melli I. und Prinz Toni I.). Die Marburger Abordnung hatte als Gastgeschenk eine Darbietung der Tanzmariechen Mandy Braun und Lara Hoffmann mitgebracht.

Für eine ordentliche Karnevalsstimmung sorgte die Kapelle »kreuz und Quer«. Gut aufgelegt waren auch »Die 10« (der Nachwuchselferrat »Wilde Raben«) mit Show und Gesang.



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