15. Juni 2016, 11:43 Uhr

Evangelische Kirchengemeinde Londorf saniert Pfarrhaus

Rabenau (vh). Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Londorf hat, betrachtet man die Zahl der Immobilien, fast städtisches Ausmaß. Viel Gebäudebesitz ist aber Segen und Fluch zugleich: Unterhaltung kostet. Das zeigt sich jetzt am Pfarrhaus.
15. Juni 2016, 11:43 Uhr
Pfarrer Gabriel moderiert die Gesprächsrunde. Einziger TOP: »Umbau und Sanierung des Pfarrhauses«. (Fotos: vh)

Gegenüber dem »Dom der Rabenau«. südlich der Ortsdurchfahrt, befindet sich das aktuelle Sorgenkind: Das imposante, denkmalgeschützte Pfarrhaus steht schon längere Zeit leer, Risse in der Fassade – die Ursache ist fraglich – verhindern die Nutzung. Der Gedanke an mögliche Sanierungskosten dürfte dem Kirchenvorstand schon einige schlaflose Nächte bereitet haben. Das Gebäude, errichtet in den 60ern, also ist keine Zierde mehr, behindertengerecht ist es ohnehin nicht. Es soll nun saniert und überdies umgebaut werden.

Diakoniestation und Gemeindepädagoge nutzen verschiedene Häuser nebenan. Auch jene sind alt, verbraucht und sanierungsbedürftig.

Reiner Becker, ehemals Vorsitzender des Kirchenvorstands und Ingenieur, hatte einmal scherzhaft gemeint, am besten wäre es, alles in die Luft zu sprengen und ein Multifunktionsgebäude neu zu bauen.

Über den Abriss des Gemeindehauses hat der Kirchenvorstand tatsächlich nachgedacht – aber nur kurz, so Pfarrer Jörg Gabriel. Am Mittwoch moderierte er vor Ort eine Gesprächsrunde, einziger Tagesordnungspunkt: »Umbau und Renovierung des Gemeindehauses«. Mit dabei: Ortspfarrer Frank Leissler, Bürgermeister Kurt Hillgärtner und Dipl.-Ing. Thomas Lang als Leiter des Baureferats der evangelischen Regionalverwaltung Oberhessen (Gießen).

Vorweg: Abriss und Neubau kämen wahrscheinlich teurer als die jetzt anstehende Alternative. Ein vorgelegter Vorentwurf des Architektenbüros Weppler/Jungermann (Alsfeld) setzt die Wünsche der Londorfer um. Wie Lang ergänzte, hätten sämtliche Auflagen (etwa Brandschutz) auch bei einem Neubau gegriffen. Drei wesentliche Probleme soll der Umbau lösen. Zum ersten soll im Foyer ein Aufzug die geforderte Barrierefreiheit
gewährleisten (bisher
führt der Weg in den Gemeindesaal nur über eine Treppe). Die Toilette soll neben dem Aufzug entstehen. Zum zweiten: Die Küche, räumlich bisher unpassend angeordnet, erhält direkt neben dem großen Saal ihren neuen Platz. Der Sanitärbereich mit Toiletten und Vorräumen wird im Keller neu gebaut. Des Weiteren entstehen im bisherigen Versammlungsraum im Keller ein Pfarrbüro und der Arbeitsbereich für die Gemeindesekretärin – die Küche wird zum Multifunktionsraum. In der hinteren Ecke des großen Saals entsteht ein Durchbruch für eine Fluchttreppe (zweiter Ausgang). Nicht zu vergessen: Das Dach wird neu eingedeckt, in Ziegel oder mit Trapezblech, und gemäß Vorschrift wärmegedämmt.

Erneuert werden müsste die gesamte Hauselektrik, merkte Leissler noch an. Und Lang bezweifelte, ob die vorhandene noch VDE-gerecht sei. Kommt das Metalldach, wäre auch ein Blitzschutz zwingend. Ansonsten würde man sich auf den vorhandenen auf der Kirche verlassen, steht sie doch exponiert. Das Architektenbüro wird die Ergebnisse der Gesprächsrunde nun in den Entwurf einarbeiten, derweil der Kirchenvorstand mit diesem »Feinschliff« einen Bauantrag beim synodalen Bauausschuss der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau stellt. Umbaubeginn, Kosten und Zuschüsse stehen noch nicht fest.



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