03. November 2011, 19:03 Uhr

»Elementarteilchen«: Ausstellung auf Hofgut Appenborn

Rabenau (vh). »Elementarteilchen« heißt die neue Atelierausstellung im Hofgut Appenborn. Von Karl-Heinz Till, der auf dem Hofgut wohnt, stammen Keramikobjekte, Aschezeichnungen und Enkaustikarbeiten. Caroline Bohlmann aus Eschwege hat Holzbrandkeramik aus Porzellan und Steinzeug mitgebracht.
03. November 2011, 19:03 Uhr
Caroline Bohlmann und Karl-Heinz Till zeigen Keramikarbeiten. (Foto: vh)

Die Kontrasten der künstlerischen Arbeit ergänzen sich. Till bezeichnet sich selbst zuständig »für das Grobe«. Seine archaisch anmutenden, oft unsymmetrisch geformten Objekte sind zum Teil poliert, aber stets unglasiert und offenbaren eher spröden Charme als den Anspruch von Gebrauchsgegenständen. Bei Temperaturen zwischen 1050° und 1280° Celcius im Holzbrandofen steht für den Künstler der Umgang mit und die Umwandlung von Energie als wesentlicher Aspekt seiner Arbeit im Vordergrund.

Ton als plastischer Werkstoff wird zu Unikaten, deren Erscheinungsbild unspezifisch ist, geformt, dann gebrannt. Durch die beim Brennen erhaltene Ausstrahlung sollen Empfindungen beim Betrachter ausgelöst werden. In den Zeichnungen gibt es keinen Stilbruch, sie folgen dem Prinzip einer identitätsfreien Gestaltung.

Bohlmann stellt ebenfalls Holzbrand-Keramik her, aber mit höheren Temperaturen von 1280° bis 1320° Celcius und bei Verwendung von Shino- und Ascheglasuren. Es entsteht Keramik für den täglichen Gebrauch, die in einem kleinen Phoenix-Holzofen gebrannt wird, der von früheren Keramikstudenten der Kunsthochschule der Universität Kassel nach einem Olsen-Modell gebaut wurde. Vorwiegend Vasen, Trinkgefäße oder Schalen.

Die reine Geometrie geht teilweise über in spiralförmige Oberflächen, wodurch die Nähe zum Keramikobjekt hervor gerufen wird. Solche Arbeiten eignen sich daher als Dekoration. Farben und Glasur entstehene im Brand durch Soda- und Ascheanflug. Ähnlich Till möchte die Künstlerin den Überraschungseffekt nach dem Abkühlen nicht missen.

Das Rohmaterial bei Bohlmann ist rotes und weißes Steinzeug und Limoges-Porzellan. Deutlich zarter als die Werke des Kollegen sind bei ihr die Färbungen und Strukturen. Die Verwandtschaft durch das Holzbrandverfahren ist aber nicht zu leugnen und macht die Ausstellung zu einem stimmigen Erlebnis.

Weitere Informationen auf den Internetseiten der Künstler: www.caroline-bohlmann-keramik.de und www.rauchbrand-keramikwerkstatt.de. Geöffnet bis 13. November. Samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 06407-1293.

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