Pohlheim

Zuhörer wurden musikalisch und kulinarisch verwöhnt

Pohlheim (ang). Vor vollem Haus musizierten - wie gestern bereits berichtet der Männerchor des Gesangvereins »Eintracht« Watzenborn-Steinberg und die eingeladenen Gastchöre.
03. März 2008, 21:38 Uhr
Die Beiträge des kleinen Chor der »Harmonie« Daubringen gehörten zu denn Höhepunkten des Komzerts im Hans-Weiß-Saal in Watzenbor
Die Beiträge des kleinen Chor der »Harmonie« Daubringen gehörten zu denn Höhepunkten des Komzerts im Hans-Weiß-Saal in Watzenborn-Steinberg. (Foto: ang)

Zum »Musik und Buffet« hatte der Verein den großen Chor der »Harmonie« Daubringen unter der Leitung von Peter Schmitt, den Wallauer Frauenchor unter der Leitung von Stefanie Reinhard, den Männergesangverein »Teutonia« 1910 Bernbach unter der Leitung von Axel Pfeiffer, den kleinen Chor des Gesangverein »Harmonie« Daubringen unter der Leitung von Peter Schmitt und die »Camerata Vocale« Dutenhofen unter der Leitung von Hubert Kleinmichel eingeladen.

Romantische Werke hatte Chorleiter Hubertus Weimer für den Auftritt des Männerchores des Gesangvereins »Eintracht« ausgewählt. »Abendfriede am Rhein«, »Abschied« und »Unter der Linde« von Matthieu Neumann stimmten das Publikum gefühlvoll ein. Mit dem irischen Reisesegen »An irish blessing« im Satz von Matthias Schmitt verabschiedeten sich die Eintracht-Männer vom Publikum.

Es blieb romantisch im Hans-Weiß-Saal der Volkshalle. Der gemischte Chor der »Harmonie«, von Moderator Volker Tunkel als einer der leistungsfähigsten im Kreis gelobt, blieb im Genre der Romantik. »Die linden Lüfte sind erwacht« von Friedrich Silcher war eine beschwingte Hommage an den nahenden Frühling. Ernst ging es im folgenden Gebet »Richte mein Gott« von Felix Mendelssohn-Bartholdy weiter. Moderne Töne klangen mit »Alle Dinge dieser Welt« von John Rutter durch den Hans-Weiß-Saal. Chorleiter Peter Schmitt begleitete die Sänger am Klavier, die sich glaubhaft mit der Schöpfung der schönen Natur auseinandersetzten. Rhythmisch und harmonisch interessant wurde es mit »Witness« in einem Arrangement von Jack Halloran. Man konnte den Akteuren die Freude am Gesang anmerken. Das Publikum dankte es mit einem besonders kräftigen Applaus. Der Wallauer Frauenchor unter der Leitung von Stefanie Reinhard war kurzfristig für den Frauenchor des Gesangvereins »Jugendfreund«", dessen Chorleiter Matthias Schmitt aus gesundheitlichen Gründen verhindert war, eingesprungen. Der Chor war keineswegs ein schlechter Ersatz, sondern zeigte, dass er allzeit bereit für einen Konzertauftritt ist. Von Josef Gabriel Rheinberger stammte »Ein Bild am Pfade«. Eindrucksvoll beschrieben die Damen die Ruhe eines Heiligenbildes am Wegesrand. Mit »In den Bergen im Licht« von Wilhelm Peterson-Berger schlug der Chor aus dem Marburger Hinterland erneut romantische Töne an. Mit dem bekannten Volkslied »Heideröslein«" in einem Satz von Heinrich Poos zeigte der Chor, dass auch traditionelle Werke sauber gesungen beim Publikum ihre Wirkung nicht verfehlen, zumal, wenn es um Liebesdinge geht. »Morgen muss ich fort von hier«" von Johannes Brahms entlockte dem Publikum erneut einen lauten Beifall.

Seit kurzem erst steht der Männerchor der »Teutonia« Bernbach unter der Leitung von Axel Pfeiffer. Mit »Beata mortui«" von Felix Mendelssohn-Bartholdy und »I will praise thee, o Lord« von Knut Nystedt hatte der Dirigent zwei majestätische geistliche Choräle ausgesucht. »Warum bist Du so ferne«, fragten die Chorfreunde im Liebeslied »Gute Nacht« von Eduard Marschner. Mit »Es war ein Mädchen und ein Matrose« nahm der Chor die Liebesschwierigkeiten einer Engländerin und eines chilenischen Seemannes aufs Korn.

Moderne Werke hat sich der kleine Chor des Gesangvereins »Harmonie« Daubringen auf die Fahnen geschrieben. »Ride the Chariot«, ein Gospel in einer Bearbeitung von Henry Smith sorgte für weitern Schwung im Saal. Besonders das Solo von Heike Görlich begeisterte in der Geschichte vom jüngsten Tag, an dem mit dem Wagen (Chariot) zum Herrn gefahren wird. Lautmalerei sorgte für Lacher im Gassenhauer »Old McDonald has a farm«. Gern hörte man die Tierstimmen und das Arrangement von George Mitchell war anspruchsvoll. Mit »Gloria« von Paul Basler entführte der Chor sein Publikum nach Afrika. Zu Bongotrommeln erklang zur Ehre Gottes ein lateinischer Gesang, der seinen afrikanischen Einfluss nicht verleugnen konnte. Zum Finale gab sich die »Camerata Vocale« Dutenhofen die Ehre. »Am Bodensee« von Robert Schumann bestach durch komplizierte Harmonien und wechselnde Rhythmen. »Es waren zwei Königskinder« im Satz von Max Reger gab dem Chor die Gelegenheit einfühlsam von unerfüllter Liebe zu singen. Bette Midler war bereits mit »The Rose« zu Weltruhm gelangt. Die Frauen der »Camerata«" zeigten sich mit diesem Titel von ihrer besinnlichen Seite. Das letzte Lied des Konzertes war das deutsches Volkslied »Ein Jäger längs dem Weiher ging«. Zum Glück war man auf die Jagdbeute des ängstlichen Waidmannes nicht angewiesen, denn das Büffett stand im kleinen Saal längst bereit.

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