30. September 2014, 18:48 Uhr

Pohlheim: Philipp poltert gegen Bürgermeister Schäfer

Pohlheim (agl). Die Niederlage bei der Bürgermeisterwahl bringt ein Zerwürfnis zwischen dem Kandidaten Karl-Rainer Philipp und Amtsinhaber Karl-Heinz Schäfer (beide SPD) ans Licht. Philipp warf Schäfer am Montagabend auf seiner Facebook-Seite vor, ein Narzisst zu sein.
30. September 2014, 18:48 Uhr
Philipp (Foto: pv)

Später war in einer E-Mail von »selbstverliebten Alleingängen« des amtierenden Bürgermeisters die Rede. Der Beitrag auf Facebook begann mit einem Eingeständnis der eigenen Niederlage und ging über in eine Gratulation an Wahlsieger Udo Schöffmann (CDU). Ihm wünschte Philipp, »dass er als Bürgermeister das macht, für das er gewählt wurde – Arbeit für Pohlheims Bürgerinnen und Bürger. Und nicht das Amt dazu zu nutzen – wie das sein Amtsvorgänger praktiziert hat – den eigenen Narzissmus zu bedienen.«

Schäfer erklärte sich diesen Vorwurf mit der persönlichen Enttäuschung Philipps. Der Amtsinhaber hatte, wie die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete, im Wahlkampf Neutralität gewahrt und nicht seinen Parteigenossen unterstützt. Diese Neutralität sei eine Amtspflicht, die in der Rechtssprechung dargestellt sei, erläuterte Schäfer am Dienstag. Schließlich fügte er hinzu: »Eine Differenz von 35 Prozentpunkten lässt sich nicht durch ein gemeinsames Foto oder dergleichen ausgleichen.« Christdemokrat Schöffmann hatte am Sonntag die Bürgermeisterwahl im ersten Durchgang mit 56,4 Prozent der Stimmen gewonnen. Philipp holte 21,4 und FW-Kandidat Dr. Andreas Viertelhausen 22,2 Prozent.

»Karl-Rainer Philipp ist einfach frustriert. Das kann man auch verstehen«, kommentierte der Pohlheimer SPD-Vorsitzende Dominik Tamme den Facebook-Eintrag und fügte hinzu: »Wir hätten uns manchmal mehr Unterstützung von Karl-Heinz Schäfer gewünscht.« Der Narzissmus-Vorwurf sei allerdings eine persönliche Bewertung Philipps. Dieser habe am Montagabend in einer Sitzung des Vorstands und des Wahlkampfteams, an der auch die Grünen teilgenommen hätten, zugesagt, SPD-Fraktionsvorsitzender bleiben zu wollen. Dafür plädierte Tamme im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung auch. Es gebe in der Pohlheimer SPD keine zwei Lager.

Von einer »persönlichen Wertung« Philipps sprach der Zweite Vorsitzende Horst Biadala. Es sei aber eine »nicht ganz unbegründete« Wertung. Als die Sozialdemokraten Schäfer vor 18 Jahren für die Bürgermeisterwahl nominiert hätten, da habe die Partei den Kandidaten »vorbehaltlos unterstützt«. Über die gesamten drei Amtsperioden habe es keine einzige Verwerfung gegeben, die dazu geführt hätte, dass das Tischtuch zerschnitten worden wäre. Die Unterstützung der SPD sei Schäfer immer sicher gewesen, erläuterte Biadala.

»Er steht gerne in der Zeitung«

Problematisch sei es gewesen, dass nach der Nominierung Philipps im Dezember vergangenen Jahres von Schäfer keinerlei Unterstützung gekommen sei. »Das ist etwas, das weh tut.« Über Schäfers Amtsführung wolle er sich nicht beschweren, stellte Biadala klar. Was den Vorwurf des Narzissmus betreffe, so sei der Amtsinhaber »jemand, der gerne in der Zeitung steht«. (Fotos: Archiv)

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