08. August 2012, 20:03 Uhr

Pohlheim: Neue Gedenktafel am Limesturm gestohlen

Pohlheim (sch). Enttäuscht und verbittert sind die Heimatfreunde Schiffenberg mit Dr. Reinhard Kaufmann an der Spitze, dass die am 14. Juli am Limesturm anlässlich der Gedenkveranstaltung »100 Jahre Barbarenstein« enthüllte Gedenktafel von Unbekannten abgeschraubt und gestohlen wurde.
08. August 2012, 20:03 Uhr
Der enttäuschte Vorsitzende der Hauptvereinigung der Heimatvereinigung Schiffenberg, Dr. Reinhard Kaufmann vor dem Gedenkstein mit der fehlenden Tafel. (Foto: sch)

Dem Vizevorsitzenden der Heimatvereinigung, Klaus-Dieter Schardt, war dies am Mittwoch aufgefallen, und er meldete den Diebstahl sofort der Polizei.

Am 14. Juli jährte sich, wie diese Zeitung berichtete, zum 100. Mal der Tag, an dem der Gießener Psychiatrie-Professor und Mitbegründer der Heimatvereinigung Schiffenberg, Geheimrat Dr. Robert Sommer (1864-1937) bei dem auf Grüninger Gemarkung stehenden Limesturm (zwischen Watzenborn-Steinberg und Grüningen) einen Gedenkstein, den Barbarenstein, errichten ließ. Während der gelungenen Jubiläumsveranstaltung wurde eine Gedenktafel errichtet, die folgenden Text trug: »100 Jahre Barbarenstein am Limes in Pohlheim. In dankbarer Erinnerung an Prof. Dr. Robert Sommer. Die Heimatvereinigung Schiffenberg e.V., 14.07.2012«. Der deutschen Inschrift ging der lateinische Text voraus – wie auch auf dem Barbarenstein. Man sei dankbar, dass Sommer durch seinen Einsatz dieses Stück Limes jedenfalls mit erhalten habe und ebenso dankbar für sein ehrenamtliches Engagement in vielerlei Hinsicht in Gießen und in der Pohlheimer Gemarkung. Er sei der Heimat sehr verbundenen gewesen würdigte Kaufmann am Mittwoch Sommers Wirken.

Das kürzlich von der Firma Metz aus Solms hergestellte Schild im DIN A 3 Querformat kostete dem Hauptverein der Heimatvereinigung Schiffenberg rund 300 Euro. Unbekannte haben das Schild fein säuberlich von den vier noch im Gedenkstein fest verankerten Abstandshaltern abgeschraubt. Dabei handele es sich sicherlich um eine ganz gezielte Maßnahme, denn Vandalen hätten die Gedenktafel zertrümmert, sagte Kaufmann. »Das war ein ziemlicher Schock, das hätte ich nicht erwartet. Es ist so bitter, in unserer Gesellschaft so etwa zu erleben. Ich habe in Deutschland den Eindruck, dass vieles von unseren guten Traditionen und Normen verloren geht und keine Rücksicht mehr genommen wird auf Eigentum der Anderen. Hier ist es sogar Eigentum der Gemeinschaft«, bedauerte Kaufmann.



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