11. Mai 2015, 19:23 Uhr

Pohlheim: 100-Tage-Bilanz von Bürgermeister Schöffmann

Pohlheim (agl). Auf insgesamt 368 Termine in den ersten 100 Tagen als Bürgermeister hat es Udo Schöffmann gebracht.
11. Mai 2015, 19:23 Uhr
Udo Schöffmann an seinem 100. Tag als Pohlheimer Bürgermeister im Garten hinter seinem Amtszimmer. (Foto;: agl)

Der Christdemokrat hatte sich bei der Wahl im September gegen Karl-Rainer Philipp (SPD) und Dr. Andreas Viertelhausen (FW) durchgesetzt, am 1. Februar trat er die Nachfolge des Sozialdemokraten Karl-Heinz Schäfer an. Am Montagmorgen, dem Tag Nummer 100 als Verwaltungschef, hatte der 49-Jährige Besuch von Eltern mit Kindern – Thema Kita-Streik. Der nämlich ist auch in der zweitgrößten Stadt des Landkreises ein Thema, das den Menschen unter den Nägeln brennt. Nach aktuellem Stand sei davon auszugehen, dass die Pohlheimer Kitas am Freitag nicht bestreikt würden, teilt Schöffmann mit (weitere Informationen im nebenstehenden Artikel).

Zum Pressegespräch hat der Garbenteicher am Konferenztisch seines Amtszimmers Platz genommen. 100 Tage, Zeit für eine erste Zwischenbilanz: Was sind aus Sicht des Bürgermeisters die derzeit drängendsten Themen in Pohlheim? Wie lange sind seine Arbeitstage? Kann Udo Schöffmann morgens noch zum Bäcker gehen, ohne als Bürgermeister gefragt zu sein?

Klar, der Kita-Streik sei aktuell, aber er selbst könne ihn nicht beeinflussen, sagt der Rathauschef. Ähnlich gelagert ist der Breitbandausbau, denn der liegt in den Händen des Landkreises. Die Verhandlungen mit Grundstückseigentümern in Sachen Oberweg IV und Hausen-Ost laufen. Ziel ist es, dort Baugebiete zu schaffen.

Hat es den neuen Bürgermeister überrascht, dass der Kita-Bericht einen deutlichen Mangel an Betreuungsplätzen ab September befürchten lässt? Nein, das nicht, antwortet Schöffmann, denn bereits bei den Haustür-Gesprächen im Wahlkampf habe er davon gehört. Wie die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete, spielte das Thema Kita-Plätze auch am Freitag in der Sitzung der Stadtverordneten eine Rolle. Die gesetzlichen Ansprüche habe die Stadt bisher erfüllt, konstatiert der CDU-Mann. Doch diese Vorgabe reiche nicht unbedingt so weit wie der Wunsch der Eltern. Bei seinen Besuchen in den Kindergärten sei ihm aber positiv aufgefallen, wie zufrieden die Kleinen seien. »Die Kinder kommen und wollen Autogrammkarten«, erzählt Schöffmann und lacht.

Eine negative Überraschung habe er hinsichtlich des neuen Mobilfunkmastes in Holzheim erlebt. Er habe nicht damit gerechnet, dass das Thema so hohe Wellen schlage.

Abgesehen vom etwas späteren montäglichen Start beginne sein Arbeitstag um 7.45 Uhr, der Feierabend liege etwa bei 22 Uhr, schildert Schöffmann sein Pensum. Auch an den Wochenenden ist er im Einsatz, besucht Veranstaltungen. Und wie ist das nun, wenn er sich morgens zum Bäcker aufmacht? Gibt es da noch den Privatmann? Wenn er sich in Pohlheim bewege, dann sei das in der Rolle des Privatiers eigentlich kaum möglich, er werde immer in der Funktion des Verwaltungschefs angesprochen.

In naher Zukunft stehen Kinderbetreuung, Straßenunterhaltung und Pflege der Grünflächen auf seiner Agenda, kündigt Schöffmann an. Dass der Start nicht holprig verlief, liegt auch an seinen Mitarbeitern, denen er großes Lob zollt. Und mit den besagten 368 Terminen verhalte es sich so, dass er dabei eben auch 368 Details mitbekommen habe. Folglich sei man in der Regel auch in der Materie drin.



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