22. Mai 2014, 21:38 Uhr

In Holzheim Leidenschaft aus Südafrika

Pohlheim (gdp). Mit Brass-Sound hat die Schülergruppe »OKOSI Junior Brass Band« aus Südafrika ihr buntes Konzertprogramm am Mittwochabend in der Holzheimer evangelischen Kirche eröffnet.
22. Mai 2014, 21:38 Uhr
Auch mit Blechblasinstrumenten wussten die Akteure aus Südafrika zu überzeugen. (Foto: gdp)

Nach einer kurzen Begrüßungsansprache einer Bandschülerin in deutscher Sprache begeisterten die Schülerinnen und Schüler mit Trompete, Posaune, Euphonium und Tuba die 150 Zuhörer mit Titeln wie: »Word of Thanks«, »We have into this Place« und »Crazy Star« das Publikum.

Nachdem sie ihr musikalisches Können auf den Blechblasinstrumenten unter Beweis gestellt hatten, formierten sich die Akteure zu einem A-cappella-Chor und sangen im Altarraum traditionelle Hymnen wie »Masiti – South African« und »Uthi wena« im mehrstimmigen Satz. Bereits hier sprang der Funke der Lebensfreude auf das begeisterte Publikum über.

Ihre musikalische Vielfalt und rhythmische Leidenschaft zeigten die jungen Musiker im Mittelteil des Konzertes an vier Marimbas (große Xylofone) und einer Djem-Trommel. Mit »Halleluja« von Leonard Cohen, »Stand by me« von Ben E. King, »Only you« von Vince Clark und anderen bekannten Titeln verzückten sie die Zuhörer, die begeistert schnipsten, wippten und klatschten. Ruhe und Besinnung durchdrang das Kirchenschiff, als eine Schülerin mit der Querflöte das »Pie Jesu« von Andrew Lloyd Webber mit einem Augenzwinkern zum begleitenden E-Pianisten spielte.

Dadurch unbemerkt hatten sich die weiteren Mitglieder des Ensembles aus der Kirche geschlichen, kurzerhand umgezogen, ehe sie in »Shosholoza-Tracht« singend in die Kirche zurückkehrten. Der »Gumboot«-Tanz (Gummistiefel-Tanz) wurde gezeigt – eine Tanzart, die in Südafrika von farbigen Minenarbeitern eingeführt worden war, weil das Trommeln und Sprechen unter dem Apartheid-Regime verboten war. Beim »Shosholoza« stampften die jungen Akteure mit ihren Gummistiefeln auf den Boden und sangen dazu.

Hymne, die ermutigt

Auch Nelson Mandela hatte dieses Lied gesungen, als er in Gefangenschaft auf Robben Island war. Er hatte den Kampf gegen die Apartheid mit dem Einfahren eines Zuges verglichen. »Sho sholoza« bedeutet »blick nach vorne« oder »Bahn frei für den nächsten Mann«. Es ist eine Hymne die ermutigt, nie aufzugeben. Dass bei diesem Vortrag die ersten Konzertbesucher stehend mitklatschten, verwunderte nicht. Zum Konzertfinale spielten die Musiker auf den Marimbas den traditionellen »Mamba thembu’s Wedding« und »African Galop«, ehe die Brass Band mit Trompeten, Posaune, Hörnern und Tuba sowie dem Titel »Meadowlands« ein gelungenes Konzert beendete.

Organisator Wilfried Grieb aus Holzheim dankte den Schülern und ihrem Leiter Shaun Cloete für den tollen Auftritt, Sarah Engel für die Moderation und ganz besonders den Holzeimer Bürgern die die jungen Musiker in dieser Woche in ihren Familien aufgenommen haben. Am Ausgang wurde um Spenden gebeten und CDs verkauft.

Die 15 Schüler dieses Ensembles sind auf Einladung des Posaunenwerks der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck seit dem 10. Mai und noch bis zum kommenden Montag auf Konzertreise in Deutschland. Das Okosi-Projekt ist die Idee von Shaun Cloete, der schon seit 1975 in der Genadendal Brass Band mitspielt. Seine Sorge um die Jugendlichen Genadendals und anderer ländlicher Gemeinden und Städte in der Overberg-Region war Katalysator für den Start des Okosi-Projekts. Die sozioökonomische Situation in dieser Region gibt Anlass zu großer Sorge. Arbeitslosigkeit und Armut herrschen in den Orten vor.



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