21. April 2016, 09:23 Uhr

Heino vor dem Gastspiel in Pohlheim im Gespräch

Pohlheim (fd). Er tourte durch das wegen des Apartheidsystems geächtete Südafrika und unterstützte einen SPD-Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl seiner Heimatstadt. Er machte Volksmusik und verkaufte damit in Deutschland mehr Platten als die Beatles. Er liebt Filme von Rosamunde Pilcher und stand – zuletzt brachte er zwei Rock-Alben heraus – mit Rammstein auf der Bühne. Am 6. Mai kommt Heino zum Licher Wiesnfest nach Pohlheim.
21. April 2016, 09:23 Uhr
In Deutschland hat Heino mehr Platten verkauft als die Beatles. Nun kommt die nächste. Der Titel: »Arschkarte«. (Foto: dpa)

Was geplant ist? »Ein bisschen Rock. Ein bisschen Volksmusik. Sie müssen wissen: Ich stehe mit einer zwölfköpfigen Band auf der Bühne. Es wird also laut. Und schön«, verrät der 77-Jährige im Interview mit dieser Zeitung.

Der Rock war Heino nie fremd. Im Gegenteil: In den 1950er Jahren, als er anfing, sang er mit seinem Trio Bill Haley und Elvis. »Mit der Volksmusik habe ich nur aus einer Trotzreaktion heraus angefangen. Damals lief fast ausschließlich englische Musik im Radio. Die einzigen deutschen Worte hörte man in den Nachrichten. Also bin ich gegen den Strom geschwommen, damit die schönen alten Lieder nicht in Vergessenheit geraten«, verrät er. Der Erfolg gab ihm recht: In Deutschland brachte er mehr als 50 Millionen seiner unzähligen Alben an den Mann, allein den Titel »Seine großen Erfolge« tragen sechs davon.

»Nicht jeden Tag saufen«

Dabei hatte alles ganz klein angefangen. »Auf dem Weg zur Schule kam ich jeden Morgen an einem Musikgeschäft vorbei. Im Schaufenster stand ein rotes Akkordeon. Zu meiner Mutter habe ich gesagt: ›Das möchte ich unbedingt haben.» Sie erklärte mir dann, dass das leider nicht geht, schließlich war sie Witwe, mein Vater war 1941 gefallen. Aber an Weihnachten stand das rote Akkordeon unterm Baum. Erst einige Zeit später habe ich erfahren, dass es meine Mutter mit fünf Mark im Monat abzahlte«, erinnert er sich an sein erstes Instrument.

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Auch nach vielen Jahren im Geschäft lässt Heino nicht nach. Einer der jüngeren Höhepunkte war das gemeinsame Konzert mit Rammstein in Wacken: »Ich sollte stets an der Seite von Till Lindemann bleiben. Wenn er einen Schritt nach hinten ging, musste ich auch einen Schritt nach hinten gehen. Denn dann kamen die Flammenwerfer. Irgendwann haben sie mich dann also angekündigt, da hätten die Leute auch pfeifen können. Schließlich bin ich ein Volksmusiker. Aber sie haben geschrieen: ›Heino! Heino! Heino!» Das war schon okay«, sagt er im Interview mit dieser Zeitung. Wie sich der 77-Jährige für solche Dinge fit hält? »Viele Kollegen, die wackliger sind als ich, haben auch gelebt. Egal ob als Rockmusiker oder in der Volksmusik muss man aber vieles weglassen: Nicht jeden Tag durch die Kneipen ziehen und saufen!«

Nun steht die nächste Wandlung an: Der Volksmusiker und Rocker widmet sich dem runden Leder: Am 29. April erscheint seine neue Platte, auf der Heino Fußballlieder interpretiert. Titel: »Arschkarte«. Es dürfte also spannend werden, am 6. Mai auf dem Wiesnfest in Pohlheim. Neben Heino sollen Mickie Krause und die Blechblosn auftreten.

+++ Das komplette Interview mit Heino lesen Sie kommenden Mittwoch im Streifzug.

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