06. Juni 2010, 19:44 Uhr

Für vier Tage mal Bundestagsabgeordneter in Berlin sein

Pohlheim/Berlin (sch). Hautnah am beruflichen Alltag eines Bundestagsabgeordneten teilhaben, das ist der Traum vieler junger Politikbegeisterter. Der 16-jährige Dennis Bach aus Watzenborn-Steinberg, Sohn der Eheleute Stephanie und Thilo Harnisch (Stadtverordneter der CDU Pohlheim), tut derzeit genau dies.
06. Juni 2010, 19:44 Uhr
Spielt derzeit Politiker in Berlin: Dennis Bach. (Foto: sch)

Pohlheim/Berlin (sch). Hautnah am beruflichen Alltag eines Bundestagsabgeordneten teilhaben, das ist der Traum vieler junger Politikbegeisterter. Der 16-jährige Dennis Bach aus Watzenborn-Steinberg, Sohn der Eheleute Stephanie und Thilo Harnisch (Stadtverordneter der CDU Pohlheim), tut derzeit genau dies. Er weilt seit Samstag bis einschließlich dem morgigen Dienstag für vier Tage in Berlin und schlüpft wie 312 andere Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet beim Planspiel »Jugend und Parlament 2010« in die Rolle eines Bundestagsabgeordneten.

Dennis Bach ist Schüler der Gesamtschule Gießen-Ost und besucht derzeit die zehnte Klasse. Er engagiert sich in der Jungen Union (JU), in der Schüler Union (SU) und machte vor einiger Zeit ein Praktikum im Wahlkreisbüro von Volker Bouffier. Der hessische Innenminister knüpfte Kontakt zum Bundestagsabgeordneten Dr. Helge Braun, der Dennis Bach am 21. April dieses Jahres zu dem Projekt einlud.

Dennis Bach ist einer von 312 Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet und vertritt bei der jährlich einmal vom Besucherdienst des Deutschen Bundestages durchgeführten Großsimulation des Planspiels den Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten Dr. Helge Braun (CDU). Das Planspiel leistet einen Beitrag, den Weg der Gesetzgebung für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 20 Jahren nachvollziehbar zu machen. Dazu übernehmen die Teilnehmer die Rollen fiktiver Abgeordneter. Mit neuem Namen, neuer Biographie und neuer politischer Gesinnung ausgestattet, befassen sie sich mit verschiedenen politischen Themen.

Um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Hineinversetzen in ihre neuen Rollen zu erleichtern, erhalten sie komplette Rollenprofile. Anstatt den realen Fraktionen des Bundestages treten die Jugendlichen in den vier Tagen Parteien bei, die an die real existierenden angelehnt sind: Konservative Volkspartei (KVP), Arbeiterpartei Deutschlands (APD), Liberale Reformpartei (LRP), Partei der sozialen Gerechtigkeit (PSG) und Ökologisch-sozialen Partei (ÖSP). Mit neuem Namen, neuer Biographie und neuer politischer Gesinnung ausgestattet, müssen die jungen, politikbegeisterten Menschen vier Entwürfe durch das Gesetzgebungsverfahren bringen - oder auch nicht.

Zunächst gilt es jedoch, die einzelnen Gremien - Fraktionen, Landesgruppen, Ausschüsse - zusammenzusetzen und die jeweiligen Vorsitzenden zu wählen. Anschließend debattieren die neuen »Abgeordneten« die fiktiven Gesetzesvorlagen und arbeiten an einer gemeinsamen Linie, die sie dann gegenüber den anderen Fraktionen vertreten müssen. Die Entwürfe für die parlamentarischen Beratungen sind so zugeschnitten, dass sie Anlass für kontroverse Diskussionen nicht nur zwischen der Koalition und der Opposition, sondern auch innerhalb der einzelnen Fraktionen geben. Wie die einzelnen Vorhaben konkret aussehen, erfahren die jungen Menschen erst zu Beginn des Planspiels, damit sie den gleichen Ausgangspunkt haben.

Das Planspiel orientiert sich weitgehend am tatsächlichen Ablauf im Deutschen Bundestag. Will heißen: Die erste Fraktionssitzung gehört ebenso zum Programm, wie Arbeitsgruppensitzungen oder Verhandlungen in den Ausschüssen. Der Lernprozess ist dabei sehr intensiv. Umfangreiches Wissen wird in kürzester Zeit aufgenommen, reflektiert und umgesetzt. Neben den fachlich-thematischen Kompetenzen werden dabei auch soziale Fähigkeiten gefördert.

Das Planspiel »Jugend und Parlament 2010« wird live im Internet übertragen. Der Bundestag nutzt hierfür sein Jugendportal <%LINK auto="true" href="http://www.mitmischen.de" text="www.mitmischen.de" class="more"%>, wo Interessierte am heutigen Montag von 9 bis 10 Uhr und am morgigen Dienstag von 9 bis 12 Uhr fündig werden. Nach dem Ende des Planspiels soll auch eine Fernseh-Reportage online abrufbar sein.



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