20. Oktober 2011, 18:23 Uhr

Freibad in Holzheim braucht neue Beckenwanne

Pohlheim (agl). Alternative Bestattungsformen, Dorfladen und das Freibad: Mit drei besonders bedeutsamen Themen befasste sich der Holzheimer Ortsbeirat in seiner Sitzung am Mittwoch.
20. Oktober 2011, 18:23 Uhr

Was den Friedhof angeht, so wird sich das Gremium morgen vor Ort ein Bild machen, wie mit den Folgen des Unwetters umzugehen ist. Bäume waren umgestürzt, und auch der Zaun steht nicht mehr gerade. Aus der Stadtverwaltung kam der Vorschlag, einige wenige neue Bäume zu pflanzen und den Zaun durch eine Hainbuchenhecke zu ersetzen. Was eine alternative Bestattung angeht, so ist derzeit eine Friedparkanlage im Gespräch, auf der um eine Stehle herum etwa acht Urnen in den Boden eingelassen und die jeweilige Stelle mit einer Platte versehen würde. Für den Ortsbeirat würden auch Wiesengräber in Frage kommen, wie Horst Biadala (SPD) informierte. Konkret würden die Erdbestattungen auf Bodenhöhe vorgenommen, und im Gras würde eine kleine Platte an den Verstorbenen erinnern. Beide Formen wären – zeitlich parallel – auf der Fläche möglich.

Beim Freibad in Holzheim, in diesem Jahr wurde das 50-jährige Jubiläum der Freizeiteinrichtung gefeiert, ist die Betonwanne des Beckens porös. Zwar werde jährlich mit Schwimmbadfarbe gestrichen, doch sei man nicht mehr in der Lage, die vorhandene Wanne dicht zu halten, informierte Biadala, selbst Vorstandsmitglied im Freibad-Förderverein. Nun solle möglichst eine Kunststoffwanne angeschafft werden, und wegen eventueller Fördergelder stehe man mit dem Land Hessen in Verbindung. Zudem, so wurde es im Ortsbeirat besprochen, wäre eine finanzielle Beteiligung der Stadt und gegebenenfalls des Fördervereins notwendig. Biadala rechnet mit Kosten in Höhe von 120 000 bis 150 000 Euro. Gehe man von der Obergrenze aus, dann könnte es ein Finanzierungsmodell geben, bei dem Stadt und Land jeweils 60 000 Euro tragen und der Förderverein 30 000 Euro beisteuern würde. Angestrebt sei, dass das Becken zur nächsten Freibadsaison installiert sein werde, das hänge jedoch von der finanziellen Umsetzung ab, erläuterte Biadala.

Die Beckensanierung war in der Ortsbeiratssitzung ebenso ein Unterthema der Besprechungen des Haushalts 2012 den Stadtteil Holzheim betreffend, wie der teilweise marode Zustand der Bürgersteige. Diesbezüglich soll geprüft werden, ob Sanierung oder Grunderneuerung anstehen sollten. Das Gremium beschäftigte sich darüber hinaus mit einer gewünschten Vergrößerung des Parkplatzes an der Holzheimer Sporthalle. Bei Großveranstaltungen nämlich werde der angrenzende Weg zugeparkt, im Notfall könnten Rettungsfahrzeuge nicht mehr durchkommen, sagte Biadala. Die Stadt solle nun prüfen, inwiefern ein Flächenankauf zum Zwecke der Parkplatzvergrößerung möglich wäre.

Auch eventueller Dorfladen ein Thema –
Genossenschaftsmodell als Option

Auch in Holzheim spielt das Thema Dorfladen eine Rolle. Wie die Gießener Allgemeine Zeitung kürzlich berichtete, gibt es im Licher Stadtteil Eberstadt eine Initiative für einen Dorfladen. Ein Genossenschaftsmodell wurde nun in Holzheim andiskutiert. In Vereinen und Organisationen im Ort wolle man »die Fühler ausstrecken«, kündigte Biadala an,ob es denn eine Bereitschaft dazu gebe, eine Genossenschaft zu gründen und ob die Menschen auch ausreichend in dem Dorfladen einkaufen würden. Nach Eberstadt solle Kontakt aufgenommen werden.

Im Zusammenhang mit der Nahversorgung in Holzheim beziehungsweise in Pohlheim-Süd generell, steht auch ein Antrag der Freien Wähler auf Ebene der Stadtverordnetenversammlung, über den diese Zeitung berichtete. Die FW hatten beantragt, dass die Stadt prüfen solle, inwiefern sich ein Lebensmittelmarkt in dem Holzheimer Gebiet »Langwiese« ansiedeln könnte. Kürzlich hatte Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer (SPD) berichtet, das vonseiten des Regierungspräsidiums ein »gebietsbezogener« Markt mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern in Ordnung wäre. Klaus Sommer, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler in der Stadtverordnetenversammlung, sagte am Donnerstag auf Anfrage, dass es hinsichtlich eines solchen Lebensmittelmarktes »wohl nicht so gut« aussehe.

Sommer bezog sich dabei insbesondere auf eine Veranstaltung, die kürzlich in Staufenberg zum Thema Nahversorgung stattgefunden hatte. Vertreter von Lebensmittelmarkt-Ketten hatten dort zu dem Thema generell gesprochen. Ein notwendiger Umsatz von 2000 Euro täglich sei in Holzheim illusorisch, sagte Sommer. Was das Genossenschaftsmodell angeht, so sieht der FW-Fraktionsvorsitzende die Herausforderungen, dass genügend Menschen mitmachen, dass man einen geeigneten Raum findet und dass die Genossenschaft jemanden braucht, der die Waren liefert.

Es gehe um eine Lösung, durch die die Menschen vor Ort einkaufen können, die nicht mobil seien. Rund um die Uhr werde der Dorfladen, den es eventuell geben werde, nicht geöffnet sein, sagte Sommer.

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