Pohlheim

4000 Wiesn-Fans feierten gigantische Party

Pohlheim (js). Das Mockswiesn-Publikum darf sich seit Mittwoch Party-Weltmeister nennen. Über 4000 Fans von Mickie Krause, Jürgen Drews, Markus Becker sowie den Sängerinnen »Krümel« und »Antonia aus Tirol« erwiesen sich als Konditionswunder, sangen, hüpften und schunkelten nonstop von 20 Uhr bis 1.30 Uhr auf den Bänken und Tischen.
13. Mai 2010, 21:34 Uhr
»Friseusen-Fachmann« Mickie Krause hatte die Mehrheit der Fans hinter sich.
»Friseusen-Fachmann« Mickie Krause hatte die Mehrheit der Fans hinter sich.

Während sich die Kellnerinnen und Kellner - mit Dutzenden von Humpen und bayerischem Schmaus schwer beladen - durch die tanzende Menge kämpften, lieferten sich erwartungsgemäß der partyerprobte Jürgen Drews (grade 65 Jahre jung geworden) und Mickie Krause (Jahrgang 1970) einen Wettkampf um die Gunst des Publikums.

Der »Ex-Les-Humphries«-Sänger bekam während der FFH-Hitnacht den kalten Atem der Krause-Fans und ein paar Pfiffe zu spüren. Und die Jürgen-Drews-Fans hielten mit Zugabe-Rufen dagegen, von denen der »Mallorca-König« auch einige gewährte. Aber: Auch »Krause«-Anhänger tanzten bei Hits wie »Ich bau Dir ein Schloss« oder »Ein Bett im Kornfeld« (Coverversion des Hits der »Bellamy Brothers«) mit.

So ganz konnten also die »Mickie«-Fans dem ehemaligen Medizinstudenten Drews, der während seiner langen Karriere auch nachdenkliche Lieder auf höherem Niveau wie »Es ist kalt in meinem Zimmer« (1976) gesungen hat, den Zahn nicht ziehen. Und da er beschlossen hat, niemals zu altern, plauderte er mit dem Publikum (viele junge Leute waren darunter) über seine Zusammenarbeit mit der aktuellen Kultband » Die Atzen« und stellte den aufstrebenden Discjockey Laidi aus Wetzlar vor, der zu seinen musikalischen Beratern zählt. Drews bedankte sich am Ende seines Auftritts als Kompliment per Handschlag bei den »Mollynchen« aus Watzenborn-Steinberg, die ihn vorzüglich tänzerisch begleitet hatten. Den Auftritt vermittelt hatte Uli Kuhn, Wehrführer der Watzenborn-Steinberger Feuerwehr.

Bis Mitternacht mussten die Fans auf ihren Mickie Krause warten, der dann das Zelt zum Brodeln brachte. Der Lieferant von Hits wie »Zehn nackte Friseusen«, »Finger im Po«, »Reiß’ die Hütte ab«, »Geh doch zuhause«, »Orange trägt nur die Müllabfuhr« und »Jan Pillemann Otze« steigerte die Stimmung zur Giga-Party. Dass er zwischendurch auf flachem Niveau über Kollegen frotzelt (über Jürgen Drews und Matthias Reim beispielsweise) ist eine mehr oder minder aufgesetzte Masche von ihm, (O-Ton Krause: »Die Schweinepest gibt es auf Mallorca erst, seitdem Jürgen Drews dort war«).

Michael Engels, so Krauses eigentlicher Name, war übrigens nicht der einzige aus der deutschen Party-Szene, der auf der Mockswiese wenige Wochen vor dem Fußball-Welttitelfinale WM-Songs vortrug (»Wir sind die Weltmeisterschaft«).

Die hatte man zu unterschiedlichen Melodien zuvor bereits bei »Krümel« (»Wir sind unschlagbar«) gehört, und auch von dem Pfälzer Markus Becker, der »54, 74, 90 und 2010« von den »Sportfreunden Stiller« coverte.

Markus Becker machte so seine Scherzchen mit den Pressefotografen. Er holte sie auf die Bühne, damit »ihr mal die Superstimmung im Zelt auffangt«; ein Mann vom Securitydienst musste mit ihm zu typischen Mallorca-Party-Hits wie »Hörst Du die Regenwürmer husten » tanzen. Der Landauer, dessen Markenzeichen der rote Cowboyhut ist, trug natürlich auch »Rotes Pferd« vor, dessen Melodie - 1959 von Marguerite Monnot komponiert - einst Edith Piaf zu Weltruhm getragen hatte. »Es war schwer, für dieses Chanson die Cover-Rechte zu bekommen, aber das hat geklappt und bedeutete für mich natürlich so etwas wie einen Sechser im Lotto«, sagte er nach dem Auftritt zur »Allgemeinen«.

Die tolle Partystimmung wurde durch »Antonia aus Tirol« abgerundet, die es versteht, bekannten Gänsehaut-Songs wie »Tornero« (»Tausend Träume weit«), »Tränen lügen nicht« oder auch »Ein knallrotes Gummiboot« (einst von Wencke Myhre geträllert) ein neues Gesicht zu verleihen.

Nicht zu vergessen: FFH-Moderator Michael Münkner gebührt ebenfalls ein großes Lob. Zwischen den Auftritten der Stars hielt er die Leute mit aktuellen Hits vom Band auf Trab.

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