16. März 2009, 19:32 Uhr

Showdown auf dem Apotheken-Dach

Lollar (sdi). Wenn vier statt drei Schwätzern in der Gießener Fußgängerzone stehen, wenn Kriminelle einen Weinhändler vom Dach der Engel-Apotheke stoßen wollen und wenn die staatlichen Ordnungshüter sich hauptsächlich mit der Fußball-WM beschäftigen - dann ist Privatdetektiv Julius Lotz gefragt.
16. März 2009, 19:32 Uhr
A. Federspiel

Lollar (sdi). Wenn vier statt drei Schwätzern in der Gießener Fußgängerzone stehen, wenn Kriminelle einen Weinhändler vom Dach der Engel-Apotheke stoßen wollen und wenn die staatlichen Ordnungshüter sich hauptsächlich mit der Fußball-WM beschäftigen - dann ist Privatdetektiv Julius Lotz gefragt. Vor mehr als 30 Zuhörern stellte Autor Arnd Federspiel am Sonntag in der Stadt- und Schulmediothek an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) den schwergewichtigen Kriminalisten vor, der in Federspiels Krimis mit Humor und Scharfsinn Verbrechen in Gießen aufklärt.

Federspiel las aus der Geschichte »Der vierte Schwätzer«, die zusammen mit drei anderen Krimis im Band »Killer, Künstler, Kellerleichen« (Schüren-Verlag Marburg) erschienen ist. In der Geschichte findet ein Weinhändler eine an die »drei Schwätzer« gelehnte Leiche. Lotz und sein Assistent, der Erzähler der Geschichte, ermitteln Verbindungen zum organisierten Verbrechen. Schließlich kommt es zum Showdown zwischen Verbrechern und Detektiven auf dem Dach der Engel-Apotheke.

Im kunstvoll-emphatischen Vortragsstil präsentierte der in Essen lebende Autor seinem Publikum die Geschichte, die mit Lokalkolorit und sehr viel Humor gewürzt ist. So überlegt der Ich-Erzähler, während er am Kreuz der Figur der Engels-Apotheke über dem Marktplatz hängt: »Wenn ich das neue Pflaster versaue, würden mir das die Stadtväter nie verzeihen.« Umrahmt wurde die Geschichte mit jazzigen Klavier-Improvisationen von Thomas Zwerina, der Federspiel aus dessen Gießener Zeit kennt. Der gebürtige Oberhausener Arnd Federspiel hat in Gießen Rechtswissenschaften und Anglistik studiert. Seine ersten literarischen Veröffentlichungen entstanden für Weinproben der »Weinrebe« am Lindenplatz, die deshalb in den Krimis immer wieder auftaucht. Voraussichtlich im Mai soll unter dem Titel »Lotz und das Wasser des Todes« der zweite Band mit vier Gießener Krimis erscheinen. Im Oktober wird Federspiel zum dritten Mal am Gießener Krimi-Festival teilnehmen. Die nächste Veranstaltung in der Mediothek ist eine Lesung des aus Staufenberg stammenden Schriftstellers Peter Kurzeck am 10. Mai. (Foto: sdi)



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