28. Oktober 2010, 20:48 Uhr

Lollar: 46 Jahre bei Nürnberger

Lollar (sha). »Ich hätt’s nicht besser haben können«, brachte es Anita Bork am Donnerstag auf den Punkt. Die aus Rüddingshausen stamme
28. Oktober 2010, 20:48 Uhr
Das Hochwasser der Lumda 1966 erlebte Anita Bork (Mitte) als Auszubildende in der Metzgerei Nürnberger mit. (Foto: privat)

Lollar (sha). »Ich hätt’s nicht besser haben können«, brachte es Anita Bork am Donnerstag auf den Punkt. Die aus Rüddingshausen stammende Fleischerfachverkäuferin begann am 1. April 1964 ihre Ausbildung bei der Metzgerei Nürnberger in Lollar - damals noch bei Bernhard Nürnberger, dem Vater des jetzigen Seniorchefs Kurt Nürnberger, der die Metzgerei 1969 übernommen hatte. Ihren heutigen Chef, Thomas Nürnberger, der den Betrieb seit 2000 führt, kennt sie schon, bevor dieser seinen ersten Geburtstag gefeiert hat. Soviel Verbundenheit hinterlässt Spuren: Anfangs habe sie sich auf ihre Zeit als Rentnerin gefreut, doch nun überwiege die Wehmut, sagte die 61-Jährige.

Weil damals die Busverbindung nach Rüddingshausen - insbesondere samstags - schlecht war, wurde Anita Bork von ihrem ersten Chef am Wochenende immer mit dem Auto zurück zu ihren Eltern gefahren. Während ihrer Lehrzeit, von 1964 bis 1967, lebte Bork unter der Woche bei Familie Nürnberger in Lollar. Zusammen mit zwei anderen Lehrlingen wurde sie in die Familie integriert. Jeden morgen habe sein Vater an die Tür der einzelnen Lehrlingszimmer geklopft, um die Auszubildenden zu wecken, erzählte Kurt Nürnberger.

Da sich die ganze Familie und die Lehrlinge zu dieser Zeit ein Badezimmer geteilt hatten, habe es morgens flott gehen müssen. Abends nach Ladenschluss sei es dann richtig gemütlich geworden, führte Bork weiter aus. Die Lehrlinge hätten zusammen mit der Familie ferngesehen.

1972 zog die gebürtige Rüddingshäuserin mit ihrem Ehemann nach Lollar, was die Anfahrt deutlich verkürzte, da die Metzgerei von da an zu Fuß zu erreichen war. Im selben Jahr verkürzte Bork nach der Geburt ihrer Tochter die Berufstätigkeit auf eine halbe Stelle. Auf die Frage, was ihr während der vielen Jahre in der Metzgerei Nürnberger am meisten Spaß gemacht habe, antwortete die gelernte Verkäuferin ohne zu zögern: »Alles«. Sie habe die Zeit in dem Lollarer Familienbetrieb sehr genossen, das es nie Streit gegeben habe. Als Rentnerin werde sie mit ihrem Mann, der in vier Wochen ebenfalls in Rente geht, viel reisen. Allerdings stehe sie für Vertretungsdienste gern zur Verfügung, betonte die Verkäuferin zum Abschluss.

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