17. Juli 2008, 17:48 Uhr

Kreis mit Brandversicherung noch immer uneins

Lollar/Staufenberg (no). Wegen einer baulich unzureichenden Situation lässt der Landkreis seit Ende März das Haus C der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) grundlegend sanieren; den »Schusterbau« genannten Klassentrakt mit insgesamt 24 Räumen an vier Treppenhäusern zum Preis von 1,3 Millionen Euro und anschließend die angrenzenden Fachräume für Naturwissenschaften für 3,2 Millionen.
17. Juli 2008, 17:48 Uhr
Architekt Faust, Dezernent Fricke, Schulleiter Kammer und Ingenieur Merten (oben, von links) in dieser Woche beim Ortstermin in der CBES. Darunter das »Container-Dorf« auf dem Schulhof, unmittelbar vor Haus C

Lollar/Staufenberg (no). Wegen einer baulich unzureichenden Situation lässt der Landkreis seit Ende März das Haus C der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) grundlegend sanieren; den »Schusterbau« genannten Klassentrakt mit insgesamt 24 Räumen an vier Treppenhäusern zum Preis von 1,3 Millionen Euro und anschließend die angrenzenden Fachräume für Naturwissenschaften für 3,2 Millionen. Auf Nachfrage der »Allgemeinen Zeitung« erläuterte Schuldezernent Siegfried Fricke (CDU) dieser Tage den Sachstand, wobei das Interesse beim Ortstermin auch der Brandstiftung vom 21. Dezember 2007 galt: Noch immer sind die frühere Hausmeisterwerkstatt samt Nebenräumen, insgesamt 250 Quadratmeter Nutzfläche, unzugänglich, ist die verbrannte oder angekokelte Dachkonstruktion nur notdürftig abgestützt. Der Grund: Landkreis und Brandversicherung sind sich uneins, weil der Schulträger beim Wiederaufbau von der seitherigen Nutzung abweichen will.

Bei dem Feuer kurz vor Weihnachten war hoher Sachschaden entstanden; der Kreis schätzt den Sanierungsaufwand auf knapp 250 000 Euro. Mit der Versicherung, die, so Fricke, im Brandfall an der Heuchelheimer Grundschule anstandslos gezahlt habe, seien derzeit noch zwei Gesprächstermine anberaumt. Ungeklärt auch die Berücksichtigung des Rauchgasschadens im Zugang 3 zum Klassentrakt: Die Dachbalken geben Brandgeruch ab, gelten aber als statisch unbedenklich. Ein Austausch scheint unabdingbar. Erst nach Klärung aller Fragen kann die Verwaltung für den Kreistag eine Beschlussvorlage erarbeiten. Schulleiter Hans Kammler legte dar, dass dieser zentrale Bereich - ursprünglich waren dort auch Schüler-Toiletten zum Pausenhof hin - ideal sei für eine räumliche Heimat der Schulsozialarbeit. Eine Ansicht, die von Fricke geteilt wird.

Die Klassensäle-Sanierung betrifft die komplette Infrastruktur: Heizung, Wasser / Abwasser, Elektrik/Elektronik, Beleuchtung, Decken, Böden. Die sechs Räume an Treppenhaus 4 sind fertig, für die zwölf an den beiden mittleren Zugängen des dreistöckigen Gebäudes stellte Architekt Hans-Georg Faust aus Bad Nauheim einen Abschluss zum Schuljahresbeginn in Aussicht. Bis Ende der Herbstferien werde dann auch das letzte Sanierungsviertel im »Schusterbau« (1800 Quadratmeter Nutzfläche) erledigt sein, sagte Diplomingenieur Stefan Merten von der Kreis-Bauverwaltung.

Anschließend geht es ans Entkernen der Naturwissenschaftsräume im 2000 Quadratmeter großen Anbau-Erdgeschoss von Haus C: Avisiert sind sechs zeitgemäße Übungsräume, zwei neu auszustattende Hörsäle, diverse Sammlungs- und Vorbereitungsräume und ein weiterer Gruppenraum. Gesamtkosten: rund 3,2 Millionen Euro. Ein Zeitfenster für diese Maßnahmen wurde nicht genannt.

Ebenfalls für die Wochen von August bis Mitte Oktober auf dem Plan haben die Akteure den Umbau der früheren Bibliothek (Haus A) zu Verwaltungsräumen (insg. 250 qm Nutzfläche). Voraussichtlicher Preis: 75 000 Euro.

Die Unterrichtscontainer auf dem Schulhof werden an der CBES noch eine Zeit lang gebraucht. Dem Raummangel wollen Kammler und das Kollegium aber auch durch Doppelbelegungen abhelfen. Immerhin zählt die Ganztagsgesamtschule mit Oberstufe und »G8«-Abitur im kommenden Schuljahr 1430 Kinder und Jugendliche - rund 100 mehr, als die Schulverwaltung des Kreises auf Basis des seitherigen Zuspruchs aus dem Einzugsgebiet errechnet hatte. »Dem heldenhaften Einsatz des Schulleiters« sei dies zu verdanken, frotzelte Fricke, und eben dem Charakter der Einrichtung, dem man durch bauliche Verbesserungen stützen wolle: Räume trügen zur Atmosphäre bei und die Menschen, die sich darin aufzuhalten hätten. Kammler: »Wir sind eine menschenfreundliche Schule. Die Schüler fühlen sich respektvoll behandelt - und respektieren folglich die Schule.«

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