15. Dezember 2009, 20:14 Uhr

Kleine Zeitreise führte durch die Weihnachtsliteratur

Lollar/Staufenberg (ucs). Konzerte der »Voice Factory«, Chor des Gesangvereins Mainzlar, garantieren immer ein volles Haus. So war es auch am dritten Adventssonntag, als sich rund 330 Besucherinnen und Besucher in der Kirche zu Kirchberg in Lollar-Ruttershausen zum Adventskonzert einfanden.
15. Dezember 2009, 20:14 Uhr
Adventskonzert des Chores » Voice Factory« in der Kirche zu Kirchberg - hier mit Christine Jäger an der Querflöte und Diplom-Musikpädagogin Daniela Werner am Klavier. (Foto: ucs)

Lieder aus sechs Jahrhunderten und »Fröhliche Weihnachten, Mister Scrooge« standen auf dem Programm. Diplom-Musikpädagogin Daniela Werner hatte die deutsche Vertonung der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens neu arrangiert und begleitete am Klavier.

Eine kleine Zeitreise durch die Weihnachtsliteratur führte im ersten Teil des Konzertes gar in das 14. Jahrhundert zurück. Mit »Quem pastores laudavere« wurden in lateinischer Sprache die Hirten, die Weisen aus dem Morgenland und letztlich der durch Maria in die Welt gekommene Gottessohn besungen. Um die Welt ging das freudevolle »Joy to the World« aus dem 19. Jahrhundert, das die 42 Sängerinnen und Sänger ebenso freudig wiedergaben. Sehr harmonisch war das sanfte »Let heaven and nature sing/Lasst den Himmel und die Natur singen«. Rockig und poppig-amerikanisch folgte aus dem 20. Jahrhundert das »Rockin´ around the Christmas tree«. Beschwingt klatschte das Publikum mit. Christine Jäger begleitete an der Querflöte.

Der zweite Teil des Konzertes bot ein Singspiel im Musicalstil. Den klassischen Stoff von Charles Dickens, der in den Kinos in einer Neuverfilmung mit dem Titel »Eine Weihnachtsgeschichte« läuft, hatte Daniela Werner nach einer einstimmigen Fassung für vierstimmigen Chor, Solisten, Erzähler und Klavierbegleitung arrangiert. In diesem Stück agierten Norfried Stumpf als Erzähler, Klaus Thomann in der Rolle des Geistes des verstorbenen Jacob Marley, Lothar Seipp als Ebenezer Scrooge sowie Meike Weber (8) als Tiny Tim, der schwächliche Sohn eines Angestellten von Scrooge. Ein bisschen schaurig klingt das Ganze, das im wintergrauen nebligen London am Heiligen Abend des Jahres 1843 spielt. Scrooge, der grimmige und hartherzige Geldverleiher, betrachtet Weihnachten als Humbug. Die neblig dunkle Atmosphäre der brodelnden Stadt wird bewusst, wenn ihn Geister besuchen und wenn Marleys Geist seinen ehemaligen Teilhaber Scrooge beunruhigt. Doch die Geister der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht bewirken in ihm schließlich eine wundersame Wandlung. Aus dem eiskalten Geizhals Scrooge wird ein geläuterter Mann. Das Buch von Dickens enthält stark sozialkritische Töne, mit denen er die Missstände im England des 19. Jahrhunderts anprangerte. Es war ein ungewöhnliches Adventskonzert, das seit September vorbereitet worden war. Jutta Martini, Pfarrerin der Kirchengemeinde Kirchberg I (Staufenberg und Mainzlar) freute sich sher: »Auch so geschieht Verkündigung.« Sie dankte Daniela Werner und der »Voice Factory« für ihre großartigen Leistungen.

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